Ein Gedanke an dem ich schon länger überlege: Ich hab zwischen eher konservativen und eher progressiven Menschen das Gefühl ein unterschiedliches Gedankenmodell zu beobachten.

Konservative Menschen gehen eher davon aus, dass es einen Idealzustand in der Vergangenheit gab und der wiederhergestellt werden sollte. Sprich die Veränderung ist die Ursache des Problems. Kombiniert mit einer Annahme, das es, wenn es anderen besser geht, es gleichzeitig mir schlechter gehen muss.

Eher progressive Menschen gehen davon aus, das der Idealzustand etwas ist, das in der Zukunft liegt und erst geschaffen werden muss. Veränderung ist hier also der notwendige Weg zur Lösung eines Problems. Auch hier kombiniert mit einer Tendenz zu: "Wenn es allen besser geht, geht es auch mir besser."

Das grundlegende Modell passt auf erstaunlich viele Annahmen drauf.

Und ich wäre gespannt was passieren würde, würde man progressive Inhalte sprachlich mit dem
konservative Modell kommunizieren.

@leah
Habe eine ähnliche These mal gehört:
Früher war nicht alles besser/einfacher. Du warst jünger und deine Eltern haben dir Sachen vereinfacht bzw du hattest noch nicht so viel Erfahrung, dass du ein vielfälltiges, differenziertes Weltbild entwickeln konntest.

Mit der Informationsflut (und Teils der Verweigerung gegenüber Neuem) fällt es schwer die Welt, die sich weiter entwickelt, mit dem alten Weltbild zu erfassen.
Darauf folgt eine Abwehrreaktion, weil früher hat das ja funktioniert.

@leah
Transgender ist ein schönes Beispiel. Gab es schon immer, aber die Debatte und das Bewusstsein darüber ist neu, muss also schlecht sein, weil es halt Nicht-betroffene nicht kennen/kannten.