Süleyman Taşköprü wurde 1970 in Istanbul geboren. Mit elf Jahren kam er nach Deutschland. Sein Vater war bereits seit 1972 in Deutschland – er gehörte zur ersten Generation der sogenannten „Gastarbeiter*innen“. In Hamburg-Altona machte Süleyman Taşköprü seinen Realschulabschluss. Nach der Schule arbeitete er im Laden seines Vaters. Im Alter von 28 Jahren bekam er eine Tochter. [1/5]
Am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Taşköprü vom sogenannten #NSU ermordet. Er arbeitete an diesem Tag im Gemüseladen seines Vaters in Hamburg-Bahrenfeld. Die Angreifer betraten gegen 11 Uhr den Laden, feuerten Schüsse ab und flohen. Sein Vater hatte Süleyman Taşköprü kurz alleine im Laden gelassen, um Oliven zu besorgen. Er fand ihn kurz nach der Tat und alarmierte den Notarzt, der jedoch nichts mehr tun konnte, um sein Leben zu retten. [2/5]
Nach dem Mord erklärte Süleyman Taşköprüs Vater der Polizei, dass er zwei deutsche Männer aus dem Gemüseladen habe gehen sehen. Auf diese Hinweise gingen die Polizeibeamt*innen jedoch nicht ein und ermittelten stattdessen im Rotlicht- und Drogenmilieu. Wie auch bei den anderen Morden des NSU an Menschen mit einer Migrationsgeschichte stigmatisierten die Ermittlungsbehörden damit die Betroffenen. [3/5]
Im Jahr 2011 kam es zur Selbstenttarnung des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Videos wurden veröffentlicht, in denen sich der NSU zu den Morden an insgesamt 10 Menschen bekannte. Dieses Ereignis offenbarte das jahrelange Versagen der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden, die die Angehörigen schikanierten, statt in Richtung rechtsextremer Tatmotive zu ermitteln, und die etliche Hinweise auf die Terrorzelle missachtet hatten. So auch im Fall von Süleyman Taşköprü. [4/5]

Am Tatort erinnert heute ein Gedenkstein an ihn. Ein Teilstück der Bahrenfelder Kohlentwiete in #Hamburg wurde inzwischen in „Tasköprüstraße“ umbenannt.

Bis heute ist Hamburg das einzige Bundesland, in dem ein NSU-Mord stattgefunden hat, ohne dass dazu ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingerichtet wurde.

#NsuDoku #RechteGewalt #KeinVergessen [5/5]