Die Kritik, dass sich die Protagonistinnen der Doku “wir waren AfD” unwidersprochen rein waschen können, ist berechtigt.

Dennoch finde ich die Schilderungen der sozialen und psychologischen Phänomene sehr erkenntnisreich. Um diese Einblicke werden wir nicht herum kommen, wenn wir den Rattenfängern auch wieder Leute entziehen möchten, um Demokratie zu erhalten.

Ich finde es ohnehin wichtig, Aussteigern eine Hand zu reichen, auch wenn es manchmal echt Überwindung kostet.

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL21kci5kZS9zZW5kdW5nLzI4MTA2MC8yMDI0MDExODIyNTAvcmVwb3J0YWdlLWRva3UtaW0tZXJzdGVuLTM1Ng

Dokumentation & Reportage: Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten - hier anschauen

'Wir waren in der AfD' ist die Innensicht einer Partei, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter radikalisiert hat und zugleich ein Film über die Mechanismen politischer Radikalisierung. In der Dokumentation kommen ausschließlich diejenigen zu Wort, die der Partei in den Anfangsjahren begeistert beitraten. Sie beschreiben, was sie in der Partei gesucht und gefunden haben, aber auch, wie und warum sie mittlerweile ernüchtert und erschrocken über die Entwicklung der AfD ausgetreten sind. Wie haben sie den Radikalisierungsprozess der Partei erlebt? Wie haben Freunde und Familie reagiert? Wann und warum haben sie entschieden, der Partei wieder den Rücken zu kehren? Wie schwierig war der Prozess des Ausstiegs? Es sind Nachinszenierungen, die dem Film sein optisches Gesicht geben und den Zuschauerinnen und Zuschauern einen einzigartigen Blick in die Gedankenwelt der AfD ermöglichen. 'Wir waren in der AfD' ist nicht in erster Linie eine Chronik der Parteigeschichte, sondern die eine, intime Innensicht einer Partei, die seit über zehn Jahren die etablierten Parteien und das politische Establishment vor sich hertreibt.

@linuzifer
Ein bisschen mehr Selbstreflexion würde das Hände reichen einfacher machen. ^^Aber ja, man muss einen "Weg raus" bieten, die Leute sind ja noch da, wenn sie ausgetreten sind. Vielleicht haben wir als Gesellschaft auch verlernt um Entschuldigung zu bitten und zu Verzeihen.
@_adora_belle_ @linuzifer ja, ich spanne den bogen mal weiter: Mir sind Leute lieber, die zwar mal in der AfD wahren, ihr aber den rücken zugewandt haben, nach dem sie gemerkt haben was da läuft, als Leute die heute immer noch Politik machen, die mit der von der AfD vergleichbar ist, ohne je in dieser Partei gewesen zu sein.
@_adora_belle_ Es ist ja auch oft komplex und ein wenig Vorsicht ist angebracht. So wenig, wie die Meisten von 0 auf 100 in rechtsradikales Gedankengut abtauchen, so wenig rutschen die meisten komplett aufgeklärt da raus. Warum treten Leute aus der AfD aus? Teils Machtgerangel und Mobbing, teils laute Menschen in der Bubble, die NOCH extremer sind, als die Person srlbst. Manche fallen nur auf ihre vorhandene, rechtskonservative Einstellung zurück. ... @linuzifer
@linuzifer Für mich wäre wichtig, ob sich die Person glaubwürdig von ihrem rechten (extremen) Gedankengut verabschiedet oder ob sie nur aus einer Partei austritt. Erinnert mich ein bisschen an alte Diskussionen rund um Scientology oder andere Sekten.

@linuzifer

Aussteigen ist ja nicht unsanktioniert

- milde Entradikalisierung macht einen Karriereknick (hier müssten wir aber darauf achten, dass der nicht überkompensiert wird, etwa durch Karriere in der Jungen Union)

- mittlere Distanzierung macht sie zum Ziel des Hasses aus der ehem. Bubble, ist gefährlich

- harte Distanzierung erzeugt einen erheblich Bruch im Leben

Nur weil die empfangende Seite nicht nach tritt, ist das doch teurer als "rein waschen" so suggeriert.

@linuzifer Das geht mir genauso: Einerseits möchte ich mich lieber nicht mehr mit „solchen Leuten“ auseinandersetzen – ich hatte schon zu viele enttäuschende Gespräche.
Andererseits ist dieses „wir gehen die“ ja genau Teil deren Agenda.

US-Amerikanische Verhältnisse, wo Demokraten und Republikaner teilweise gar nicht mehr miteinander reden können, sind nicht erstrebenswert.

@linuzifer der Link funktioniert irgenwie nicht. Gibt es noch einen anderen?
Dokumentation & Reportage: Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten - hier anschauen

'Wir waren in der AfD' ist die Innensicht einer Partei, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter radikalisiert hat und zugleich ein Film über die Mechanismen politischer Radikalisierung. In der Dokumentation kommen ausschließlich diejenigen zu Wort, die der Partei in den Anfangsjahren begeistert beitraten. Sie beschreiben, was sie in der Partei gesucht und gefunden haben, aber auch, wie und warum sie mittlerweile ernüchtert und erschrocken über die Entwicklung der AfD ausgetreten sind. Wie haben sie den Radikalisierungsprozess der Partei erlebt? Wie haben Freunde und Familie reagiert? Wann und warum haben sie entschieden, der Partei wieder den Rücken zu kehren? Wie schwierig war der Prozess des Ausstiegs? Es sind Nachinszenierungen, die dem Film sein optisches Gesicht geben und den Zuschauerinnen und Zuschauern einen einzigartigen Blick in die Gedankenwelt der AfD ermöglichen. 'Wir waren in der AfD' ist nicht in erster Linie eine Chronik der Parteigeschichte, sondern die eine, intime Innensicht einer Partei, die seit über zehn Jahren die etablierten Parteien und das politische Establishment vor sich hertreibt.

@linuzifer Danke für den Hinweis. Ich werde mir die Doku anschauen.
@linuzifer
Wo bitteschön soll man denn Meuthen, einen überzeugten Rechtsradikalen und Schreiber, die aus der AfD rausgehüpft ist um sich sofort einem erzreaktionären und konservativen Weltbild zu verschreiben, abholen?
Zwischen sie und der äußersten Rechten passt im Grunde genommen kein Blatt.
Den Begriff "Aussteiger" sollte seiner richtigen Bedeutung zugeführt werden.
Aus einer Partei auszutreten heißt noch lange nicht, die Ideologie weit hinter sich zu lassen.

@linuzifer https://mastodon.social/@RitaWerner/111785263629898249

Ich zähle Schreiber weiterhin zum rechten Rand. Ich habe sie über mehrere Jahre auf Twitter beobachtet. Ihre gruseligen Videos bei Funke. Ihre Auslassungen über ihre politische Philosophie.

Da braucht ihr nur einer den kleinen Finger zu reichen und ein bisschen Fame. Dann werdet ihr sehen, wohin die Dame wieder einsteigt.