Eine schmerzhafte (Um-)Frage, die ausdrücklich auch für sich noch „christlich“ nennende Parteien gilt:

Ist #Deutschland durch die fortschreitende #Individualisierung & #Säkularisierung in Gesellschaft, Medien, Politik wirklich mitmenschlicher & verläßlicher geworden?

Insgesamt schon.
9.9%
Teils - teils.
32.6%
Nein, im Gegenteil.
45.3%
Andere / keine Meinung.
12.2%
Poll ended at .

@BlumeEvolution
kommt auf den Zeitrahmen an

bei allem zu messenden gibt es Schwankungen gegen den Trend

@Nowhereman
Der Meinung bin ich auch. Ich erinnere mich noch gut an die Hetze und Verächtlichkeiten insbesondere bzgl. Homosexualität in den 80ern und die gottgegebe ne Strafe und Kennzeichnungsforderungen. Das und christlich politisch gewollte Polizeigewalt haben mich als Jugendlichen nachhaltig von den schon damals offensichtlich scheinheiligen Christsozialen und auch den teilweise hasserfüllten, oft aber hinter geheuchelter Barmherzigkeit versteckter Menschenfeindlichkeit der katholischen Kirche entfremdet. Übrigens als einziger in der Familie. Darum erschreckt mich die Verrohung zwar, wirklich verwundern kann sie mich leider nicht. Kurz: Ich kann keinen ursächlichen Zusammenhang erkennen.
@BlumeEvolution

@stk

Ja, die individuellen Freiheiten haben auf jeden Fall zugenommen. Wobei ich auch da, besonders bei der #Gleichberechtigung, schon einen #Rollback durch den #Rechtsruck nicht nur in den #USA wahrnehme… In den Rest - #Religionen triumphiert der #Dualisnus. Und ich bezweifle, dass sich der säkularisierte #Individualismus alleine selbst erhalten wird. Der linear gedachte #Fortschritt ist m.E. brüchig. #Zeitenumbruch

@Nowhereman

https://www.deutschlandfunkkultur.de/rueckzug-oder-kreuzzug-100.html

Christentum im Wandel - Rückzug oder Kreuzzug?

Monismus versus Dualismus: Wer ist schuld am eigenen Leid? Ich oder "die anderen"? Wir müssen aushalten, dass wir in einer Welt leben, aber verschieden sind, findet Religionswissenschaftler Michael Blume. Und sagt, was das für das Christentum heißt.

Deutschlandfunk Kultur

@BlumeEvolution @stk
Vor dieser unguten Entwicklung darf man natürlich nicht Augen schließen.
#Individualismus und #Säkularisierung suggestiv eine Verantwortlichkeit zuzuschreiben, birgt in sich jedoch auch eine Tendenz zum #Dualismus . 😉

Dabei sind es die -ismen an sich, die nur über 'dazu-gehörig' und 'die anderen' funktionieren. Sie eigenen sich nur als Gedankenmodell, nicht für die Vielfalt des realen Lebens.
Derzeitiger -ismen-Glaube lässt derzeit einiges aus dem Ruder laufen: Dualismus

@BlumeEvolution
Ein überbordend ausgearteter Individualismus ist mMn ein großes Problem. In meiner Wahrnehmung ist dieser aber eher durch den Rückzug oder das Zurückdrängen einer sich in der sozialen, gemeinwohlorientierten Marktwirtschaft verorteten Gesellschaft zu finden, befeuert nicht nur, aber auch durch selbstdeklarierte christliche und soziale Parteien hin zu einer hyperindividulisierten Konsumgesellschaft, die ihre Werte aus dem Egoismus (recht hat wer wirtschaftlich erfolgreich ist) bezieht. Gemeinschaftsorientierte Menschen finden und fanden sich in der säkulären Gesellschaft wie auch in Kirchen. Ebenso wie Egoisten und Machtmenschen, die bereit sind dem Eigengewinn alles unterzuordnen.

Ich denke wir erleben momentan eine ungute Kombination aus hyperindividualisiertem Ich-Ich-Ich Denken, einhergehend mit medialer Überforderung oder bewusster Selbstverdummung (je nach Interpretation) und dem weitgehendem Fehlen eines durchsetzungsstarken oder lauten Korrekivs. Man kann argumentieren, dass die Kirchen dies mal übernommen haben. Nach meiner Wahrnehmung waren und sind Kirchen aber in ihrer Gesamtheit einer möglichst gleichberechtigten und füreinander einstehenden Gesellschaft eher hinderlich. Vielleicht auch weil im eigenen Selbstverständnis hierarchisch und paternalistisch verfasst - ich war katholisch und spreche von meiner Wahrnehmung.

@Nowhereman

@stk @BlumeEvolution
Ich-Bezogenheit, die zu weit gehen kann würde ich in jeder Kultur verorten und nicht zum Gegensatzpaar irgendeiner andern Entwicklung hochstilisieren.

Beispiel Buddhismus: Auf asiatischen Märkten kann man Tiere kaufen, die nur gefangen wurden, damit ein gläubiger Buddhist diese freilassen kann, um das eigene Karma aufzubessern. Eine egoistischere Form der Ich-Auflösung kann ich mir nicht vorstellen.
Das spricht weder gegen die Religion, noch verächtlich gegen die Praxis...

@stk @BlumeEvolution
...
Den westlichen Individualismus sehe ich als Fortschrittsergebnis aus der Aufklärung.
Eine daraus entstehende Egozentrik sehe ich dagegen als typisch menschliche Schwäche, die sich aus dem ursprüngliche Wesenskern der Entdeckung des Individuums bereits gelöst hat. Denn eine individuelle Selbstwahrnehmung bedeutet auch die Anerkennung der Individualität von anderen.
Sonst funktioniert diese gar nicht.