@kuketzblog mir fällt Hannah Arendt dazu ein.
Der Gedanke, der das auflöst und ins Konstruktive zurückbringen kann, kommt von Johannes Menath: "[...] wer Propaganda durchschaut, kann sich ihrer Wirkmacht entziehen." Das Buch "Moderne Propaganda" kann ich nur empfehlen: https://zeitgeist-online.de/moderne-propaganda
Propaganda, also der Versuch der gezielten Beeinflussung unseres Denkens, Fühlens und Handelns, ist heute allgegenwärtig: in der Werbung offenkundig, raffinierter dagegen in der Politik und in den Medien. Das Repertoire an Methoden ist enorm, die Meinungslenkung als solche bei vielen Formen aber nur schwer zu entlarven. Doch nur wer Propaganda durchschaut, kann sich ihrer Wirkmacht entziehen. Das vorliegende Werk ist wohl die derzeit vollständigste Sammlung an relevanten Methoden und Werkzeugen. Erhellend für Neulinge, profundes Nachschlagewerk für Kenner. Denn oft sind gerade diejenigen am gefährdetsten, die meinen alle Tricks zu kennen. Im Buch werden die verschiedenen Instrumente logisch aufeinander aufbauend vorgestellt. Neben bekannteren wie etwa der Zensur, der Scheindebatte, dem Framing und psychologischen Kniffen wie der kognitiven Dissonanz oder der Kontaktschuld sind im Buch auch Techniken enthalten, die bis dato nicht einmal einen Namen trugen. Aufgrund seines kompakten Formats auch für unterwegs geeignet.
Wenn Mediensysteme so designt werden, dass die Seriosität von Quellen keine Bedeutung mehr hat, dann können Menschen immer weniger zwischen wahr und falsch unterscheiden.
@kuketzblog ich möchte hier Mal als Wissenschaftler reingrätschen: Studie und seriöse Quelle sind nicht unbedingt immer dasselbe. Es gibt viele Studien, die in hochdotierten Formaten auftauchen, aber grundlegend wertlos oder schlecht gemacht sind. Es ist auch mein Job als Wissenschaftler, andere wissenschaftliche Arbeiten zu begutachten. Viel davon fällt dabei raus, wegen Qualitätsmängeln. Leider geht auch viel mit Qualitätsmängeln durch wenn ich zwei andere Gutachter habe, die wenig bis keine Ahnung vom Thema haben und nur oberflächlich lesen. Ich sage das mal ganz bewusst sehr extrem: eine Studie für bare Münze zu nehmen ist gefährlich. Sie ist ein Hinweis auf die Sachlage (wenn gut gemacht), aber kann nie ein Phänomen ganz beleuchten. Und "seriöse quelle" an sich ist immer relativ. Wir haben der US Regierung auch Mal geglaubt, dass im Irak Atomwaffen sind, weil die als seriös galten. Nuja.
Leute, die Wissenschaft kritisieren als Irre darzustellen ist schlichtweg falsch und ebenfalls gefährlich. Wissenschaft macht Fehler und keine Studie ist das, als was die Autoren sie verkaufen. Wichtiger ist, dass wir daraus lernen. Jemand mit Sachverstand (!) kann durchaus auch als nicht-studierte Person ein wissenschaftliches Werk beurteilen. Und viele Mängel werden gerade bei Studien um menschliche Phänomene auch Laien bewusst, wenn sie sie lesen.
Fin.
@odr_k4tana @kuketzblog Die Publikationen haben auch schon Probleme mit LLM-generiertem Inhalt jetzt, das macht es nicht leichter.
Also Otto Normalverbraucher versteht man ja meistens die Studien schon eh nicht, da tun sich auch schon fachfremde Wissenschaftler schwer.
Guten WIssenschaftsjournalismus braucht man hier.
Das Wissenschaft sagt, ist auch nicht in Stein gemeißelt, man lernt ja immer dazu.
😱 Puh – was für ein Schock am Morgen, wie viele Schwurbler auch im Fediverse schon unterwegs sind.
Der rationale Teil der Bevölkerung sollte sich schleunigst überlegen, wie sich diese Trolle aus den Diskussionen entfernen lassen. Da besteht allerdings erst mal Diskussionsbedarf. sie einfach nur zu blockieren, scheint zu aufwändig, da es viele sind und sich jeder geblockte Account sofort einen neuen anlegen kann.
Examines the science and arguments of global warming skepticism. Common objections like 'global warming is caused by the sun', 'temperature has changed naturally in the past' or 'other planets are warming too' are examined to see what the science really says.
@kuketzblog Problem ist, dass ich aus "seriösen Quellen" selbst schon öfter Darstellungen gelesen habe, die nicht unbedingt frei erfunden, aber nachweislich so stark verzerrt waren, dass ich sie unter "Fehlinformationen" einstufen würde.
Selbst große wissenschaftliche Studien sind in letzter Zeit - in dem Maß, in dem die zugrundeliegenden Daten häufiger angefragt und geprüft werden - mehrfach wegen bewusster Manipulation aufgeflogen und wurden (teils nach Jahrzehnten) zurückgezogen.
(...)
@kuketzblog (...)
Von daher denke ich, es ist durchaus legitim, gegenüber absolut jeder Quelle skeptisch zu sein, denn leider gibt es nirgendwo Verlass, dass definitiv alles der Wahrheit entspricht.
Entscheidend ist nur, dass alle Zweifel dann ganz konkret begründet und belegt werden müssen. Und die Begründung sollte nach denselben Maßstäben bewertet werden wie die ursprüngliche Quelle. Einfach zu sagen: "Nö, ich glaub das nicht" kann natürlich nie Teil einer sinnvollen Diskussion sein.