Brilliant: Da die hessische Landesregierung die Verwendung des Gendersterns und des Genderdoppelpunkts in amtlichen Texten verboten hat, wird in der Lehramtsprüfung an der Universität Kassel statt der eleganten gendersensiblen Formulierung „Schüler:innen“ nun die juristisch geprüfte Formulierung „Schülerinnen, Schüler, nicht-binäre Lernende an Schulen sowie solche, die sich keiner geschlechtlichen Kategorie zuordnen möchten“ verwendet.

https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/wie-die-uni-kassel-fuer-gendersensible-examensaufgaben-sorgen-will-110347363.html

#gendern

Wie die Uni Kassel für gendersensible Examensaufgaben sorgen will

„Schüler:innen“ darf es in hessischen Examensaufgaben nicht mehr heißen. „Schülerinnen und Schüler“ ist Lehrerausbildern der Uni Kassel nicht inklusiv genug. Deshalb machen sie einen gewagten Vorschlag.

Frankfurter Allgemeine Zeitung
@hbuschme was zwar nicht sehr elegant ist, ich aber sogar in gewisser Weise besser finde, denn beim Genderstern bzw. -doppelpunkt sind nicht-binäre Personen höchstens mitgemeint.

@31113 @hbuschme Der Genderstern wurde mir immer als Referenz auf Wildcards in der Computerwelt erklärt, die als solches explizit für alles, was du dir ausdenken kannst oder auch für gar nichts stehen können. So als ganz bewusster Verweis auf andere Geschlechter und Leute ohne.

https://en.wikipedia.org/wiki/Wildcard_character

Beim Doppelpunkt stimme ich dir aber zu. Ich hab manchmal das Gefühl, dass Leute mit damit glücklicher sind als mit dem Stern gerade _weil_ er nicht so viel Platz für andere Identitäten einräumt.

Wildcard character - Wikipedia

@lambdatotoro Ja, das ist auch meines Wissens nach die Theorie die da hinter dem Stern steckt, aber die Endungen für die männliche und die weibliche Version werden ja ausgeschrieben, nur der Rest darf sich mit einer Wildcard zufrieden geben, die zudem noch so positioniert ist, dass du die Form auch verwenden kannst ohne zu wissen dass der Genderstern was anderes als nur den Glotisschlag zwischen der männlichen und weiblichen Endung symbolisiert. Ich würde auch mal ganz frech behaupten, dass die meisten Deutschen mit Computern nicht genug am Hut haben um an Wildcards in der Computerwelt zu denken, wenn sie einen Genderstern sehen.

Der Genderstern bringt also weder den Betroffenen Gewissheit, also dass z.B. eine Einrichtung die ihn nutzt sie auch tatsächlich explizit willkommen heißt, noch konfrontiert er die breite Bevölkerung im Alltag mit der Existenz von Menschen außerhalb der binären Geschlechterordnung.

Man müsste wenn dann wahrscheinlich "Liebe Schül*" schreiben. Ich glaube ja, dass selbst "Liebe Schüler (m/w/d)" wahrscheinlich besser wäre als "Liebe Schüler*innen".

Ich muss aber dazusagen, dass ich nicht nicht-binär bin und meine Bedenken bezüglich des Gendersterns auch nicht durch Gespräche mit deutschsprachigen Enbies informiert sind.