Ein Gedanke an dem ich schon länger überlege: Ich hab zwischen eher konservativen und eher progressiven Menschen das Gefühl ein unterschiedliches Gedankenmodell zu beobachten.

Konservative Menschen gehen eher davon aus, dass es einen Idealzustand in der Vergangenheit gab und der wiederhergestellt werden sollte. Sprich die Veränderung ist die Ursache des Problems. Kombiniert mit einer Annahme, das es, wenn es anderen besser geht, es gleichzeitig mir schlechter gehen muss.

Eher progressive Menschen gehen davon aus, das der Idealzustand etwas ist, das in der Zukunft liegt und erst geschaffen werden muss. Veränderung ist hier also der notwendige Weg zur Lösung eines Problems. Auch hier kombiniert mit einer Tendenz zu: "Wenn es allen besser geht, geht es auch mir besser."

Das grundlegende Modell passt auf erstaunlich viele Annahmen drauf.

Und ich wäre gespannt was passieren würde, würde man progressive Inhalte sprachlich mit dem
konservative Modell kommunizieren.

@leah das ist ein wirklich interessanter Gedankengang…
Ich tue mich gerade nur ein bisschen schwer, wie progressive Inhalte in das konservative Sprachmodell passen würden.
Vielleicht ein Beispiel (für mich) mehr im Kontext der USA: “Früher sind hier auch Menschen eingewandert, und die haben sich integriert und Dinge aufgebaut. Vielleicht ist das schwieriger geworden.”?
Ist das die Richtung, die du meinst?
@crypticcelery ne, tatsächlich wäre darauf die Formulierung eher: Wir brauchen Migration um unseren Wohlstand zu sichern.

@leah ah, also eher die Inhalte als Schutz vor der “bösen” Veränderung / zum Erhalt des “Guten” zu präsentieren. Verständlich und kurz rüber gebracht. Meine Formulierung zielt mehr darauf ab, von früher besser zu Ursachen zu kommen…

Ich weiß nicht ob dieses Beispiel so gut ist, zumindest würde ich vermuten, dass es bei aktuellen konservativen Inhalten erstmal zu kognitiver Dissonanz führen würde (gerade wenn es von sonst eher progressiv bekannten Menschen käme).
Aber die Idee ist ziemlich gut.

@crypticcelery @leah

Aber die konservative Perspektive funktioniert im Großen und Ganzen doch nichtmal da wo es offensichtlich ist.

"Die globale Erderwärmung ist ne katastrophale Veränderung. Wenn wir unsere Lebensweise bewahren wollen müssen wir sie bekämpfen. Damit unsere Enkelkinder sicher sind und so aufwachsen können wie wir."

#Konservatismus

@billiglarper @crypticcelery ne, das ist die progressive Perspektive mit einem Ziel in der Zukunft (Enkelkinder, Lebensweise bewahren).

Sprich für die konservative Perspektive müsste es so formuliert sein: "Um unserer Freiheiten zu schützen und möglichst geringe Einschränkungen zu erleben müssen wir XY tun."

@leah @crypticcelery

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass der #Konservatismus nur auf die eigene Lebensdauer zielt? Das tut er imho nicht.

Dann wäre jede Bäuer*In und oder Handwerker*In, die stolz ist die Tradition ihrer Vorfahren fortzuführen und hofft sie an ihre Kinder weiterzugeben, eine progressive Person.

Wie du im Anfangspost schreibst, der Unterschied liegt glaub darin, ob man die Zukunft als Chance oder Gefahr sieht. Ob der Schwerpunkt auf dem Bewahren oder Verbessern liegt.