Wenn man einem jungen Linken, der den Film nicht kennt und der geprägt ist von den verblödeten Diskursen der letzten zehn Jahre, STARSHIP TROOPERS zeigen würde, würde er den Film auch nicht als Satire erkennen, sondern ihn irgendwie rechts finden und problematisch.Da gibt’s tatsächlich ein Hufeisen

@larsweisbrod Da mag etwas dran sein, dass es heute einem jungen Linken schwieriger fallen würde, da es für sehr gute (postmoderne) Satire auch ein gewisses Grundgerüst geben muss, von dem man dann ableiten kann, warum das hier gerade brilliante Satire ist. Dieses Grundgerüst gibt es jedoch nicht mehr, sodass es weniger gut funktioniert.

Nur ist das für mich nur ein kleiner Aspekt des ganzen. Ich habe gerade nochmal bei dem Originalthread, auf den Du Dich wohl beziehst, nachgelesen und der..

@larsweisbrod schreit förmlich aus, dass diese ganze Diskussion etwas anderes zeigt: Die Postmoderne in Kunst, Film, Musik, usw. ist nun aus mannigfaltig vielen Gründen endgültig Geschichte. Weder können oder würden sich Künstler heute hinstellen und das so wie Verhoeven probieren zu vermitteln, noch kommt es beim Publikum so an wie das in den 1990er Jahre noch größtenteils sehr gut funktioniert hat. Schreibt der OP in dem Thead sogar wortwörtlich: 'the United Citizen Federation is a post-modern

@larsweisbrod , dass der OP jedoch nun Verhoeven Film nur aus einer heutigen Perspektive betrachtet, ist halt der große Unfug und natürlich, dass diese Leute dann doch so blöd sind, einfach wieder zurück in die Moderne zu wollen. (Triumph of the Will wird ja ernsthaft erwähnt, wie man es 'besser' macht??)

Nur zurückschauen funktioniert genauso wenig, wie sich weiter in der postermodernen Dauerironie gemütlich zu machen. 'Don't Look Up' zeigt wie es geht, Kritiker hassen, das Publikum liebt ihn

@wackJackle vielleicht ist der richtige vergleich zu verhoevens film auch eher sowas wie Rammstein. Es gab damals eben ein ironisches Spiel mit faschistischer Ästhetik, das sich in verschiedene Richtungen auflösen ließ?
@larsweisbrod Ja und alle lebten noch in einer PostFukuyama Welt und haben ersnthaft an das Ende der Geschichte geglaubt, sodass man in der Satire und wie man die dann ästethisch auserzählt völlig anders heran gehen kann, denn auf die bürgerlich liberale Weltordnung für immer hatten wir uns ja gerade anscheinend geeinigt... diese liegt nun in Trümmern.

@larsweisbrod Ich hab damals übrigens als die Serie gerade erst herauskam, sofort mir gedacht, dass die super erfolgreich werden wird, da Severance eines der besten Beispiele für gelungene 'metamoderne' Kunst ist. (über den Begriff kann man streiten, aber die Bücher, die ich dazu gelesen habe, haben sich darauf geeinigt).

Es ist ja kein Zufall, dass Severance einem Joe Rogan und den 'Shitlibs' in Brooklyn, New York gleichermaßen gefällt. Da ist für jeden etwas dabei, was funktioniert..