Aus dem Buch "Die Donut-Ökonomie" (S.171):

» So wurden beispielsweise in mehreren Dörfern im Umkreis der Stadt Morogoro in Tansania die Einwohner gebeten, einen halben Tag lang gemeinsam auf dem Gelände ihrer örtlichen Schule Gras zu mähen und Bäume zu pflanzen. In jenen Dörfern, in denen sie dafür eine geringe Bezahlung erhielten, waren 20 Prozent weniger Menschen bereit, sich an diesen Arbeiten zu beteiligen, als in jenen Dörfern, wo es kein Geld dafür gab. Zudem zeigten sich die meisten Leute, die eine Bezahlung erhalten hatten – in der Regel einen Tageslohn –, hinterher unzufrieden mit der Arbeit und der Entlohnung, während jene, die kein Geld bekommen hatten, überwiegend ihre Befriedigung darüber zum Ausdruck brachten, dass sie etwas Sinnvolles für ihr Dorf geleistet hatten. «

Merke: Vieles funktioniert am besten, wenn man gar nicht erst anfängt, es über "den Markt regeln" zu wollen.

@StefanMuenz Mir fallen dazu immer die Eisenbahner ein, für die es nicht einfach ein Beruf war
@StefanMuenz Ich saß Anfang der Woche in einer kleinen Runde eines Vereins und tat kund, dass ich durchaus bereit sei, Vereinsarbeit zu leisten, unentgeltlich.
Man war total begeistert, weil das ja Vereinsarbeit sei, beklagte sich aber, dass heutzutage von Vereinen, in denen man Mitglied sei, nur Leistung erwartet würde.
Das ist die andere Seite der Realität.
@StefanMuenz Solche Modelle funktionieren aber nur in Gesellschaften, in denen Leistungen für das Gemeinwohl Wertschätzung erfahren und die Leistung für das individuelle Wohlergehen nicht im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Anerkennung steht.
@Mark_Bonsai Richtig. Aber wie kommt es zu Gesellschaften, in denen das individuelle Wohlergehen die meiste Anerkennung erhält? Doch dadurch, weil die Gesellschaft es so eingerichtet hat, dass man sich alles kaufen muss und kaufen kann (sofern man genügend Knete hat). Egal ob Trinkwasser, Beförderung von A nach B, oder gute Bildung.

@StefanMuenz ,ja, alles nur #Rationalisierung und #Kommerzialisierung mindert seinen eigentlichen #Wert ,nämlich den sozialen und gesellschaftlichen; der Geldwert sollte ja eigentlich nur symbolisch sein als abstrakter Handelswert.

Ich hab auch ne hübsche Geschichte, nicht hundertprozent jetzt passend, aber um auch mal was zu erzählen:

#gesellschaft #Soziologie #sozialpsychologie

@StefanMuenz
Mit einem Kollegen machten wir Wartung an einer Ampel einer größeren Kreuzung. Mehrere Polizisten waren dazu bestellt, die während der Abschaltzeit den Verkehr regeln sollten. Wir fingen schonmal an, während die kommen sollten.
Als sie da waren und ihre Positionen eingenommen hatten, ging es ganz schnell. Nach zwei Abläufen war die Sache erledigt, und der Kollege wollte den Polizisten ganz schnell Bescheid sagen, dass sie wieder gehen können.
@StefanMuenz
Der Kollege dachte, die würden sich freuen und er vielleicht noch Eindruck schinden, weil es so schnell ging. Ich meinte aber rein gefühlsmäßig, ach wart, die wollen ja auch ihr Erfolgserlebnis haben; die haben kaum gesehn wie es geht und sollen schon wieder einpacken... Wir machen jetzt Vesper und sagen dann, das habt ihr toll gemacht und bedanken uns schön.
(Jagut, das mit der Vesper war jetzt fiktional.)
@StefanMuenz
Man muss sie ja nicht bis zur Langeweile strapazieren, aber man muss den Leuten auch ein Erfolgserlebnis gönnen, die wollen auch sehen dass sie was geleistet haben und wasfür einen Sinn es hatte.
Der Kollege ging sofort darauf ein, und das vermittelte mir wiederum ein Erfolgserlebnis. Wir waren uns nicht immer grün, aber ich merkte dass man auf der menschlichen Ebene immer wieder auch gleichen Boden findet.
@StefanMuenz Bitte nicht außerhalb des Fediverse verbreiten, sonst kapern die Faschisten das wieder als Argument für einen Deutschen Arbeitsdienst.