Hier tolles Interview mit Marieke Reimann (ehemals Chefredakteurin SWR/ARD) zu Journalismus und Osten.
https://www.journalist.de/meinung/meinungen-detail/der-osten-ist-kein-zoo/
„Der Osten ist kein Zoo und auch kein Kriegsgebiet.“
Ja!
„In den vergangenen 35 Jahren wurde viel zu oft über – statt mit – Menschen im Osten geredet. Das ist zu eindimensional.“
Das ist es, was ich zu vermitteln versuche. Jetzt mal von einer (ehemals) leitenden Journalistin.
„Die Frage nach Unterschieden zwischen Ost und West ist häufig die Frage danach: Wann ist der Osten endlich genauso wie der Westen? Dabei wird aus einer westzentrierten Sicht gefragt, die davon ausgeht, dass sie die Norm ist. Harte wirtschaftliche Fakten werden dabei oft total ausgeblendet. Das Vermögen westdeutscher Haushalte etwa ist 35 Jahre nach dem Mauerfall doppelt so hoch wie das ostdeutscher. Ostdeutsche verdienen im Schnitt 824 Euro brutto weniger als Westdeutsche. Nur zwei Prozent der gesamtdeutschen Erbschaftssteuer werden in Ostdeutschland – ohne Berlin – gezahlt. Das ist ein Problem, da wir in einem Land leben, in dem vor allem mit geerbtem Geld Vermögen aufgebaut wird.“
