Erste Vorstellung: Initiative Fanny‘s and Fanya‘s für ein anarchistische Zentrum in Bochum.

English Version here: https://fannysandfanyas.noblogs.org/post/2024/07/31/erste-vorstellung-first-information/

Wir sind eine Initiative, die innerhalb eines Jahres in Bochum ein anarchistisches Zentrum gründen möchte. Das Zentrum soll in der Innenstadt sein, weil wir in die Gesamtgesellschaft wirken wollen. Das heißt wir suchen ausdrücklich einen Ort mit schönen, großen Schaufenster, an denen die Menschen vorbeilaufen.

Gleichzeitig wollen wir möglichst viel Distanz zur linken Szene, insbesondere autoritär-marxistischen und linksliberalen Gruppen aufbauen. In Zeiten zunehmender, gesellschaftlicher autoritären Tendenzen von rechts und links(!), wollen wir diesen klar die Perspektive einer herrschaftsfreien Gesellschaft oder Gesellschaften dagegenhalten.

Was soll bei uns anders sein als in der linken Szene?

Wir haben einen klaren anarchistischen Grundkonsens, dass heißt wir stellen uns klar gegen Staat, Kapitalismus und staatliche Politik. Dies beinhaltet auch Nationalismus. Wir positionieren uns gegen Antisemitismus, Rassismus und Feindlichkeit gegen Muslime, genauso wie die Erzählung mensch müsse sich für das Eine oder Andere entscheiden. Wir lehnen alle nationalen Grenzen innerhalb der Festung Europa und außerhalb ab, all kolonialen Besetzungen, alle Formen von Imperialismus, alle Formen von religiöser und ethnischer Unterdrückung, alle Staaten und jede Polizei, ohne Ausnahme.

Teil davon ist ausdrücklich anzuerkennen, dass die Grundlage unsere Gesellschaft das globale Kolonialsystem ist. Verbunden damit streben wir eine post-zivilisatorischen Gesellschaft an, die in allen sinnvollen Bereich deindustrialisiert (z.B. Landwirtschaft) und gleichzeitig reflektiert bestimmte Technologien weiternutzt (wie Teile der modernen Medizin).

Wir verstehen uns als anti-patriarchal und queer, stellen uns gegen Sexarbeiter*innen- und Transfeindlichkeit – wollen Ort sein um Aktionen gegen transfeindliche und sexarbeiter*innenfeindliche Feminst*innen zu planen.

Ein wichtiges Thema ist für uns auch Ableismus u.a. gibt es bisher in Bochum fast keinen selbstorganisierten Räume die rollstuhlzugänglich sind. Wichtig ist für uns das in unserem Zentrum zumindest ein Stockwerk und Toilette barrierearm ist.

Kein Bock haben wir auch darauf unsere Radikalität zu verstecken:

Das heißt wir wollen klar uns Ziel Sozialrevolution, inklusive Beseitigung des Staates nach außen kommunizieren, statt uns aus falscher Scham und Angst vor Repression mit unseren Inhalten zu zurückzuhalten. Wir denken anarchistischen Theorie&Praxis sind unsere Stärke.

Zentraler Teil des Projektes sollen inhaltliche anarchistische Veranstaltungen sein, die es bisher in Bochum fast gar nicht gibt. Jede Woche sollen Vorträge, Workshops oder Filmvorführungen stattfinden. Regelmäßig auch auf Englisch. Weiterer inhaltlicher Bestandteil sind eine Bibliothek und spenden-finanzierte Buchverbreitung.

Aber da wollen wir nicht aufhören: Mindestens einmal die Woche soll es frisches veganes Essen geben, das soll sich insbesondere an Obdachlose und Verkäufer*innen der Geschäfte der Innenstadt richten.

Wenn möglich soll unser Zentrum zwei Stockwerke oder mehrere große Räume haben und so die Möglichkeit eines eigenen ruhigen Rückzugbereiches zum leisen Reden, Bücher lesen, Hörbuch-Hören und einfach entspannen, bieten.

Darüber hinaus haben noch weitere Ideen wie eine Brettspiel- und Rollenspielbibliothek, eine Ecke mit Süßigkeiten, Fertigerrichten und Mikrowelle. Außerdem soll es auch Foodsharing und Getränke geben, aber keinen Alkohol, Drogenkonsum nur vor dem Laden. Alles einkaufte selbstverständlich nur vegan. Darüber hinaus eine Ausstellung zu anarchistische Geschichte in Bochum und Ruhrgebiet, und vielleicht wechselnde Ausstellung zu aktuellen Kämpfen und Geschichte an allen möglichen Orte.

Dabei wollen wir ins unserem Zentrum keine Tausch- und Dienstleistungslogik, dass heißt es soll weder Verkauf noch direkt Spende geben: Wer Geld hat soll es geben, ohne was dafür zu bekommen und wer was braucht muss dafür nicht geben, stattdessen kann für verschiedene Töpfe zum Beispiele neuer Bücher oder Miete gespendet werden.

Du findest unsere Idee toll? Du bist Anarchist*in oder sympathisiert mit Anarchismus? Bist enttäuscht oder abgeschreckt von linken Szene?

Dann werde Teil der Initiative oder Unterstütze uns.
Auf Signal gibt es eine Initiativen Gruppe und eine Newsgruppe (für Unterstützer:innen). Alternativ kannst du uns auch eine Mail an: schreiben. Unseren PGP-Key schicken wir auf Anfrage: [email protected] .

Wir empfehlen den Weg über Signal, weil dieser ohne anyome Mailadresse und Tor/VPN-Nutzung der sicherer Weg ist.

Du kannst uns auch unterstützen indem du diesen Text verbreitet!

#Anarchismus #Bochum #Ruhrgebiet #Anarchie

Erste Vorstellung/First Information | Fanny's and Fanya's – Initative für ein anarchistisches Zentrum in Bochum