12m² mitten in der Stadt für max. 30€ im Monat – klingt nach einem unschlagbaren Angebot, oder? Leider gilt das nur für Autos. Während Parkplätze spottbillig sind, kostet die gleiche Fläche Wohnraum oft mehrere hundert Euro monatlich.

Das zeigt, wie ungerecht der Platz in unseren Städten verteilt ist: Autos beanspruchen riesige Flächen für Parkplätze, während Raum für bezahlbares Wohnen, sichere Radwege und lebenswerte öffentliche Plätze fehlt.

Findet ihr die Parkgebühren in eurer Stadt fair?

@VCDeV ihr vergleicht wirklich eine Wohnung, mit Mauern, Fenstern, einer Heizung, Wasser, Abwasser, Strom und weiteren Anschlüssen, mit Dämmung, Hausmeister usw. mit einem Stück Asphalt.

Der Vergleich hinkt etwas… wirkt irgendwie unseriös, riecht nach Polemik.

@exiltoaster

Das Beispiel dient der Veranschaulichung. Andere Variante: Der Bodenrichtwert für den Kollwitzplatz in Berlin liegt derzeit bei 5.500 Euro pro Quadratmeter.

Ein durchschnittlicher 12 qm-Parkplatz wäre dort also als Grundstück 66.000 Euro wert. Dennoch verzichtet die Stadt, der dieses Grundstück gehört, auf jede relevante Nutzungsgebühr/a.k.a. Miete.

@VCDeV ich muss zugeben, ich versteh es nicht ganz worauf ihr hinauswollt… ihr wollt, weil ihr ein Ungleichgewicht seht, nicht dass die Infrastruktur besser in der Nutzung geteilt wird, sondern wollt, dass es einem Teil der (bisherigen) Nutzerïnnen vor allem finanziell erschwert wird die vorhandene Infrastruktur weiterhin nutzen zu können. Klingt mir, falls ihr das so meint, sehr unsozial.

Wäre es nicht besser, Vorschläge zu einer besseren Verteilung der Nutzung der Infrastruktur zu machen, statt insbesondere Menschen mit geringeren finanziellen Mitteln, die Nutzung zu erschweren?
Oder verstehe ich euren Post vollkommen falsch?
#Armut #Verkehrswende #Mobilitätswende

@exiltoaster
Die externen Folgekosten des MIV liegen bei ca. 5000€ pro PKW und Jahr. Die Kosten, die einer Kommune alleine durch den direkten Unterhalt eines Parkplatzes im Straßenraum entstehen, sind dreistellig. Dort sind indirekte Effekte beispielsweise auf Platz-Verknappung für Bauland, andere Verkehrswege, Entsiegelung uvm. noch nicht mitgerechnet.

Die Menschen mit 'geringen finanziellen Mitteln' sind nicht die, die sich mit Ach und Krach ein Auto leisten können, (1/2)

@VCDeV

@exiltoaster
sondern die, die sich kein Auto leisten können und wegen der oben genannten Aspekte auch über ihre Steuern, KK-Beiträge, Lebensmittelpreise uvm. die Infrastruktur und Nutzungsfolgen der Autofahrenden mit finanzieren.

Die Selbstverständlichkeit, sich zum abstellen seines privaten PKW öffentlichen Raum anzueignen, muss daher auch als finanzielles Thema der Verteilungsgerechtigkeit thematisiert werden.
@VCDeV

@jakob_thoboell eine Verteilungsgerechtigkeit von der, wenn diese Kosten von Bürgerïnnen direkt bezahlt werden würden, Belastungen für die Menschen mit geringeren Einkommen höher sein würden, als für Menschen mit hohem Einkommen… was in meinen Augen unsozial ist.
@VCDeV
@exiltoaster
So einfach ist es nicht. Wenn die Koste. direkt auf die Autohalter umgelegt würden, nach Verursacherprinzip, kämen alle, die kein Auto besitzen, günstiger weg. Zum einen, weil die Kosten nicht auf ihre Steuern, Krankenkassenbeiträge und Produktpreise umgelegt würden, zum andern auch, weil beispielsweise mehr Geld für Bildung, OPNV, Krankenkassen-Leistungen uvm. zur Verfügung stände.
@VCDeV
@jakob_thoboell und was ist wenn man nicht auf individuelle Fortbewegung verzichten kann? Deine Betrachtung scheint mir einseitig idealisierend zu sein. @VCDeV
@exiltoaster
außerdem: der Median der PKW-Tagesstrecke beträgt 15 km, aufgeteilt auf 3 Fahrten. Willst du wirklich annehmen, für 25 mio Alltagsfahrer ist das Auto hierfür Alternativlos? (50 mio Autos, Median d. Strecke bei 15 km => 25 mio PkW mit Tagesstrecke <15 km).
@VCDeV