Wie immer 😩😵💫
@chrisstoecker Gibt es eigentlich ernstzunehmende Studien, wie Großspeicher der Preis beeinflussen würden?
Ich habe gerade Verständnisprobleme, wie das gehen soll. Sie werden sicher den Unterschied zwischen Zeiten mit hohen und niedrigen Strompreisen reduzieren. Abends wird der Strom dann billiger, dafür mittags aber teuer. Aber was überwiegt hier?
Oder anders gesehen: Die Speicherbetreiber wollen ja dass sich die Speicher lohnen. Das Geld muss ja irgendwoher kommen.
Heuer werden global etwa 600 GW an Photovoltaik-Leistung installiert. 2027 sollen es jährlich rund 900 GW sein.
Gleichzeitig wird 2027 die jährlich installierte Batteriekapazität voraussichtlich bei 9.000 GWh liegen. Davon werden rund 70 Prozent in China hergestellt werden.
Das heißt, für jedes installierte kW Photovoltaik werden 10 Stunden Stromspeicherung zu Verfügung stehen.
https://ember-energy.org/latest-insights/solar-power-continues-to-surge-in-2024/
https://www.visualcapitalist.com/chinas-dominance-in-battery-manufacturing/
Soll heißen, wir können gar nicht so schnell Speicher bauen, wie die PV-Leistung steigt?
Die Strompreise bei Sonnenschein werden also nahe 0 bleiben aber die Preise in den Abend- und Morgenstunden werden sinken?
Spannender finde ich Betrachtungen für den Winter und für Windenergie.
In Österreich ist 2024 der Anteil der erneuerbaren Energien an keinem Tag unter 45% gefallen. Allerdings bei einem hohen Anteil an Wasserkraft. In Kombination mit den Pumpspeicherkraftwerken und dem Netzverbund sind 10 Stunden Stromspeicher schon ziemlich gut.
Ein niedriger Preis zu MIttag wird bleiben. Der Preis am Abend, wenn die Speicher alle voll sind, wird sicher sinken.
Da fällt bei manchen Leuten schon wieder ein "ja, aber"-Grund weg. "Aber die Überkapazitäten", "aber die WKAs stehen ja bei viel Wind alle still".
Nach Rotmilan und Dunkelflaute.
Lesen wir da gerade, dass der Netzentwicklungsplan Strom der Bundesregierung Makulatur ist?
Da der Plan die Grundlage für weitreichende Entscheidungen und weitere Pläne ist, dürfte es schwerwiegende Folgen haben, wenn er stark neben der Realität liegen würde.
M.E. setzten z.B. die ambitionierten Fernwärme-Pläne auf eine große Flotte von Gaskraftwerken, die nicht nur bei Dunkelflaute laufen können, wenn sie im Winter Wärme liefern sollen.
Wenn Großspeicher die Differenzen der Börsenstrompreise dämpfen, dürfte das die Attraktivität von Kleinspeichern reduzieren.
Wer keine eigene EE hat, braucht vermutlich auch keinen Kleinspeicher mehr einzuplanen und bidirektionales Laden von Autos wird keine große Rolle spielen.
Der Großspeicher am Hochspannungsnetz dürfte vergleichbar zum Pumpspeicherkraftwerk gebührentechnisch besser dastehen als der Kleinspeicher im Niederspannungsnetz.