Nutzen statt abwürgen! Wehrt euch gegen Reiches Angriff auf die Erneuerbaren.

Energieministerin Katherina Reiche will privaten Solaranlagen den Stecker ziehen: Statt die Kostenvorteile der Erneuerbaren auf alle zu verteilen, sollen künftig die Großen gefördert und die Kleinen ausgebremst werden.

In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen erklärt Reiche ganz offen, wie durch das im Koalitionsvertrag vereinbarte Monitoring der Energiewende der dezentrale Ausbau der Erneuerbaren abgewürgt werden soll.

https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/wechsel-bei-der-einspeiseverguetung-wirtschaftsministerin-reiche-setzt-private-solaranlagen-unter-druck-08-10-110580116

Dieses Monitoring ist also offenbar reine Augenwischerei. Die politischen Ergebnisse stehen längst fest.

Statt dafür zu sorgen, dass günstiger Solarstrom vor Ort Gas für Wärme oder Erdöl für Mobilität ersetzt, will Reiche für private Solaranlagen fernsteuern und ausbremsen.

PV-Anlagen auf Dächern sind die umweltfreundlichste Art, Erneuerbare zu nutzen.

Wenn die Anreize zur Einspeisung wegfallen, werden die Dächer nicht mehr mit PV-Modulen vollgemacht. Dann wird Eigenverbrauch optimiert, statt Energie mit den Nachbarn zu teilen.

Statt private Haushalte und kleine Unternehmen investieren dann große Kapitalgeber in Offshore-Wind und Freiflächen-PV. Ökologisch und ökonomisch nicht schlau.

Die Folge: Eine Umverteilung von ländlichen Räumen zu großen Energiekonzernen.

@sven_giegold Kurze Frage: Welche Anreize einzuspeisen? Warum um alles in der Welt sollte ich einspeisen, wenn ich lediglich 8 Cent erhalte, jedoch für 30 Cent und mehr zurückkaufen muss?

Einspeisung ist schon lange over.

@taschenorakel @sven_giegold bis vor kurzem galt: Dach vollmachen, auch 8ct/kWh finanziert die Mehrkosten der größeren Anlage.
Das wird mit Aussetzen der Vergütung bei negativen Börsenpreisen sowie Netzentgelten für Einspeisung anders.

Datenpunkt: mit meiner eher kleinen 10,6kWp-Anlage mit Akku kommen 60% der Einnahmen aus Ersparnis, und immer noch 40% aus 8ct/kWh Einspeisevergütung. Ohne Vergütung wäre das ein Zuschussgeschäft.

Weiterer Datenpunkt: Bei meiner 9,2kWp-Anlage kommen 100% Gewinn aus Ersparnis wegen Eigenverbrauch, weil die hiesige Netzgesellschaft es seit über 12 Monaten nicht schafft, ihren Bürokratiekram zu erledigen. Dürfte ich einspeisen, kämen 92% des Gewinns aus Eigenverbrauch und 8% aus Einspeisevergütung.

@herrwilliges @sven_giegold

Sollte ich irgendwann dazu kommen, die Heizung aus Brennwertherme und Solarthermie durch eine Wärmepumpe zu ersetzen[*], könnte ich mein Dach wirklich vollmachen und auf 18,4 kWp verdoppeln. Aber rein über 8 Cent Einspeiseverfügung finanziert sich ein solcher Schritt ganz sicherlich nicht. Das finanziert sich ebenfalls nur über Eigenverbrauch.

*) Sorry, aber vor 15 Jahren war hier vor Ort einfach niemand willens, mir eine Wärmepumpe einzubauen.

@herrwilliges @sven_giegold

@taschenorakel @sven_giegold bis letztes Jahr konntest du noch so rechnen: Handwerker schon da. 1kWp mehr auf das Dach kostet etwa 200€ für Module und Unterkonstruktion, mit Handwerker vlt 300€/kWp. Ein größerer Wechselrichter um die 250€ Aufpreis, bei angenommenen 10kWp mehr also 25€/kWp. Lass es 330€/kWp sein. Das kWp liefert 20+ Jahre lang 800kWh/a, also 16MWh, macht 1040€ Einnahmen nur durch Einspeisung (6,5ct/kWh). Fast 6% eff. Zinssatz.
@taschenorakel @sven_giegold Mit der von Reiche geäußerten Planung macht halt jeder nur das Dach halb voll, um dann mit Wärmepumpe und BEV den Rest nicht mehr oder nur zu hohen Kosten auszubauen (nochmal Gerüst, Anfahrt, Elektriker, 2. Wechselrichter, ggf Verteiler modernisieren...)
@herrwilliges @taschenorakel @sven_giegold
Ne, die Kosten für die 2. Hälfte kann ich mir auch vorher schon an den Fingern abzählen (und sie werden 5 od 10J später nur höher sein), also werde ich in einem Zug Gastherme und Solarthermie durch Wärmepumpe und Photovoltaik ersetzen, sobald eine größere Reparatur fällig wird.
Staatliche Förderung kann mich weder dazu bringen, noch davon abhalten zu investieren. Planen und verlassen könnte man sich eh längstens für 1 Legislatur.