Ein Gedanke an dem ich schon länger überlege: Ich hab zwischen eher konservativen und eher progressiven Menschen das Gefühl ein unterschiedliches Gedankenmodell zu beobachten.

Konservative Menschen gehen eher davon aus, dass es einen Idealzustand in der Vergangenheit gab und der wiederhergestellt werden sollte. Sprich die Veränderung ist die Ursache des Problems. Kombiniert mit einer Annahme, das es, wenn es anderen besser geht, es gleichzeitig mir schlechter gehen muss.

Eher progressive Menschen gehen davon aus, das der Idealzustand etwas ist, das in der Zukunft liegt und erst geschaffen werden muss. Veränderung ist hier also der notwendige Weg zur Lösung eines Problems. Auch hier kombiniert mit einer Tendenz zu: "Wenn es allen besser geht, geht es auch mir besser."

Das grundlegende Modell passt auf erstaunlich viele Annahmen drauf.

Und ich wäre gespannt was passieren würde, würde man progressive Inhalte sprachlich mit dem
konservative Modell kommunizieren.

@leah Interessante (und mE korrekte) These.

Ergänzung aus der Transaktionsanalyse: Konservative hängen in einer Eltern-Ich > Kinder-Ich-Schlaufe fest. Sie sehen sich als überlegen, Wähler:in ist unfähiges Kind, das nichts kann, dominiert werden muss. Erwachsene sind älter = haben recht. Bei Progressiven erkenne ich eher eine Kommunikation auf Ebene Erwachsenen-Ich. Wähler:in ist mündig und gleichberechtigt. Gemeinsam einen Weg in die Zukunft finden