Ist vielleicht alles gar nicht so schrecklich? In Perspektiv-Therapie 1 werfe ich eine radikal optimistische These zu Filterblasen in den Raum.
https://youtu.be/HO2xBS3IZ-w
Perspektiv-Therapie 01: Platzen die Filterblasen?

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@afelia Die Theorie, dass Filterblasen nicht schlimmer, sondern nur sichtbarer geworden sind, habe ich schon lange. Die Idee, dass deren Sichtbarkeit Teil unserer Selbstreflexion als Gesellschaft sei und wir gerade so eine Art Katharsis erleben, stimmt hoffnungsvoll und ist als zivilisatorischer Prozess plausibel. Das Problem sind die vielen Leute, die im Verlaufe dieser "Introspektion" unter die Räder kommen. D.h. selbst wenn es irgendwann wieder besser wird, werden wir es erleben? 1/
@afelia Wieviel Leid werden wir auf dem Weg in die besseren Zeiten erfahren und ertragen müssen? Die Geschichte zeigt zwar, dass es kontinuierlich voran geht mit unseren zivilisatorischen Prozessen, dass wir uns als Gesellschaft fortentwickeln. Aber sie zeigt auch, dass wir unterwegs Hexen verbrennen, Sklaven halten, Juden vergasen, Behinderte vergiften, Homosexuelle elektroschocktherapieren, etc. pp. Also, ja, wir brauchen die Lichter der Hoffnung. Aber Angst hab ich trotzdem. 2/
@afelia Zumal wir halt diesmal auch vor einem geschichtlich nie dagewesenen point of no return stehen. Ja, um 1000 haben die Leute auch geglaubt, die Apokalypse stünde bevor. Aber heute haben wir die Forschungsdaten, die sie belegen. Sollten wir den Selbstfindungsprozess beschleunigen? Jetzt schnell 4 Jahre Faschismus hinnehmen, damit wir möglichst schnell und bald unseren Fehler erkennen und ausbessern, um uns dann wieder den richtigen und wichtigen Dingen widmen zu können? Ich weiß nicht… 3/
@afelia Ich danke dir trotzdem sehr für den Hoffnungsschimmer. Ich bewundere deine Fähigkeit, immer wieder mit radikalem Positivismus aufwarten zu können und bin dankbar, dass du deine Gedanken mit uns teilst. Ich merke, wie gut es mir immer wieder tut, dir zuzuhören. 😘 4/4

@levampyre @afelia

Der Punkt, wo ich einhake, ist "4 jahre faschismus" [und dann wird es besser, weil viele das als fehler erkennen und was anderes wählen]. Ja bislang war es möglich, entweder etwas anderes zu wählen oder einen umsturz zu bewirken, wenn die autoritäre macht wahlen abgeschafft hatte (derzeit faschistisches regime am wahrscheinlichsten. aber völlig egal, ob theokratie, libertär, stalinistisch, trotzkistisch, hyperkapitalistisch, anarchistisch, fliegendesspaghettimonszerisch, was auch immer). Künftig jedoch ist es egal ob das autoritäre regime wahlen abschafft. Die möglichkeiten der digitalen überwachung sind so weitgehend, dass das autoritäre regime so viele menschen von realistischen informationen abschneiden kann, dass es weder wahlen noch umsturz fürchten muss. Es wird weiterbestehen bis es unter der last der eigenen widersprüche kollabiert - aber das wird solange dauern, dass vorher alles erdenleben den hitzetod gestorben ist.

Morgen ist ein wichtiger tag: die EU wird die #Chatkontrolle beschließen und damit threema und signal verbieten, die demokratie beenden und die wissenssammlung wikipedia. - oder das wird verhindert (zumindest aufgeschoben). Dienste wie threema stellen sicher, dass das was A an B sendet unverfälscht B erreicht. Für sich genommen ist das zuwenig. Aber ohne dieses Fundament ist alles nichts. Wenn wirklich ein autoritäres regime 4 jahre an die macht kommt, dann bleibt es dabei: weil dieses regime manipuliert, was von der realität wir sehen können. Mit der Chatkontrolle wird einem künftigen autoritären regime eine sehr mächtige waffe geschenkt.

@Life_is Ja, wobei ich glaube, dass wir einen digitalen Überwachungsstaat schon allein wegen der enormen Ressourcen (Rechenleistung, Energie), die er benötigt, nicht erwig werden aufrecht erhalten können. Möglicherweise wird dann auch der face-to-face Austausch abseits von digitalen Geräten wieder an Wert gewinnen. @afelia

@levampyre @afelia

Hmm, nicht notwendigerweise. Bei konsequenter nutzung von Solarenergie steht Elektrizität zwar nicht in unendlicher menge zur verfügung, aber doch in einer menge, die 1000, 10000 oder 100000 mal höher ist als die derzeitige nutzung von allen energiearten zusammengenommen. Die Rechenleistung wird nicht notwendigerweise immer weiter ansteigen. Ein begrenzender Faktor könnte sein, dass computer alles berechnen können, was berechenbar ist (Turing-Maschine, NP-Vollständigkeit). An dem Punkt, wo Computer so rechenstark sind, dass sie nicht nur in der Theorie alles berechnen können, was berechenbar ist, sondern dies auch tatsächlich tun, ist eine harte grenze erreicht: es ist dann nicht mehr möglich, die rechenleistung zu erhöhen, weil es nichts mehr gibt, was berechenbar wäre, aber noch nicht berechnet wird. Zum anderen hat es immer wieder technische durchbrüche gegeben, die eine höhere rechenleistung bei geringerem energieverbrauch bewirken (was aber nicht zu geringerem energieverbrauch führte, weil dann immer einfach mehr berechnet wurde). Derzeit wird viel hoffnung in das sogenannte quantencomputing gesetzt. Es wird immer wieder neue ansätze geben.