Das ein SPD Bundeskanzler vor den Rechtsextremen einknickt und eine der wichtigsten Errungenschaften der Europäischen Union, Schengen, abschafft, trift mich als EU-Bürger (offizieller Status ist leider immer noch "EU-Ausländer" in der Amtssprache) in Deutschland sehr, sehr hart. Seit 42 Jahren lebe, liebe und arbeite ich in Deutschland. Jetzt muss ich wieder mit Grenzkontrollen leben und mich rechtfertigen was ich denn als nicht-Deutscher hier will.
@Jan Wildeboer 😷:krulorange: ich halte es ebenso wie @Dadmin . Wenn Dir an der politischen Mitgestaltung in Deutschland gelegen ist, kannst Du jederzeit einen Einbürgerungsantrag stellen. Der Gesetzgeber hat sich nicht ganz ohne Grund dazu entschlossen, eine doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen.
Dass es da diese Trennung für EU-Ausländer gibt, die lediglich zur Teilnahme am EU-Parlament und den Kommunalwahlen berechtigt, hat sicher auch den Hintergrund, zu verhindern, dass politische Mehrheiten durch Zuzüge aus dem EU-Raum zustande kommen. Stichwort Wahltourismus.
Meiner Meinung nach ändert sich auch nichts für den Schengenraum. Als Unionsbürger kann ich immer noch ohne Visum in jedes andere EU-Land einreisen. Gut, vielleicht muss ich nun einen gültigen Ausweis vorzeigen, aber in Deutschland ist gibt es eh eine Ausweispflicht.
Ob die Entscheidungen über bzw. zu Grenzkontrollen die regierenden Parteien nun nach Rechtsaußen stellt. Da bin ich mir in der heutigen Lage und den hochkochenden Emotionen, mit einer Partei wie der AfD im Nacken nicht so sicher.
Wenn ich mir ein einfaches Szenario vorstelle, in dem ein Mensch, dessen Asylantrag abgelehnt wurde, der abgeschoben wurde und wieder einreist - einen Mord, vergewaltigt, oder einen Anschlag verübt. Dann wissen wir alle, wer politisch davon am ehesten profitiert.
Wenn Grenzkontrollen dieses Risiko eines solchen oder ähnlichen Szenarios im Moment verringern kann, dann sehe ich das persönlich im Moment als das geringere Übel. Es ist leider der über Jahre gewachsenen politischen Situation geschuldet.
Aber wie heißt es: Wer aufräumt, muss hin und wieder Schränke verrücken.
