Heute ist der International Transgender Day of Visibility (TDoV) – der Tag der Sichtbarkeit von trans Personen.

Der Transgender-Aktivistin Rachel Crandal schreibt die US-Bürgerrechts-Plattform GLAAD die Schaffung des TDoV zu. Der Tag ist noch nicht alt: Er soll erstmals im Jahr 2010 begangen worden sein. Rachels Absicht war es, ein Gegengewicht zum Transgender Day of Remembrance am 20. November zu schaffen. (1/7)

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Rachel fragte sich damals zu Recht, warum es einen Trauertag der Trans-Community gibt, aber keinen, der unsere Existenz als lebende Personen feiert und zugleich auf die Bedrohungen aufmerksam macht, denen diese Existenz ausgesetzt ist: Diskriminierung, Armut, Gewalt. (2/7)

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Dazu kommt eine aktuelle Bedrohung: In politisch rechten Kreisen gehört es zum guten Ton, sich gegen Selbstbestimmung und damit auch gegen trans Personen zu positionieren. Wir wollen nur in Frieden wir selbst sein, werden aber zum Gegenstand eines Kulturkampfs gemacht. Medien, die nichts über uns wissen und vor allem auf Klicks aus sind, haben ebenfalls keine Probleme damit, uns unter den Bus zu werfen. (3/7)

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Diese Bedrohungen sind es unter anderem, die einige von uns dazu veranlassen, lieber verborgen zu bleiben. Deshalb denken wir heute auch an unsere Geschwister, die sich nicht trauen, öffentlich sichtbar zu sein und die sich tarnen müssen mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zwangsweise auferlegt wurde. (4/7)

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Dieses Jahr hat der Tag eine besondere Bedeutung in Deutschland, denn Ende des Jahres soll das Selbstbestimmungsgesetz in Kraft treten. Es sollte eigentlich bereits vergangenes Jahr beschlossen werden. Doch die finale Abstimmung steht immer noch aus. Das Gesetz sollte es Menschen ermöglichen, ihren Geschlechtseintrag und Namen eigenmächtig und ohne umständliche und teure Bürokratie zu ändern. (5/7)

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Doch die aktuelle Fassung des Sebstbestimmungsgesetzes ist weit entfernt von dem Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung, wie wir es wollen. Mit der Änderung des Geschlechtseintrags und Namens sollen nun automatisch die persönlichen Daten an zahlreiche Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden. Das ist diskriminierend und stellt trans Menschen unter Generalverdacht. (6/7)

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So wird der TDoV ein Tag der Sichtbarkeit und Solidarität und dient als wichtige Mahnung. Und doch ist es gerade die Sichtbarkeit, die für uns immer wieder zum Problem wird, weil andere ein Problem mit uns haben. Für viele von uns ist jeder Tag ein Transgender Day of Visibility. (7/7)

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@QueeresZentrumMannheim Oder die im "neuen" Geschlecht stealth sind aus Gründen