Es fällt mir immer noch schwer zu akzeptieren, dass mein Handy mir so viel Energie raubt und ich es öfter zur Seite legen sollte, als ich es aktuell tue. Mein Handy ist (aktuell) meine einzige Möglichkeit mit der Außenwelt verbunden zu sein und soziale Kontakte zu pflegen, und wenn es nur bedeutet auf Social Media Stories zu liken und darauf zu reagieren, weil ich es nicht hinkriege mit Menschen persönlich zu schreiben. Das ist alles andere als gesund und das ist mir bewusst.
Ich bin in den letzten Jahren massiv unsicher geworden im Kontakt mit anderen Menschen. Früher war das schon schwierig für mich, aber ich habe das Gefühl, dass es die letzten Jahre nochmal wesentlich schlimmer geworden ist. Ich habe konstant Angst etwas falsch zu machen, etwas Falsches zu sagen, weiß nicht wie man Unterhaltungen anfängt und richtig trägt und bin sehr still geworden. Ich vermisse mein altes Ich und frage mich was mit mir passiert ist, dass ich jetzt so bin.
Vielleicht ist es eine Mischung aus Demaskieren, Skill Regression durch den Autismus und dem Missbrauch, den ich in meiner letzten Beziehung erfahren habe, aber es fühlt sich irgendwie an als wäre nicht sonderlich viel von mir übrig. Die meiste Zeit fühle ich mich mehr wie ein Geist oder ein Schatten, der einfach nur existiert und nicht lebt. Es fühlt sich an als hätte ich alles, was mich als Menschen ausgemacht hat, über die letzten Jahre verloren.
Früher habe ich regelmäßig Schnecken vom Boden aufgesammelt und sie ins Grüne gesetzt. Bin stehen geblieben, um mir Blumen genauer anzuschauen. Habe auf Hunde gezeigt, um mein Umfeld auch an der Freude teilhaben zu lassen, den der Anblick von Hunden mir bringt. Habe Steine, Federn, Muscheln gesammelt, weil ich sie liebe. Habe Spaß daran gehabt zu malen, zu schreiben, Musik zu machen, mich in irgendeiner Form auszudrücken, weil ich noch nie so gut darin war mich durch Sprechen auszudrücken.
Ich weiß nicht wann ich aufgehört habe das alles zutun. Vielleicht war es ein schleichender Prozess. Aber jedes Mal, wenn ich Hunde draußen sehe und sofort wieder den Blick abwende, wenn ich an Federn und Steinen und Muscheln vorbei laufe und sie liegen lasse, wenn ich vor einem leeren Blatt Papier sitze und es leer bleibt, wenn ich meine Ukulele anschaue und sie nicht in die Hand nehmen kann, ist da dieses bittere Gefühl in meiner Brust und ich will einfach nur noch weinen.
Ich weiß nicht wieso ich das alles gerade schreibe. Da ist direkt wieder dieser Gedanke von "Vielleicht sollte ich es einfach wieder löschen". Bloß keinen Raum einnehmen. Bloß nicht auffallen. Bloß keine Last sein. Bloß nicht das Risiko eingehen, dass mich jemand sieht.