@BlumeEvolution
Ein überbordend ausgearteter Individualismus ist mMn ein großes Problem. In meiner Wahrnehmung ist dieser aber eher durch den Rückzug oder das Zurückdrängen einer sich in der sozialen, gemeinwohlorientierten Marktwirtschaft verorteten Gesellschaft zu finden, befeuert nicht nur, aber auch durch selbstdeklarierte christliche und soziale Parteien hin zu einer hyperindividulisierten Konsumgesellschaft, die ihre Werte aus dem Egoismus (recht hat wer wirtschaftlich erfolgreich ist) bezieht. Gemeinschaftsorientierte Menschen finden und fanden sich in der säkulären Gesellschaft wie auch in Kirchen. Ebenso wie Egoisten und Machtmenschen, die bereit sind dem Eigengewinn alles unterzuordnen.
Ich denke wir erleben momentan eine ungute Kombination aus hyperindividualisiertem Ich-Ich-Ich Denken, einhergehend mit medialer Überforderung oder bewusster Selbstverdummung (je nach Interpretation) und dem weitgehendem Fehlen eines durchsetzungsstarken oder lauten Korrekivs. Man kann argumentieren, dass die Kirchen dies mal übernommen haben. Nach meiner Wahrnehmung waren und sind Kirchen aber in ihrer Gesamtheit einer möglichst gleichberechtigten und füreinander einstehenden Gesellschaft eher hinderlich. Vielleicht auch weil im eigenen Selbstverständnis hierarchisch und paternalistisch verfasst - ich war katholisch und spreche von meiner Wahrnehmung.
@Nowhereman