Große Freiheit Nummer 99

@neuimneuland

Große Freiheit in der Bahn 😉😛

@AdrianVolt Auf beiden Fotos sind vermutlich ähnlich viele Leute unterwegs.

@neuimneuland

Durchaus möglich.

Allerdings wage ich die Behauptung, dass viele der im Zug stehenden Menschen lieber auf der Autobahn Kolonne fahren würden als so im Zug zu stehen.

Umgekehrt dagegen dürfte kaum einer der Auto fahrenden auch nur die geringste Lust verpüren, von dem komfortablen Autositz in die überfüllte Bahn zu wechseln.

Jedes öffentliche Verkehrsmittel mit hoher Auslastung erleidet Komfortverluste... auch schon für die Leute mit Sitzplatz. Von Stehplätzen garnicht erst zu reden.

Das ist ein systemisch Nachteil jedes Massenverkehrsmittels, weswegen es im Regelbetrieb angestrebt werden sollte, dass der Zug nicht ganz voll ist. Ja, auch wenn es weniger energieeffizient ist... immer daran denken.... stehen die Leute regelmäßig im Zug - verliert man sie früher oder später an ein Verkehrsmittel bei dem Körperkontakt mit Fremden nicht vorkommt.

@AdrianVolt Der Komfort beim Autofahren wurde teuer erkauft, u.a. mit Komfortverlust beim ÖPNV. Diese Zustände sind kein Naturgesetz, sie wurden durch menschenfeindliche, ausgrenzende und zerstörerische Verkehrspolitik vorsätzlich herbeigeführt.

@neuimneuland

Wenn ich auch deinen Wunsch nach einer besseren Verkehrspolitik und einer #verkehrswende teile, so kann ich dem nicht zustimmen.

Überfüllung auf der Straße heißt Stau - mit nur geringen Auswirkungen auf das Komfortnivau der Leute im Auto.

Überfüllung im #ÖNPV geht immer zwingend zu Lasten des Komforts.... es liegt dem System ÖPNV systemimmanent inne.

Alles was den ÖPNV effizienter macht als das Auto, macht ihn gleichzeitig auch anfällig für Komforteinbußen und große Auswirkungen von Verspätungen.

ÖPNV bündelt Fahrten..... statt 200 Autos die mit leichtem zeitlichen Abstand losfahren und zeitweise Wege teilen (was bei Überlastung dort zu Stau führt) bündelt der ÖPNV diese 200 Leute an der Haltestelle, die dann alle gleichzeitig in die selbe Tram steigen und diese überfüllen.

Das ist systemimmanent, dass kann man nicht ändern... nur mitigieren durch mehr Kapazität welche aber das systemimmanente Problem auch nur besser verstecken kann.

@AdrianVolt Deine Argumentation funktioniert deshalb, weil man überall sündhaft teure Kfz-Infrastruktur hat, die man kostenlos nutzen kann, der sich alle anderen Verkehrsformen unterordnen müssen und weil sehr viel dafür getan wird, um Engpässe und Überlastung für den MIV zu vermeiden. Hier hat neulich ein Auto in einem Tunnel gebrannt, der musste folglich gesperrt werden. Obwohl es reichlich Straßen zum Ausweichen gibt, war danach totales Verkehrschaos. MIV ist sehr anfällig für Störungen.
@AdrianVolt Hier war auch mal irgendwas auf der Autobahn, da fand man dann reichlich Google Maps-Opfer in hoffnungslos zugestauten Nebenstraßen.

@neuimneuland

Da 🚒 🚑 🚓 🗑️ zu fast jedem Gebäude kommen können müssen, ist es nur bedingt möglich, auf eine autogerechte Erschließung zu verzichten. Allenfalls kann man diese technisch befahrbare Fläche dann durch Poller sperren was aber als rein künstliche Maßnahme dauerhafter politischer Akzeptanz bedarf.

Ich stimme zu, dass der MIV mehr Störungen hat, allerdings sind die Auswirkungen dieser Störungen oft nur lokal spürbar weil MIV sehr viel flexibler ist und ein Fahrzeugausfall oft nur nur die unmittelbar betroffenen Menschen betrifft.

https://www.google.com/maps/dir/Pasedagplatz,+13088+Berlin/Krankenhaus+K%C3%B6penick%2FS%C3%BCdseite+(Berlin),+12559+Berlin/@52.5062358,13.4479899,11.71z/data=!4m14!4m13!1m5!1m1!1s0x47a84dbf987c694f:0x480314e920599fb2!2m2!1d13.4610389!2d52.5594402!1m5!1m1!1s0x47a8480937f35433:0xb76aa16d852438d3!2m2!1d13.59277!2d52.43917!3e0?entry=ttu

Bei jedem ÖPNV dagegen führt jede Störung irgendwo auf der gesamten (Kreis)strecke sofort zu Einschränkungen für einen Großteil der Nutzer*innen:

https://www.bvg.de/dam/jcr:da3e1bd1-aa51-4795-ac66-c9598f355f83/27_2023-12-10.pdf

Wenn bei der Tram 27 in der Rennbahnstraße einer randaliert und damit die Tram fahrunfähig macht, spürst du die Auswirkungen bis nach Köpenick.

Als 🚗 dagegen juckt dich das nur in der Rennbahnstraße wenn überhaupt.

Da die Tram im Kreis fährt, hat sie die doppelte 👇

Bevor Sie zu Google Maps weitergehen

@neuimneuland

Strecke = doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit von Problemen. Beim Auto brauche ich nur 21 km freie Fahrt um pünktlich anzukommen... bei der Tram sind es schlagartig 42 km.

Als ÖPNV Verkehrsmittel bündelt sie gleichzeitig Fahrten, wird also von viel mehr Menschen gleichzeitig genutzt was leider die Wahrscheinlichkeit von Problemen ebenfalls deutlich erhöht. Bei so vielen Menschen sind Verzögerungen schlichtweg deutlich wahrscheinlicher.

Und dabei haben wir noch garnicht die Problematik verpasster Anschlüsse betrachtet. Wenn man im 🚗 3 Minuten Verspätung hat, kommt man 3 Minuten später an. Hat die 🚊 3 Minuten Verspätung ist mein Bus weg und ich verliere mindestens 20 Minuten.

Man kann den ÖPNV trotzdem deutlich verbessern, aber seine Anfälligkeit für Probleme wird immer höher bleiben. Neulich 2,5 Stunden für 16 km gebraucht. Erst 🚊 Fahrzeugausfall und dann Vandalismus=weiterer Fahrzeugausfall durch einen genervten Fahrgast.

Problemfaktor Nummer 1 beim ÖPNV sind Menschen. 😒

@AdrianVolt Es gibt v.a. in Großstädten viele Häuser, die nicht legal mit einem privaten PKW erreichbar sind. Rettungsdienste kommen trotzdem hin. Rettungsdienste brauchen auch keine 6-spurigen Asphaltschneisen durch unsere Städte, keine Parkplätze überall usw. Das ist hauptsächlich für den MIV, weil die "Massenmotorisierung" früher als Fortschritt galt und dieser Trugschluss sich in vielen Köpfen eingebrannt hat, trotz der sichtbaren negativen Folgen auf vielen Ebenen.