Hallo #Bahnbubble
brauche Hilfe
Der Sohn von Freunden schreibt seine Matura Arbeit über verschiedene Drehgestelle bei Zügen.
Er versteht nicht genau, wie Jakobsdrehgestelle funktionieren.
Hat jemand einen guten Tipp , wo man Infos herbekommt?

@andabahn Als Akademiker wünsche ich mir regelmäßig, das Google Scholar berries in der Schule zu Recherchezwecken den zukünftigen Wissenschaftler*innen bekannt gemacht würde. Jetzt kommt mein Hinweis darauf vielleicht sogar einmal zur richtigen Zeit.

https://scholar.google.de/scholar?hl=de&q=Jacobs+drehgestelle

Google Scholar

@andabahn Eine erste Suche hat zwar viel Irrelevantes und so spezielle Sachen wie Erschütterungsmessungen bzw. Jacobs-Drehgestelle bei Straßenbahnen ergeben, aber der Fachartikel bzw. diese Bachelor-Thesis (in Englisch) scheint ziemlich gut in die gewünschte Richtung zu gehen:

https://upcommons.upc.edu/handle/2117/120506

Investigation and classification of bogie designs and their potential to adopt lightweight structures by means of a database

@MoBaAusbWerk120
Ergänzung bekommen

Die genaue Frage bezog sich auf die Funktionsweise, die in diesem Artikel (https://www.fe.um.si/images/jet/02-JET_marec_2016-DESIGN_OF_A_TRAIN_ARTICULATION.pdf) beschrieben wird. Mir wird nicht schlüssig wie die Kupplung Rotationen der Wagen zulässt (wie z.B. in Kurven). Ich glaube aber, der Aufbau ist nach Hersteller und Zugtyp auch recht unterschiedlich. Ich konnte kaum zitierbare Quellen mit genauer Erklärung finden und schon gar nicht mit Bildern, die den Mechanismus zeigen.

@andabahn

Soweit man das aus dem Artikel rauslesen kann, wie ich das interpretiere: Einer der Wagen hat eine Kupplung mit einem konischen Dorn. Abb. 2 und 3 sieht man den nach unten hängen. Mit diesem Teil liegt der eine Wagen auf dem Drehgestell auf. Abb 4. ist das Teil im Drehgestell von oben. Das drumherum schaut mir nach Stossdämpfern und Führungen aus. Der Dorn dreht sich also nur in seinem Gegenstück. Alle anderen Ausgleichsbewegungen macht der Unterbau aus Abb 4.

@MoBaAusbWerk120

@andabahn

Abb 5. Der andere Wagen hat die Bolzen (möglicherweise ist diese Konstruktion in Längsachse drehbar). Diese Bolzen liegen in den Nuten der Kupplung von Abb.3 auf.

Der Konus zum Fahrgestell ist dann ziemlich genau unterhalb des Punktes wo der zweite Wagen in den ersten eingehängt wird. Über diese Bolzen können sich beide Wagen um die Hochachse gegeneinander verdrehen (Steigungen).

@MoBaAusbWerk120

@andabahn

Um die Wagen auseinandernehmen zu können braucht es ein Hilfsdrehgestell bei dem die Bolzen von Abb. 4 eingehängt werden. Der andere Wagen ruht via Konus auf dem Drehgestell.

Soweit ich weiß ist das Jakobsdrehgestell bei Stadler Flirt so aufgebaut. Die sind ja auch eher ein bisschen leichter. Es gibt auch Drehgestelle mit zwei Drehzapfen. Siehe Wikipedia Artikel und dort den Verweis auf das deutsche Patent. Im Patent sieht man auch die weiteren Gelenke.

@MoBaAusbWerk120

@echopapa @andabahn @MoBaAusbWerk120 Beispiel für Drehgestelle mit zwei Drehzapfen wäre übrigens der Coradia Continental von Alstom.
@echopapa @andabahn @MoBaAusbWerk120 Der Querbolzen an dem Wagenende ohne Drehzapfen (das ist nämlich der konische Zapfen) ist um zwei Achsen drehbar gelagert, ansonsten könnten sich die beiden Wagenkästen zueinander nicht bewegen.
Das Wort Stoßdämpfer ist nicht ganz korrekt; es werden lediglich Schwingungen gedämpft.

@triebwagen

@andabahn @MoBaAusbWerk120

Danke, Schwingungsdämpfer heißt es korrekt (Das macht das entsprechende Teil im Auto auch).

@andabahn

@MoBaAusbWerk120

Und noch eine Anmerkung zu Abb 2. Ich würde sagen, das ist der nicht gekoppelte Zustand.