Das „#maischberger #Wagenknecht Paradoxon“:
Kommerzielle PolitTalks werden von #DasErste & #ZDF v.a. nach Quoten (linear+digital) beurteilt, die sie potenziell nach den Erkenntnissen der Aufmerksamkeitsökonomie mit einer polarisierenden Gästeauswahl am leichtesten erreichen. Diese Fehlanreize führen bei Auftragsproduktionen zu kommerziellen Interessenkonflikten im Zentrum der politischen Meinungsbildung unseres ÖRR, der eigentlich - da beitragsfinanziert - frei davon sein sollte. (1/2)
Durch diese konzeptionelle Fehlkonstruktion kommt es nun zu folgendem Paradoxon: Wir zahlen unseren Rundfunkbeitrag, weil uns ein ÖRR frei von kommerziellen Interessen wichtig ist. Was wir jedoch de facto tun: Wir finanzieren mit dem Rundfunkbeitrag unsere eigene Polarisierung, wenn wir Formate gucken, die von Firmen produziert werden, die davon ökonomisch profitieren.😖(2/2)
https://thomaswuest-blog.de/das-oekonomische-prinzip-von-polit-talks/
Das ökonomische Prinzip von Polit-Talks

Das ökonomische Prinzip ist ein Grundsatz der Wirtschaftstheorie wie mit knappen Ressourcen möglichst rational umgegangen werden sollte, um den Nutzen daraus zu maximieren. Unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk wurde ursprünglich aus guten Gründen so konzipiert, dass für ihn dieses ökonomische Prinzip in seiner puristischen Ausprägungnicht nicht gilt. Denn er hat die Aufgabe, für eine mediale Grundversorgung

Thomas Wüst

@Thomas_Wuest
Verstehe ich richtig, dass du denkst, dass die Quote ermittelt wird durch "ich mache mal mein TV an. Und die öffentlich-rechtlichen sehen dann was ich geschaut habe?" Das stimmt nicht.

Das Märchen hält sich hartnäckig.

https://www.planet-wissen.de/kultur/medien/fernsehgeschichte_in_deutschland/pwiefernsehquote100.html

Fernsehgeschichte in Deutschland: Fernsehquote

Die Gesellschaft für Konsum- und Marktforschung (GfK) ermittelt täglich die Einschaltquoten in Deutschland. Nur so erfahren die Rundfunkanstalten über Erfolge und Misserfolge ihrer Programme und können die Preise für die Fernsehwerbung festgelegen.

@RitaWerner …ich habe extra linear+digital geschrieben…

@Thomas_Wuest
Das konnte ich daraus nicht schließen.

Okay, dann betrachte es jetzt einfach als einen Zusatz, der Menschen vlt. interessiert, die immer wieder darauf pochen, man solle den Fernseher nicht anmachen, um die Quote nicht hochzutreiben.

@RitaWerner @Thomas_Wuest
Ich fürchte aber, dass sehr wohl aufmerksam wahrgenommen wird, ob in den social media oder anderen Kommentarspalten die Shows intensiv und kontrovers diskutiert werden.
Auch so füttert man diese unselige Ökonomie.

Mastodon ist da vielleicht gerade noch eine "Insel der Nichtbeachtung" durch die Sender und ihre Marktforscher.

@Thomas_Wuest

der ÖRR betrachtet Talkshows auch gar nicht im Kontext der Meinungsbildung. das ist reine Unterhaltung.

@kami_kadse

Das ist tatsächlich ein ganz wichtiger Punkt:

Die Talkshows haben einen ganz erheblichen Einfluss auf den politischen Diskurs im Land, laufen aber finanziell und programmatisch unter "Unterhaltung" und damit außerhalb der redaktionellen Verantwortung der Sender.

Das ist ein Etikettenschwindel. Es klebt der "gute Name" ÖRR drauf, ist aber in der Realität Privatfernsehen.

@Thomas_Wuest

@mina @kami_kadse
Nein, dem ist leider nicht so. So werden die PolitTalks z.B. in der ARD-Mediathek nicht unter der Rubrik „Unterhaltung“ eingruppiert, sondern unter der Rubrik „tagesschau & Information“ - im ZDF unter „Politik & Gesellschaft“. Auch die Programmverantwortlichen verkaufen sie in der Öffentlichkeit keineswegs nur als „Entertainment“, sondern als wichtige Formate der politischen Meinungsbildung.

