Macht der inzwischen wieder allgegenwärtige Begriff „Faulheit“ überhaupt Sinn, politisch, psychologisch, philosophisch?

Darüber denke ich mit Nina in der neuen Podcast-Folge nach:

https://www.zeit.de/kultur/2024-05/leistungsgesellschaft-faulheit-arbeitsmoral-generation-feuilletonpodcast

Feuilletonpodcast: Das Ende der Faulheit

Von Work-Life-Balance bis Bürgergeld: Oft steht in aktuellen Debatten der Vorwurf im Raum, manche Menschen seien faul. Aber was bedeutet dieses alte Wort heute noch?

ZEIT ONLINE
@larsweisbrod Gutes Thema, schöner Podcast dazu. Zwei Anmerkungen noch: Am Ende vergleichst Du, was ein US-Bürger sich 1915 von seinem Lohn leisten konnte und wieviel mehr das heute ist und wir arbeiten heute noch genauso lange, weil Mensch typischerweise auch mehr konsumieren möchte als früher, da es überhaupt die Möglichkeit für diesen zusätzlichen Konsum nun gibt. Kein großer Widerspruch; neben den anderen Faktoren, die auch etwas da hinein spielen, gibt es jedoch einen großen Unterschied:
@larsweisbrod Jedem US-Bürger stehen 100 Jahre später deutlich mehr Energieeinheiten zur Verfügung, mit welchen für ihn an großen Maschinen Stoffumwandlungen zu Massenprodukten produziert werden können. Es ist ganz sicher nicht der einzige Faktor, aber es ist ganz sicherlich der absolute Hauptfaktor, warum wir im Vergleich zu 1915 am Ende des Monats uns mehr 'Wohlstand' leisten können. Der Arbeiter selbst ist nicht groß produktiver geworden, aber mit 100.000PS mehr im Rücken, sieht es anders aus

@larsweisbrod Degrowth ist für mich daher die Einsicht, dass man einerseits diesen Zusammenhang für sich versteht. Mehr Energie --> Mehr Wohlstand und anschließend auch noch mit einbezieht, dass uns die leicht verfügbaren primären Energiequellen nicht einfach weiter zur Verfügung stehen, wenn wir das mit Klima, etc. ernst nehmen würden.

Der Degrowther sagt dann eben nur, dass wenn wir schon auf Energie, also Wohlstand, verzichten müssen, kann man daraus auch gleich eine Tugend machen!

@larsweisbrod Zum eigentlichen Thema mag ich dieses Nietzsche Zitat:
Zugunsten der Müßigen. – Zum Zeichen dafür, daß die Schätzung des beschaulichen Lebens abgenommen hat, wetteifern die Gelehrten jetzt mit den tätigen Menschen in einer Art von hastigem Genusse, so daß sie also diese Art, zu genießen, höherzuschätzen scheinen als die, welche ihnen eigentlich zukommt und welche in der Tat viel mehr Genuß ist. Die Gelehrten schämen sich des otium. Es ist aber ein edel Ding um Muße und Müßiggehen
@larsweisbrod – Wenn Müßiggang wirklich der Anfang aller Laster ist, so befindet er sich also wenigstens in der nächsten Nähe aller Tugenden; der müßige Mensch ist immer noch ein besserer Mensch als der tätige. – Ihr meint doch nicht, daß ich mit Muße und Müßiggehen auf euch ziele, ihr Faultiere?'
@larsweisbrod Aus Interesse, mit welcher KI wurde das Intro erzeugt und wie ist es Lizenzrechtlich?
@Bazz_Tea suno.com, ich habe dort ein Abo und laut Website kann ich es deswegen kommerziell nutzen