@jakob @rahmstorf @simon
Finde den Zeitraum eigentlich auch recht klein, um ihn als sehr relevant zu erachten. Zwischen 1880 und 1980 kann man mehrere 40-Jahreszeiträume definieren, ohne den großen Trend zu erkennen. In der Gesamtansicht zeigt sich aber, daß es nun kein simples zyklisches Auf-und-ab mehr ist.

Und dann können auch noch unerwartete Sonderereignisse die 'friedliche' Linearität jederzeit stören:

1.
Ausbruch des Hunga-Tonga vor zwei Jahren mit einer Spezialität:
"In comparison with those from previous eruptions, the SO2 and HCl mass injections were unexceptional, although they reached higher altitudes. In contrast, the H2O injection was unprecedented in both magnitude (far exceeding any previous values in the 17-year MLS record) and altitude (penetrating into the mesosphere)."

https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2022GL099381
First published: 01 July 2022

2.
Noch unentdeckte Quellen von Treibhausgasen, nach denen gefahndet wird
https://earth.jpl.nasa.gov/emit/

https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adh2391

3.
Abnehmende Albedo - wo/wodurch auch immer.

(nebenbei: die englische Version bietet wahlkämpfenden Trollen ein Spielfeld)

@anlomedad
@Chaotica

@NichtVielZuSagen
Danke fürs Taggen.
Und für die EMIT-Seite für die dunklen versus hellen Wüsten-Stäube. Wusste nicht, dass es auch dunklen Wüstenstaub gibt, der sich in der Luft dann erhitzend statt kühlend auswirkt – falls ich es richtig verstanden habe.
Von Rußablagerungen auf Eis hatte ich schon gelesen, die Eis schneller schmelzen lassen.
Ach ja, und Ruß hatten wir ja auch ganz viel in 2023, aus Kanadas Waldbränden: BC (Black Carbon) war übers Jahr zusammen dann 2211e-9 gram. Und 2021 waren's 1922 aus Sibiriens Feuern. Schnitt seit Daten-Beginn in 1997 ist aber nur 1819e-9 gram. https://www.geo.vu.nl/~gwerf/GFED/GFED4/tables/

Zu #HungaTonga wollte ich auch schon hinweisend kommentieren, in Ergänzung zur Liste von Simon. Die Atmospheric Rivers seit November über Deutschland sind mMn darauf zurückzuführen gewesen, denn der Preprint von #MartinJucker et al von Dezember 2023, siehe https://mst.mineown.de/@anlomedad/111673223980468048 hat für diesen Winter einen besonders starken Jetstream in 300hPa modelliert – und es war ja der tatsächlich beobachtete starke Jetstream, der ein nasses Atlantiktief nach dem anderen über Deutschland auskippte, ohne trockenen Hochs eine Change zum Verweilen zu lassen.
Dieser Winterregen hat das Jahr 2023 nicht so heiß werden lassen, klar. Aber HungaTonga HAT eben auch einen Einfluss gehabt und bleibt noch für weitere 6 Jahre ein Faktor. Wo? Wieviel? Tja, keine Ahnung. Irgendwas macht das ganze Wasser in der Stratosphäre über Umwege mit dem Wind in tieferen Luftschichten.
Im weiteren Verlauf wird die Arktis durch HungaTonga ganzjährig um 0.5°C wärmer sein als sie es ohne den Ausbruch, nur mit Klimawandel, geworden wäre. Dann sterben noch wieder mehr Algenurwälder dort unter dem Meereis und die Kohlenstoffsenke kriegt dadurch eine Delle. Grmpf.
Alles Kacke, Deine Ellie.
@jakob @rahmstorf @simon @Chaotica

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