Ein Gedanke an dem ich schon länger überlege: Ich hab zwischen eher konservativen und eher progressiven Menschen das Gefühl ein unterschiedliches Gedankenmodell zu beobachten.

Konservative Menschen gehen eher davon aus, dass es einen Idealzustand in der Vergangenheit gab und der wiederhergestellt werden sollte. Sprich die Veränderung ist die Ursache des Problems. Kombiniert mit einer Annahme, das es, wenn es anderen besser geht, es gleichzeitig mir schlechter gehen muss.

Eher progressive Menschen gehen davon aus, das der Idealzustand etwas ist, das in der Zukunft liegt und erst geschaffen werden muss. Veränderung ist hier also der notwendige Weg zur Lösung eines Problems. Auch hier kombiniert mit einer Tendenz zu: "Wenn es allen besser geht, geht es auch mir besser."

Das grundlegende Modell passt auf erstaunlich viele Annahmen drauf.

Und ich wäre gespannt was passieren würde, würde man progressive Inhalte sprachlich mit dem
konservative Modell kommunizieren.

@leah interessante These, und ich fände das genauso interessant!
Früher war die Rente noch sicher!

@daniel_bohrer Rente ist ein schönes Beispiel!

"Wir müssen die Rente für zukünftige Generationen sichern!" vs. "Wir müssen die Rente wieder sicher machen!"

Kleine Unterschied, vermutlich große Wirkung.

@leah @daniel_bohrer
Sehr komplexes Thema.
"Die Rente sichern" sagt nichts darüber aus, wer von dieser leben kann.
"Die Rente wieder sicherer machen" droht indirekt damit, alte Menschen von Staats wegen verhungern zu lassen, wenn nicht …
Unterm Strich drücken sich beide Aussagen davor, klar zu sagen, dass jede Sozialleistung nur dann Bestand hat, wenn alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen. Das will aktuell keine Mehrheit, egal was der derzeitige finanzielle Status ist.
Faszinierend.
@_RyekDarkener_ @daniel_bohrer es ist aber halt auch ne Vereinfachung. Ich kann kein Komplexes Thema hier in einen Toot quetschen. Dafür fehlen mir Zeit und Zeichen.