Habe mir vom Referat über Nassehis Buch "Unbehagen: Theorie der überforderten Gesellschaft" nur gemerkt, dass er gut fragt, warum wir denn so viel über Klimawandel und wie man mit ihm umgehen kann wissen, aber es nicht umsetzen, etwas zu tun.

Da er Soziologe Luhmannscher Ausprägung ist, sagt er halt, dass das es keine übergeordneten Narrative mehr gibt, sondern Gesellschaft aus vielen einzelnen, voneinander getrennten funktionalen Systemen bestehen.

Auch die Politik ist eines unter diesen fragmentierten funktionalen Systemen. Und daher sei es nicht möglich, von ihr zu fordern, "das Steuer" in die Hand zu nehmen.

Überhaupt sei Autonomie und Handlungsfähigkeit nur eine Illusion, die verdecken soll, dass die "überforderte Gesellschaft" eben nichts verändern kann.

Krise ist nicht ein vorübergehender Zustand, sondern Dauerzustand der überforderten Gesellschaft. Dieses Gefühl der Krise ist für ihn allerdings sowieso nicht etwas, was behoben werden sollte, denn Krise ist einfach nur ein Ausdruck dafür, dass die einzelnen funktionalen Systeme, und die Art und Weise wie wir nach der Moderne unsere Gesellschaft organisiert haben, tatsächlich "funktionieren".
Man könnte evtl mit Nassehi sagen, das Symptom der überforderten Gesellschaft ist ein Indiz dafür, dass vormals marginalisierte Menschen sich organisieren und sich selbst eine Stimme geben. Und "ständig" ändert sich ja auch was etc. Und das ist alles "nur" Ausdruck der pluralen Gesellschaft, also eigentlich etwas, was "wir" uns gewünscht haben.