1/ Tja, #SinnUndBedeutung ist dieses Jahr in Sizilien. Jemand hat einen Dienstreiseantrag mit #Flugreise gestellt. Ich habe ihn nicht genehmigt. Ich genehmige seit 2022 keine Flugreisen mehr, weil ich keine Verantwortung für die entstehenden Schäden (Menschenleben und Sachwerte) übernehmen möchte.

https://hot-climate-topics.net/2022/10/06/fluege-co2-verantwortung-und-mitschuld/

#FliegenTötet #amBodenBleiben

Flüge, CO2, Verantwortung und Mitschuld – Hot climate topics

Zur Zeit bin ich stellvertretender Institutsleiter. Bisher war die Arbeitsverteilung so, dass ich Dienstreiseanträge, die die Institutsleiterin oder ihre Arbeitsgruppe stellt, unterschrieben habe. Vor Kurzem hat mich die Institutsleiterin gebeten, alle Dienstreiseanträge zu unterschreiben, weil sie mit der Leitung genug … Weiterlesen →

Hot climate topics
@stefanmuelller Aber im Nachgang sind mir auch Einwände eingefallen. Z.B. ist das eventuell nicht familien- bzw. frauenfreundlich - weil gerade Wessi-Frauen oft noch traditionell die Kinderarbeit machen (müssen). Da kann es schon schwierig werden, die Omas für zwei Tage mehr zu organisieren. Ich würde immer nachfragen, sonst versaut der Chef denen die Karriere, weil sie die Schere im Kopf haben und die Reise gar nicht erst beantragen.
@PetraSteiner Ich verbiete keine Reisen. Ich genehmige sie nur nicht. Im konkreten Fall hat der Dekan die Reise genehmigt.
@stefanmuelller darum geht es nicht, sondern um die Benachteiligung von Alleinerziehenden z.B. Ich tippe mal: Ihre Frau hat sich um die Kinder gekümmert, während Sie durch Deutschland getuckert sind. So lässt es sich leicht sagen, man solle ÖPNV nehmen.

@PetraSteiner Na, aber so was von falsch getippt. Meine Frau ist Professorin und eine berühmte Designerin. Die ist mehr unterwegs als ich. Wir fliegen beide nicht und sie ist dauernd in Schweden und Norwegen unterwegs und auch in UK. Alles mit dem Zug. Geht alles. Und mit den Student*innen auch.

In unserer tollsten Zeit hat einer in Kahla und einer in Bremen gearbeitet. Lebensmittelpunkt in Berlin. Kind im Kindergarten. Der eine Mi früh abgefahren, der andere Mi Abend angekommen. Das Risko war, dass die Verbindung nach Berlin nicht klappt. Ist aber alles gut gegangen.

Und nochmal: Die Reisen finden statt. Ich verbiete als Institutsleiter nichts. Ich genehmige nur nichts. Das müssen dann andere machen. Wenn es niemand machen würde, wäre das Problem auch gelöst, denn dann würde niemand mehr fliegen. Prima. Das muss letztendlich auch das Ziel sein, denn klimaneutrales Fliegen wird auf lange, lange Zeit nicht möglich sein. Die Flugindustrie selbst spricht von 2050.

@stefanmuelller Gut gemacht. Geht so nur im "Osten". Doch nicht alle sind so gut aufgestellt.
Reisen: Die Unterlassung des Sprechaktes Verbieten ändert die Situation nicht. Wenn man eine Einladung hat, aber einfach kein Visum bekommt, dann gehts eben nicht oder nur getrickst. Jedenfalls ist mir das alles zu schwarzweiß gedacht. Es macht sicherlich wenig Spaß, sich beim Institutsleiter unbeliebt zu machen. Ich als alleinerziehende Wissenschaftlerin würde das sehr bedenken. Angstbesetzt.
@PetraSteiner @stefanmuelller Ja und in seiner prägenden Zeit war Stefan auch viel in Stanford und Japan, aber nicht mit dem Zug. Muss man auch sagen, mMn
@tschfflr @stefanmuelller
Jeder kann sich ändern. Doch die eigene Vergangenheit sollte bescheiden und emphatisch machen, gerade wenn man(n) sich in einer Machtposition befindet.

@PetraSteiner @tschfflr

Ja, 45 Tonnen CO2:

https://hot-climate-topics.net/2019/08/15/flugkompensation/

Inzwischen haben wir aber Fridays for Future, das Bewusstsein für die Krise sollte geschärft sein. Ich weiß auch selbst viel mehr. Die Katastrophe trifft uns jeden Tag. Heute Kalifornien und Vietnam in der Tagesschau. Starkregen für das Erzgebirge steht an. Dann Flut an der Elbe.

Wir hatten das Ahrtal. Wir hatten ein überschwemmtes Pakistan. Die Rauchschwaden aus Kanada kamen bis New York. Es war orange. Kann man da nicht davon ausgehen, dass sich Dinge geändert haben?

Inzwischen hatten wir Corona, so dass Menschen mit Online-Konferenzen vertraut sind. Was haben wir vorher geredet. Das geht jetzt alles.