@Thomas_Wuest

Auf der Homepage schon. Für die Abrechnung mit der GEZ und damit für die Rundfunkräte fallen die eben doch unter Unterhaltung.

Ich muss mal nach der Quelle suchen. Als ich das gesehen habe, bin ich auch aus allen Wolken gefallen.

@kami_kadse

@mina @kami_kadse @Thomas_Wuest eben!

#WasFehlt ist ne sichtbare und reichweitenstake #Gegenöffentlichkeit die gegen die Normalisierung von #Rechtsextremismus, #Rassismus, #Faschismus und #Sozialdarwinismus gegenhält!

@Thomas_Wuest Ich stimme sofort zu, wenn man sagt, der ÖRR hat Fehler. So aber stimme ich nicht zu. Verglichen mit den Privatsendern ist der ÖRR um Längen besser und integrativer. Dieses Element muss weiter gestärkt werden. Den ÖRR abzuschaffen, wie es diese Argumentation nahe legt, bedeutet Springer, Murdoch und Fox zu stärken.
@ralph ...da haben Sie mich aber komplett falsch interpretiert. Ich schreibe nirgends, dass man den ÖRR abschaffen soll. Exakt das Gegenteil ist richtig: mir geht es darum den ÖRR zu stärken, in dem ich mich gegen dessen Ökonomisierung im Bereich der politischen Meinungsbildung einsetze. Denn die damit verbundenen kommerziellen Interessenkonflikte gibt es bereits bei den Privaten - nur dort nicht unter dem Deckmantel eines beitragsfinanzierten ÖRRs.
@Thomas_Wuest Dass das so gemeint ist, das glaube ich gerne. Allerdings war die Kritik in einer Weise vorgetragen, dass die einzig logische Konsequenz für mich eine andere war.
@ralph Da komm ich mit Ihrer Logik nicht mit…weil ich es wirklich nirgends geschrieben habe.

@ralph
"Es bedarf hier dringend einer Reform, die dafür sorgt, dass es derartige Fehlkonstruktionen, die im Zentrum der politischen Meinungsbildung unseres ÖRR zu kommerziellen Interessenkonflikten führen, in der bisherigen Form nicht mehr geben kann!!!"

So habe ich es verstanden: Als Reformaufruf.

@Thomas_Wuest Ich empfehle, mal eine neue Platte aufzulegen. Durch die ständige Wiederholung wird's auch nicht glaubwürdiger.
@bohnsdorfer55 Steter Tropfen höhlt den Stein. Gerade in Zeiten wie diesen, ist unser ÖRR viel zu wichtig, als dass ich diese Platte wechsle. Kommerzielle Interessenkonflikte haben im Zentrum der politischen Meinungsbildung unseres ÖRRs nichts verloren.
@Thomas_Wuest "Steter Tropfen...", so, so. Das denkt sich Trump wohl auch immer. Oft genug wiederholen, dann glaubt's auch irgendwer. GlaubWÜRDIG ist was anderes.
@bohnsdorfer55 …Ihre Argumentation gegen eine nüchterne Situationsbeschreibung (Trump) ist es wahrlich nicht - glaubwürdig. Empfehle Ihnen dringend, Ihre Scheuklappen abzulegen.

@bohnsdorfer55 Ich habe den Post von @Thomas_Wuest zum ersten Mal gelesen.

Wo ist der Beitrag denn unglaubwürdig?

Anders gefragt: worin besteht die sachliche Kritik?

@a32

Bin gespannt Jürgen.

