#qualipost #jpr23
Nachdem wir gestern in JG darüber geredet haben, wollte ich hier noch bisschen was über das Buch erzählen. „Zehn Tage im Irrenhaus. Undercover in der Psychatrie“ ist eine großartige Reportage von der Journalistin Nelly Bly aus dem Jahr 1887. Sie hat es geschafft in die Frauenpsychatrie auf Blackwell‘s Island, New York, eingewiesen zu werden und die dortigen Misstände aufzudecken.
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Die Frauen wurden dort eingewiesen ohne gründliche ärztliche Begutachtung. Sobald man einmal drinnen war, kam man nie wieder raus. Die Patientinnen mussten in eisiger Kälte wohnen ohne richtige Bekleidung und wurden in eiskaltem Wasser gebadet. Essen gab es kaum, sie wurden geschlagen und durften selten raus. „Wer vorher noch nicht verrückt war, wurde es dort.“
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Nelly Bly hat viele bemerkenswerte Reportagen gemacht, die auf die schrecklichen Lebensumstände der Armen und Entrechteten in der wachsenden Metropole New York aufmerksam gemacht haben. Sie hat sich von einem Armenarzt behandeln lassen (wo ihr fast ihre gesunden Mandeln ausoperiert wurden), über das Schicksal New Yorker Dienstmädchen oder Prostituierte geschrieben, ohne Angst vor den Risiken. Sie ist auch in 72 Tagen um die Welt gereist.
Mit dem starken Wachstum des Zeitungsmarkts zu der Zeit kamen auch langsam immer mehr Frauen in den Journalismus. Auch die Themen, über die sie normalerweise berichtet durften, wie Mode, Gartenarbeit und Kunstkritik haben sich geändert. So entstand das Phänomen der „Girl Stunt Reporter“, wie Nelly Bly, das den Frauen neue journalistische Möglichkeiten bot. Diese Art der Berichterstattung ist jedoch sehr umstritten, da es mehr um Schaulust ging, als um tatsächliche Veränderung der Verhältnisse.
Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, kann sich gern das Buch von mir ausleihen :)
@coolia wenn ich darf würd ich mir das gern mal leihen 😉
@stephanie_jpr23 sehr gern, ich Versuch dran zu denken, dass ich es Montag mitnehme😊