„Es macht sicherlich wenig Spaß, sich beim Institutsleiter unbeliebt zu machen.“

Es macht sich ja keiner bei mir unbeliebt. Normalerweise sehe ich die Reiseanträge gar nicht, weil ich die eben nicht unterschreibe. Nur in diesem Fall wussten es die betreffenden Personen nicht.

Und wieso geht Gleichberechtigung nur im Osten? Weil es nur da Kindergärten gibt? Es gibt doch inzwischen sogar einen Rechtsanspruch. (Ja, ja, ich weiß …)

CO2-Kompensation für Flüge – Hot climate topics

Als eine Art Selbstbestrafung [=;-)] habe ich auf myflightradar24.com eine Liste all meiner Flüge zusammengestellt und so den CO2-Ausstoß herausgefunden, den diese Flüge verursacht haben. Der so ermittelte CO2-Ausstoß muss mit einem bestimmten Faktor (dem Radiative Forcing Index) multipliziert werden, … Weiterlesen →

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@stefanmuelller @tschfflr Ich bin inhaltl. d'accord, und zu Ost-West: Ich beobachte Riesenunterschiede, was Gleichberechtigung u Kinderbetreuung angeht.
Zurück zum Thema: "Normalerweise sehe ich die Reiseanträge gar nicht, weil ich die eben nicht unterschreibe." Nur Anträge mit Flügen nicht? Die Sekretärin sortiert aus? Oder gehen diese direkt an die nächste Instanz? Aber Sie bekommen schon mit, wer auf welche Konf reist? Außerdem befreit andere unterschreiben lassen nicht v d Verantwortung.
@stefanmuelller @tschfflr Ich hatte noch mehr Nachgedanken: wie wäre das wohl für meine Kollegin im Rollstuhl, mit Kind und Mann? Gerade Benachteiligte sind bei solchen Vorgaben nochmal extra benachteiligt. Bei gesunden Singles oder Menschen mit Sozialsupport kann man allerdings Zug- und Busreisen durchaus erwarten. Man kann das ja versüßen durch einen schönen Zwischenstop auf dem Rückweg oder ein gutes Schlafwagenabteil auf der Hinreise, um fit anzukommen.

@PetraSteiner @tschfflr Hör bitte auf damit. Das ist die ungedämmte pendelnde Krankenschwester.

Und noch mal: Die Antragsteller*innen haben ihre Reise genehmigt bekommen. Nur nicht von mir.

@stefanmuelller @tschfflr "Hör bitte auf damit. Das ist die ungedämmte pendelnde Krankenschwester." Wer? Ich? Ziemlich pejorativ und diskreditierend, oder? Und aufhören, womit jetzt genau? Was stört dich und warum stört es dich? Dass ich dir nicht 100% zustimme u die Dinge differenziert sehe? (bitte denke für dich selbst nach, musst nicht antworten). Schönes Wochenende!

@PetraSteiner @tschfflr

In der Diskussion um Klimafragen wird immer die ungedämmte pendelnde Krankenschwester aus der Tasche gezogen und zwar meist von Menschen, denen die Situation der ungedämmten pendelnden Krankenschwester normalerweise sehr egal ist. CDUler zum Beispiel. #Mindestlohn #Pflege

Mit Verweis auf Einzelfälle, die anders geregelt werden könnten, werden Maßnahmepakete abgelehnt.

Ein anderes Standard-Argument ist zum Beispiel die zu transportierende Waschmaschine. Dafür braucht man unbedingt ein Auto in Privatbesitz.

Ich verhindere keine Reisen, ich mache mich nur nicht mitschuldig. Dabei ist es egal, wer fliegen will. Prof, Wimi, SHK. Ich genehmige das nicht. Sollte jetzt klar sein.

@stefanmuelller @tschfflr ich bin nicht so ein Mensch, und meine Mutter, die Krankenschwester, auch nicht. Wobei ich das mit dem ungedämmt nicht verstehe. Was soll das beim Zugfahren? Ich finde es sehr schade, dass meine Gedanken abgetan werden. Jemanden anderen " die Verantwortung" zu übertragen, heißt, die Hände in Unschuld zu waschen. Auf Schwäbisch " des het a Gschmäckle". Auch hier ist nichts einfach und schwarzweiß. Ich versuchte stets, meine Kolleg:innen anders zu überzeugen.
@stefanmuelller @tschfflr P.S. Ich bin mal weitgehend mit Fahrradanhänger und Sackkarre (für die Waschmaschine) eine Querstraße weiter umgezogen, würde das aber von anderen nicht erwarten. Vieles ist möglich, alles aber nicht.
@PetraSteiner Es gibt Mietwagen. In der Stadt braucht niemand ein Auto.

@PetraSteiner

@PetraSteiner

Genau. Ich wasche meine Hände in Unschuld. So wie ich als Pazifist niemanden erschieße. Andere können für ihr Vaterland töten und sterben. Wenn sie das wollen. Ich nicht. Ich genehmige niemandem das Töten, ich rufe niemanden dazu auf.

Bei der Argumentation geht es nicht um Sie oder irgendeine reale Krankenschwester. Es geht um vorgeschobene Einzelfälle.

Zumal letztendlich niemand betroffen ist, außer dem Stellvertreter*in, der mehr Arbeit hat. Eine Unterschrift.