Es gibt viele Leute welche das Bekenntnis der Partei Die Linke zur JDA (Jerusalem Declaration on Antisemitism) als fĂŒhrende Definition von Antisemitismus kritisieren. Jedoch Ich muss sagen: Ich stehe voll und ganz hinter dieser Entscheidung.
Doch warum? Was gibt es an der IHRA Definition zu kritisieren?
Im Oktober letztes Jahr kritisierte Ich bereits den Zentralrat der Juden, weil er die PlĂ€ne der Ampel-Regierung die Waffenlieferungen an Israel an das Einhalten von Völkerrecht zu koppeln, als âZumutungâ beschrieb.
Ich finde das Einhalten von Völkerrecht, oder die Forderung dies zu tun, in keinem Kontext eine Zumutung.
Weniger als zwei Monate spĂ€ter wurde mit der âAntisemitismus-Resolutionâ (beschlossen unter Beifall und Klatschen der AfD) gerechtfertigt, das Waffenlieferungen an Israel legitim seien, so berichtet die LTO.
In beiden FĂ€llen wird auf der Basis der IHRA Definition von Antisemitismus etwas gerechtfertigt was mit Antisemitismus nichts zu tun hat: Waffenlieferungen. DarĂŒber hinaus auch noch Waffenlieferungen mit denen FlĂŒchtlingslager bombardiert wurden, in Syrien oder den Libanon einmarschiert wurde, sowie Siedlerkolonialismus und ein Genozid begangen wird.
Wir leben in einer Zeit in der die Springer-Presse & AfD die Debatte rundum Antisemitismus stark vereinnahmt haben. Laut dem âManifest fĂŒr Deutschlandâ welches die BILD einst verfasste, mĂŒsste man im Namen des Kampfes gegen den Antisemitismus Muslime aus Deutschland abschieben, um gegen den âimportierten Antisemitismusâ (eine ausgedachte AfD Rhetorik) vorzugehen. [Quelle: Bild]
Die Bild schreibt also das wofĂŒr sie eh immer bereits stand, doch nun im Namen des Kampfes gegen den Antisemitismus?
Zeitgleich veröffentlicht ein Ex-Sprecher der IDF (Israelisches MilitĂ€r) eine Liste der âTop 10 Antisemiten Deutschlandsâ worunter sich kein Rechtsextremist, sondern ausschlieĂlich palĂ€stinasolidarische, Linke, und oder progressive Menschen, darunter auch Journalisten, befinden. [Quelle: Twitter].
Anfang dieses Jahres lobte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, welcher selbst auf Basis der IHRA Definition von Antisemitismus agiert, die AuschlöschungsplĂ€ne Gazas von Donald Trump. Ich verstehe nicht wie jemand im Namen des Kampfes gegen den Antisemitismus einen Faschisten wie Trump gutheiĂen, und zeitgleich fĂŒr die ethnische SĂ€uberung von ĂŒber zwei Millionen Menschen plĂ€dieren kann.
Da der Fokus dieser Debatte, trotz 20% AfD und dem Aufkommen der neuen Rechten, fast ausschlieĂlich auf den existierenden israelbezogenen Antisemitismus, aber auch auf Israelkritik welcher als Antisemitismus benannt wird, liegt, muss sich etwas verĂ€ndern.
Wir mĂŒssen den Schutz jĂŒdischen Lebens wieder in den Vordergrund stellen, und das Wort âAntisemitismusâ nicht durch solch eine InflationĂ€re Verwendung um Abschiebungen oder Waffenlieferungen zu rechtfertigen weichwaschen.
Unter solchen UmstĂ€nden braucht es eine Definition von Antisemitismus welche Israelkritik und israelbezogenen Antisemitismus klar definieren kann. Aufgrund der vorher genannten Beispiele sehe Ich die IHRA Definition dafĂŒr nicht geeignet. Ist die JDA perfekt? Nein, dennoch bleibt meine groĂe Kritik an der IHRA bei der nicht ausgiebig benannten historische Komponente von Antisemitismus, welcher bekanntlich lange vor der NS-Zeit ein PhĂ€nomen war. Dabei vertieft sich die JDA und ist weniger nur gegenwartsorientiert.
Ohne sie also als perfekte Lösung zu bezeichnen, sehe Ich daher mit Vorbehalt die Bekenntnis zur JDA als einen Schritt in die richtige Richtung.
Erik Uden đ (@[email protected])
Attached: 1 image Der Zentralrat der Juden kritisiert die Bundesregierung dafĂŒr, dass bei Waffenlieferungen an Israel die Bedingung gestellt wurde diese âvölkerrechtskonformâ einzusetzen. Warum sollte das fĂŒr die âmoralischste Armee der Weltâ ein Problem sein?
