China baut Erneuerbare in großem Tempo aus. Dafür gibt es einen Grund, über den nicht so viele sprechen.
Der Grund findet sich in einer 2,8 Kilometer breiten Meerenge - und er ist hochrelevant für Europas Sicherheit.
Ein THREAD 🧵
China baut Erneuerbare in großem Tempo aus. Dafür gibt es einen Grund, über den nicht so viele sprechen.
Der Grund findet sich in einer 2,8 Kilometer breiten Meerenge - und er ist hochrelevant für Europas Sicherheit.
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Schau mal auf die Karte hier unten. Sie zeigt den ostasiatischen Raum.
Die rote Linie habe ich eingezeichnet.
Sie stellt die ungefähre Route dar, die Öltanker aus dem Nahen Osten nach China nehmen: durch den Indischen Ozean, vorbei an Indonesien und durch eine Meerenge, die Straße von Malakka nahe Singapur.
80 Prozent der chinesischen Ölimporte kommen über diesen Weg.
Diese Meerenge ist an ihrer schmalsten Stelle 2,8 Kilometer breit.
Sollte China jemals in einen großen Krieg verwickelt werden, könnte eine feindliche Marine diese Meerenge mit wenig Aufwand blockieren (die zwei parallelen Striche).
Der chinesische Ministerpräsident Hu Jintao nannte diesen Umstand im Jahr 2003 das „Malakka Dilemma“.
Seit dieser Rede sind mehr als 20 Jahre vergangen.
Darauf hat China reagiert:
• es hat neue Ölreserven im Norden des Landes entdeckt
• es importiert mehr Öl aus Russland über die Arktisroute
• es hat seine militärischen Fähigkeiten so ausgebaut, dass es eine Blockade aushebeln könnte
Aber all das sind taktische Maßnahmen, keine strategischen.
Sie sind immer noch anfällig, auf die eine oder andere Art.
Das bedeutet: Wer elektrifiziert, kontrolliert seine Nachschublinien.
Eine in Militärkreisen verbreitete Redewendung zeigt, wie wichtig diese Kontrolle ist: „Amateure studieren Taktik, Profis studieren Logistik.“
Während wir in Europa über Verteidigung diskutieren, zeigt China: Echte strategische Autonomie beginnt mit Elektrifizierung.
Ob wir das in Europa auch verstehen werden?