Ich fange mit dem Monatsthema #Tischkultur mal hinten an.
Der leer gegessene Teller ist das Ende des Prozesses eines schön gedeckten Tisches, der Zubereitung der Speisen und des Schmausens. Vielleicht werden anregende Tischgespräche noch weitergeführt. (Wurde der Kaffee schon serviert?) Es ist das Ende einer Geschichte und vielleicht der Beginn einer neuen.

Glaubenssatz: Wurdet ihr als Kind auch damit motiviert aufzuessen, damit morgen die Sonne scheint?

In manchen Familien wurden Kinder mit zum Teil drakonischen Maßnahmen dazu gebracht, alles aufzuessen, was auf dem Teller ist. Das könnte von Eltern oder Großeltern weitergegebene Traumata aus Kriegs- oder Nachkriegszeiten des Hungerns gewesen sein. Dazu gibt es einen hörenswerten, dreiteiligen Podcast von Iska Schreglmann.
https://www.ardaudiothek.de/episode/radiowissen/rezepte-des-ueberlebens-1-meine-familie-und-der-hungerwinter/bayern-2/14082155/
#tischkultur
Podcast: Rezepte des Überlebens (1) - Meine Familie und der Hungerwinter

Iska Schreglmann findet im Nachlass ihrer Mutter ein Kochbuch von 1871. Und sie erfährt, dass ihre Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg als Kinder nicht genug zu essen hatten - wie Millionen von Menschen in Europa. Schon in der 1. Podcast-Folge wird klar: Unser Umgang mit dem Essen ist bis heute durch die Erlebnisse unserer Vorfahren geprägt.

ARD Audiothek
@herbergsmuetter Der @isotopp hat jahrelang leergegessene Teller gepostet.
@publictorsten
Das war vor Urzeiten mal ein Minitrend im jungen Social Web. 😊 @isotopp

@herbergsmuetter

Als niemand Vertikalvideos für möglich hielt, oder wollte.

@herbergsmuetter motiviert? 🙈 gezwungen
Dazu der Satz: Wir wären froh gewesen, wenn wir was zu essen gehabt hätten

Nachkriegszeit halt

@herbergsmuetter Und natürlich kann man an einem Tisch mit leer gegessenen Tellern auch ganz wunderbare Musik machen und dabei schmachtendede Blicke werfen: https://www.youtube.com/watch?v=isP3CENg51s
Fabrizio de andrè: Andrea e Rimini

YouTube
@herbergsmuetter
Mama erzählte von ihrem Bruder, der halt auch nicht alles essen wollte weil es ihm nicht schmeckte, dass er es abends wieder vorgesetzt bekam und sie oft heimlich was in den Sautrog mischte.
Sie selbst zwang uns nie, aber die Sprüche: ein löffel für Oma ... hörte ich auch manchmal.
Mama kochte aber sehr gut abwechslungsreich und war aufgeschlossen für neues.
@herbergsmuetter
Für mich war es eher ein Problem, keinen Nachschlag zu bekommen ( Nachkriegsgeneration, Gebiet der sowjetische Besatzungszone). Aber unsere Eltern zwangen uns zu nichts, das habe ich in meiner Familie auch nie getan und die Enkel müssen auch keinen leer gegessenen Teller "vorweisen". Allerdings achte ich darauf, dass übrig gebliebenes Essen nicht entsorgt, sondern nach Möglichkeit eingefroren und, wenn es passt, in spätere Mahlzeiten integriert wird.
@GabrieleSorge Resteverwertung ist eine gute Sache. 👍