@bohnsdorfer55 @Thomas_Wuest

@hayjay @a32 @Thomas_Wuest Er wiederholt seit Monaten immer das Gleiche, ein vulgärmarxistischer Ansatz, der mit der Realität jounalistischer Arbeit im örR nix zu tun hat (nix gegen Marx und die immer berechtigte Frage "follow the money"). Die Produktionsfimen werden nicht nach Quote pro Sendung bezahlt, sondern erhalten langfristig angelegte Auftragspakete. Den konkreten Beweis bleibt Wuest als Fachfremder schuldig und untergräbt dabei selbst das, was er wichtig findet, die Rolle der örR
@bohnsdorfer55 @hayjay @a32 Quatsch.Nirgends behaupte ich,dass Talkshows nach Quote bezahlt werden.Ich habe dazu bereits umfassende Gespräche mit Verantwortlichen geführt.Mir geht es um die strukturelle Fehlkonzeption,dass Formate der politischen Meinungsbildung an fremde Firmen vergeben werden,die von der ARD & ZDF dazu gezwungen werden,kommerzielle Interessenkonflikte austragen zu MÜSSEN.Das ist mein Punkt - und diese Kritik teilen viele Insider.
@Thomas_Wuest @hayjay @a32 Also, DEN Nachweis hätte ich ja mal gerne: "die von der ARD & ZDF dazu gezwungen werden,kommerzielle Interessenkonflikte austragen zu MÜSSEN." Und welche Insider das wohl sagen...
@bohnsdorfer55 @hayjay @a32 Sie kennen sich ja nicht mal mit den Basics aus. Und "Insider" sind entsprechend Rundfunkräte und Verantwortliche in Talkshowredaktionen, mit denen ich hier schon in Kontakt gestanden habe.
@Thomas_Wuest @hayjay @a32 Nicht schon wieder die elendiglich Debatte. Aber ich halte mal fest: Rundfunkräte erzählen von Fehlentwicklungen und bringen das im Rundfunkrat selbst nicht zur Sprache?
Und Mitarbeiter erzählen: "Mein:e Chef:in wird von ARD bzw. ZDF gezwungen kommerzielle Interessen wahr zu nehmen und die AfD einzuladen"?
Sehr glaubwürdig das.
Mir reicht's für heute.
P.S. als Medienjournalist mit 40 Jahren Erfahrung dürfen Sie mir ruhig die Kenntnis der "Basics" unterstellen.
@bohnsdorfer55 @hayjay @a32 Sie wissen als Medienjournalist doch, dass solche Gespräche „unter drei“ stattfinden, d.h. ich denen Vertraulichkeit zugesichert habe. Da will niemand Nestbeschmutzer sein. Und einzelne Rundfunkräte sind sich vollauf bewusst, dass dieses Thema ein Kampf gegen Windmühlen ist…aber wir können uns, wenn Sie Lust dazu haben, gerne einmal bilateral dazu austauschen, da soziale Medien dafür wahrlich nicht der beste Ort sind…

@bohnsdorfer55 @hayjay @a32 @Thomas_Wuest

Natürlich wird nicht eine einzelne Sendung nach Quote gezahlt.

Ich habe ein paar Kunden im Produktionsbereich. Und wenn da die Zuschauerzahlen nicht stimmen, kommt schnell das Ende und keine weitere Staffel.

Und das gilt nicht nur für's Erwachsenenfernsehen sondern auch für Kindersendungen - egal ob ÖRR oder privat.

@echopapa @hayjay @a32 @Thomas_Wuest Ich bin ja nicht naiv. Aber bei Talkshows wird die Auftragsvergabe anders gehandhabt.

Nenn mir bitte eine ör Talkshow, die in den letzten 15 Jahren von oben abgesetzt wurde - mal ganz davon abgesehen, dass die Quote der Grund dafür gewesen wäre. Ich höre!

@bohnsdorfer55 @hayjay @a32 @Thomas_Wuest

Viellicht nehmen wir mal Zimmer frei - nachdem die Quote bei 1% war.

https://www.dwdl.de/nachrichten/49359/aus_nach_20_jahren_zimmer_frei_endet_2016/

Oder "Domian live", oder Gottschalks "nochmal 18!"

Als Medienjournalist dürftest Du auch wissen, daß man schlechte Quoten als Sender nicht öffentlich in der Presse breittritt. Da orientiert sich dann halt jemand um...

Nachdem die Abend Polit-Talks zur Zeit alle um die 10% plus haben, dürfte da kurzfristig wohl keiner aus dem Programm gekegelt werden.

Aus nach 20 Jahren: "Zimmer frei" endet 2016 - DWDL.de

Während sich der WDR zuletzt nicht offiziell zum nahenden Aus von "Zimmer frei" äußern wollte, macht Götz Alsmann nun Nägel mit Köpfen. In der "SZ" kündigt er das Ende der Show an. Ganz überraschend kommt das allerdings nicht...

