Das Konzept Immobilienbesitz, also die groteske und inhärent gewalttätige Idee, man könnte ein Stück Planet besitzen, erscheint uns nur deshalb nicht so absurd wie sie ist, weil wir sie kulturell gewohnt sind, so wie Menschen früher an Leibeigenschaft oder Hexenverfolgung kulturell gewohnt waren.
@sixtus Geht es da nicht eher um Grundstücke? Was unterscheidet die Hütte in der ich wohne von der Kleidung die ich anhabe
@Banananenbrot @sixtus Deine Kleidung kann man leichter entsorgen nach deinem Tod und es stört keinen wenn du nen Pulli erbst.
@sixtus
Was wäre denn die Alternative? Ein Haus kann man nicht mal eben woanders hinstellen.
@buzo @sixtus
Man kann bewohnte Grundstücke auf Lebenszeit verpachten. Meinetwegen können Menschen den Pachtvertrag auch weitergeben. Aber dass man mehr Wohnraum besitzt, als man selbst bewohnt und andere dafür bezahlen müssen, darauf zu leben, ist schon absurd.
@buzo @sixtus Sozialer Wohnungsbau? Du mietest bei deiner Kommune?
@sixtus Interessanter Gedanke. Das scheint mir aber wirklich sehr tief verwurzelt zu sein. Es dürfte mit dem Mobilienbesitz (Zelt) begonnen haben – oder vielleicht schon mit den Höhlen, um die man sich gekloppt hat. 😉
@sixtus Nicht jedermann ist in der Lage, sich adäquat um Immobilien zu kümmern. Von daher ist es in vielen Fällen durchaus sinnvoll, wenn der Besitz von Immobilien teilweise in privater Hand weniger Leute liegt. Das ist nicht das eigentliche Problem. Problematisch ist es, wenn der Besitz von Immobilien als Spekulationsobjekte dienen darf oder wenn Gier die Höhe der Miete bestimmt. Der Grundsatz "Eigentum verpflichtet" ist in D ein Papiertiger. Sieht gut aus, bringt aber nix.
@Heidnisch
Um Wohnraum zu bauen und zu verwalten braucht es keinen Privatbesitz. Das kann auch der Staat oder gemeinnützige Wohnungsbauvereine. Privatbesitz und die Spekulation damit beraubt diese Akteure ihrer Handlungsfähigkeit, weil klamme Kommunen und Wohnungsbauvereine mit sozialverträglichen Mieten beim Wettbieten um Baugrund und Immobilien nicht mithalten können.
@alipercapita Stimmt nur teilweise. Privater Wohnungsbau umfasst auch Genossenschaften und ähnliches. Und so ganz nebenbei: Um Wohnungen vernünftig zu planen, zu bewirtschaften und instand zu halten, brauchst du auch Leute, die sich da richtig auskennen. Hat der Staat aber so gut wie gar nicht mehr. Und zum Verlustgeschäft darf staatlicher Wohnungsbau keinesfalls werden. Sonst fehlt das Geld für Bildung, medizinische Versorgung und ÖPNV. Das muss ganzheitlich betrachtet werden.

@Heidnisch
Genossenschaftlicher Wohnungsbau könnte in einer Gesellschaft ohne Grundbesitz durch Pachtverträge ermöglicht werden. Diese Leute kennen sich aus, sie haben nur nicht die Mittel dafür, in dieser Spekulationsblase mit profitorientierten Playern zu konkurrieren.

Und Realpolitik geht auch ohne die komplette Abschaffung von Grundbesitz mit staatlich gestütztem Wohnungsbau. Wien profitiert immer noch massiv von den Wohnungsbauprogrammen der 1930er Jahre.

@Heidnisch
Und Wohnungsbau ist eine Infrastrukturmaßnahme, die langfristig der Bevölkerung zu Gute kommt. Das muss parallel zu besserer Bildung und Infrastrukturmaßnahmen wie ÖPNV-Ausbau passieren. Die Schuldenbremse und die mangelnde finanzielle Ausstattung der Kommunen kostet uns massiv Wohlstand in den kommenden Jahrzehnten.
@sixtus Ich denke Sixtus spricht von dem Utopia was einst auch von Jacque Fresco beschrieben wurde und was er zu seiner Lebzeit mit seinem Venus-Projekt auch umsetzen wollte. Dahinter steckt das sogenannte "Sociocyberneering". Ich erinnere mich, dass man da so eine Wohneinheit einfach verlegen konnte, irgendwo auf der Welt. Kapitalismus gibt es da nicht mehr weil er wesentlich ineffizienter als eine ressource-basierte Wirtschaft ist. Das haben wir Menschen sogar schon mal bewiesen.

@sixtus

This. Zudem: Kaum etwas demonstriert und zementiert den Status quo der Ungerechtigkeit und Ungleichheit so deutlich wie Immobilien-/Grundstücksbesitz (leider auch in Teilen des Fediverse eine unpopular opinion, da sich einige, zB die in geerbten oder "hart erarbeiteten" Häuschen leben, direkt angegriffen fühlen, anstatt diese bittere Realität einfach mal anzuerkennen. Und ja, ich weiß, ihr struggelt auch. Aber halt ohne die Angst, dass euch jm zB wegen Eigenbedarf auf die Straße setzt).

@IsabVann2
Natürlich ist das ein Privileg. Ein riesiges sogar.
Und bevor mir jetzt jemand Sozialneid vorwirft: Ich habe ein Haus und bin gerade dabei eins zu verkaufen, weil: Was soll ein Mensch mit zwei Häusern. Du kannst nur in einem wohnen.
@sixtus
@sixtus Die Idee, privaten Immobilienbesitz unattraktiv zu machen, hat in der DDR eher mäßig gut funktioniert. Klar, die Mieten waren günstig, aber die Qualität jenseits der Neubauten dafür sehr übersichtlich.
@sixtus ich will auch die Lufthoheit