Der #StaDDrat startet mit der aktuellen Stunde zur entfernten Gedenkschrift am Eingang zum Altmarktsklo. Eigentlich ein unwürdiger Ort lamentierte traditionell die rechte Seite. Nun ist er weg und alle wollen ihr unwürdiges "Gedenkklo" zurück. Wittern gar böse Verschwörungen.

"Aus heiterem Himmel fielen 1945 Bomben auf die unschuldigen Dresdner und 60 Millionen Weltkriegs- und Holocaustopfer sind sich einig: Das war gemein!" umreißt #StaDDrat @max_aschenbach den Anlass.

"Seither feiert man in Dresden die Bombeholocaustgedenkfestspiele und jeder der Bock hat, instrumentalisiert den 13.Februar auf seine Weise. Das ist lustig und macht jede Menge Spaß. Aber was kümmerts mich, wie ihr eure Klos beschriftet?"

Sein Vorschlag: Bei Striezelmarkt, Winterevent & Co. Gedenkinschriftsgedenk-T-Shirts zu verkaufen. "Das gibt den Bombenfeierlichkeiten den letzten Pfiff, ermöglicht individuelles Gedenken auch im Alltag und spült Einnahmen ins Stadtsäckel."

Am Ende der Stunde folgt der Ritterschlag: Freier Wähler Nitzsche bittet die Stadtverwaltung um Prüfung ob @max_aschenbach die Opfer des Bombardements verunglimpft.

Weiter geht es mit den Eilanträgen der Rechten. Hier sprechen für uns Rita Kunert
& @stillnotlovin

@stillnotlovin "Sich den politisierenden Verschwörunfsnarrativen von Rechtsextremen [...] anzuschließen, stärkt am Ende nur Demokratiefeinde und Rechtsextreme." Dass die CDU für ihr Banner Applaus von Rechtsradikalen erntet sollte ihnen zu denken geben.

Eine Antwort von Mario Schmidt (CDU) zeigt: von Denken keine Spur.

Rita Kunert: "Wir möchten einen Ansatz zu einer Aufrichtigen Erinnerungskultur schaffen, bei der keine Täter-Opfer-Umkehr stattfindet und die NS-Vergangenheit unserer Stadt im Fokus steht." Am 13. Februar zeigten etwa 3000 Menschen, dass sie das aktuelle Gedenken nicht gutheißen.

Auch @mswdresden meldet sich zu Wort und erklärt warum er am 13. Februar auf den Altmarkt in der Kälte stand: "Ich möchte nicht das eine Partei, die die NS-Zeit als Vogelschiss in der dt. Geschichte bezeichnet, das Gedenken instrumentalisiert!"
Am Ende entschied der Stadtrat mit knapper Mehreit: Die Schrift bleibt ab. Ein starkes Bekenntnis zum Klo - ganz ohne Gedenken. Über den Rest darf sich nun der neue Beirat für Erinnerungskultur den Kopf zerbrechen.