DWDL.de

@echopapa @bohnsdorfer55 @hayjay @a32 Ein sehr prominentes Beispiel ist auch „Beckmann“, dessen Talkshow zum Schluss das Quoten-Schlusslicht unter den ARD-Talks bildete und dann 2014 abgesetzt wurde. Letztendlich geht es mir aber um den generellen Quotendruck, der zu besagten kommerziellen Interessenkonflikten führt.

https://www.spiegel.de/kultur/tv/talkshows-ard-intendanten-erwaegen-beckmann-absetzung-a-901896.html

Talkshows: ARD-Intendanten erwägen Beckmann-Absetzung

Mindestens eine der fünf ARD-Talkshows wollen die Intendanten loswerden. Schon am Montag könnte nach SPIEGEL-Informationen die Entscheidung fallen: Als wahrscheinlichster Streichkandidat gilt die Sendung von Reinhold Beckmann.

DER SPIEGEL

@Thomas_Wuest @bohnsdorfer55 @hayjay @a32

sehe ich auch so. Meine Kunden sind primär im Bereich Kindersendungen und Doku aktiv und ich habe schon lange aufgehört die Formate in den letzen knapp 30 Jahren zu zählen. Klar gibt es Dauerläufer, die nicht totzukriegen sind. Aber vieles scheitert schon nach kurzer Zeit.

@Thomas_Wuest @echopapa @hayjay @a32 Beckmann ist da nicht vergleichbar. Das war keine politische Talkshow, wo man zwecks Quotenpuschens kontroverse Gesprächspartnner eingeladen hat, sondern ein People-Format (vlg. Wikipedia "...selbstgefälliger Kuscheljournalismus..." und "...kein investigatives politisches Kreuzverhör") Trotzdem hat sich auch das 15 Jahre gehalten und ist vor allem deswegen eingestellt worden, weil auch den ARD-Oberen die Talkshow-Schwemme zu viel wurde.
@bohnsdorfer55 @echopapa @hayjay @a32 In dem von Ihnen zitierten Wikipedia-Beitrag ist das Genre von Beckmann vollkommen richtig mit „politische Talkshow“ angegeben. Und derjenige mit der niedrigsten Quote muss halt das Feld räumen, wenn es den Intendanten zu viel wird - q.e.d. Und was glauben Sie, warum in den Verträgen mit den Produktionsgesellschaften der PolitTalks ganz konkrete Quotenziele vereinbart werden - linear & digital?
@bohnsdorfer55 @echopapa @hayjay @a32 Und noch ein Nachtrag: Das wichtigste Argument der ÖRR-Programmverantwortlichen für die Auslagerung von PolitTalks an Produktionsgesellschaften ist ein ökonomisches: so ließen sich die Formate bei Nichterfolg (Quote!!!) schneller einstellen, ohne dass es zu irgendwelchen Folgekosten für die Sender kommt (in Bezug auf Personalfreisetzung, Raummiete, Equipment, Infrastruktur).

@bohnsdorfer55 @echopapa @hayjay @a32 Und noch ein weiterer Nachtrag: Wir erleben derzeit bei Miosga eine ähnliche Debatte wie bei Beckmann. So wurde sie wegen ihrer „Kuschelrunde“ mit Chrupalla hart von überregionalen Medien kritisiert. Und auch bei Beckmann gab es politische Verhörsituationen - Bsp.:

https://www.stern.de/politik/deutschland/ard-talkshow--beckmann--was-nun--frau-pauli--3271314.html

Viel politischer geht’s nicht.

ARD-Talkshow "Beckmann": Was nun, Frau Pauli?

Nach ihrem politischen Auffahrunfall auf dem CSU-Parteitag saß Gabriele Pauli in der ARD-Talkshow "Beckmann" - direkt neben Horst Seehofer. Er schmierte i...

STERN.de

@Thomas_Wuest

Und all dies ist völlig offensichtlich, und doch haben wir solche antiaufklärerischen Polarisierungssendungen im ÖRR. Warum?

@CGdoppelpunkt @Thomas_Wuest
- Weil es sich verkauft.
- Weil Quote, Beachtung und Diskussion; also: Die Nachfrage rechtfertigt das Angebot!
- Weil die anderen das doch auch machen und man ihnen nicht das Feld überlassen kann.

@Thomas_Wuest

Diese Talkshow sind ein weiteres Beispiel für schlechte "Public Private Partnership"