Gelehrte Standard-Analysen, die Null weiterhelfen, weil sie am Ende immer in sowas münden:

"Dem könnte ein aufgeklärter Konservatismus eigentlich leicht seine eigenen Prinzipien entgegenhalten."

Man bemerke das "leicht", das meist ein Anzeichen dafür ist, dass der Autor nicht wirklich nachdenken wollte.

Stattdessen möchte man weiterhin moralische Appelle ("erinnert Euch an den Markenkern des Konservatismus") gegen Systemdynamiken stellen.

Zu leicht. 🤷🏽

https://www.zeit.de/kultur/2025-08/konservatismus-union-rechtspopulismus-gefahr-einfluss-nius

#MarkusLinden

Konservatismus: Populismus? Einfach unwiderstehlich

Der Fall Brosius-Gersdorf zeigt: Teile der Union liebäugeln mit populistischen Akteuren wie "Nius". Und laufen Gefahr, vom radikalisierten Vorfeld geschluckt zu werden.

DIE ZEIT

...Weiterhelfen würde eine systemische Analyse, warum die CDU/CSU dem Zwang, sich von rechts treiben zu lassen, nicht widerstehen kann.

Und bitte eine, die nicht auf "Charakterschwäche" oder "Vergesslichkeit" oder Ähnliches abstellt.

Doch der Autor möchte "Politik machen", er möchte nicht verstehen, warum passiert, was passiert.

& so scheitert auch sein Versuch, "Politik machen", d.h. Einfluss auf's Geschehen nehmen zu wollen.

Weil er das Geschehen ja auch nicht im Mindestens verstanden hat.

...Vielleicht ist es ja auch so:

Der Autor Markus Linden bemerkt, dass sich die CDU/CSU von Nius und Reichelt treiben lässt - und beschließt dann: "Ha, was die können, kann ich auch!"

Tja. So kann man sich täuschen. 🤷🏽

Nius & Reichelt haben die AfD und die Angst vor Stimmenverluste an die AfD als Macht hinter ihrer medialen Kampagne.

Der Autor Markus Linden hat... ...nichts.

Aber er bemerkt nicht mal, dass er nichts hat. Dass es für die CDU/CSU keinen Grund gibt, seinen Text ernst zu nehmen.

...Ich nenne dieses Phänomen "Kognitivismus" oder "Mentalismus". "Verbailismus" oder "Logozentrismus" ginge auch:

Es besteht in der irrtümlichen Annahme, dass Worte und Mediales aus sich heraus irgendeine Macht hätte.

Dann glaubt man sich mit Mächten messen zu können, "die ja auch Worte benutzen", nur weil man selber "auch Worte benutzen" kann.

Eine Art metonymische Verwechslung dessen, was wirkt (Macht), mit dem, was das was wirkt, benutzt (Worte).

Das Macht der Punkt ist, wird unsichtbar.

...Das passiert Leuten häufig, die zuviel Habermas und Arendt gelesen haben. 🤷🏽 😉

Kleiner Witz. Das passiert uns häufig, wenn wir zufällig Wortmenschen sind. Und besonders häufig, wenn wir zufällig einen Beruf haben, der sich mit "irgendwas mit Medien" zusammenfassen lässt.

Wir glauben dann gern das Märchen von den Medien/dem Journalismus als "4. Gewalt".

Aber das tun wir nur, weil wir keine Ahnung von Gewalt und Macht haben.

Wir bilden suns ein, mächtig zu sein, und sind dann - überrascht.

...Lange Rede, kurzer Sinn:

Die CDU/CSU lässt sich von rechts treiben, weil rechts für sie eine reale Macht ist, an die sie viele Stimmen verlieren könnten.

So leicht, wie Markus Linden sich das vorstellt, kann sich die CDU/CSU dem nicht entziehen.

Bzw.: Natürlich könnte sie das. Aber halt nur unter Strafe der Selbstverzwergung durch einen "aufgeklärten Konservatismus", den Journalisten so gern mögen, der für die CDU/CSU aber leider im gebenen System mit der gegebenen Konkurrenz tödlich wäre.

...Das, worüber sich Markus Linden lustig macht oder was er absurd findet: "Hier gilt selbst Friedrich Merz als links" ist für Merz selber nicht zum Lachen, sondern eine ganz reale Gefahr.

D.h. Markus Linden hat sich eben gar nicht die Mühe gemacht, die Situation der CDU/CSU, die sich in einer unauflösbaren Zwickmühle befindet, zu verstehen.

Stattdessen predigt er den verantwortlichen Politikern den üblichen moralischen Heroismus, mit dem Witz: "So würdet Ihr auch Wahlen gewinnen."

...Zu solcher journalistischen Besserwisserei kann mensch immer das Gleiche sagen:

"Okay, wenn das so einfach ist, so 'leicht' wie Du denkst: Dann gründe doch einfach mal ne 'bessere" CDU. Wenn Deine Analyse stimmt, gibt es dafür ja 'einen politischen Markt'. Dann warten ja nur Millionen von Wählern auf Dich. Kannst also aus dem Stand irre politisch erfolgreich sein."

Macht aber natürlich keiner. Weil's eben nur ein schönes journalistisches Märchen ist, das einen einzigen Zweck erfüllt: ...

...Der Autor hat sich nach dem Schreiben persönlich besser gefühlt. Weil er seine Gelahrtheit und seine Klukheit so schön in wirkungslose Worte fassen konnte.

Ganz genauso wie der Verfasser dieser Zeilen hier. Dem geht es nämlich ganz genauso.

Ich versteh Dich, Bro! 😁 🤗

...Aber nochmal zurück zur öffentlichen Kritik an der CDU:

Das ist auch der Grund, warum "linke" Kritik an der CDU so bedeutungslos ist: Sie kommt von Leuten und löst wildes Nicken bei Leuten aus, die eh nie CDU wählen würden. Ist also völlig irrelevant.

Das ist bei Kritik von rechts eben anders. Und deswegen verfällt die CDU dem "Kulturkampf" und dem Populismus.

Das Wahlsystem selbst bringt diese Dynamik.