Mein Jahr 2023 in 13 Tracks (kein Ranking, alle genial 😃)

1. Friend or Foe? (#Riverside, Album: ID.Entity)

Mit dem Opener des Anfang des Jahres erschienen Albums der polnischen Band soll es losgehen. Der Rest des Albums hat bei mir nicht gezĂŒndet, aber dieser ĂŒberlange Popsong mit 80er-Vibe wird bleiben.

Highlight: die 80er beginnen bei 1:38 und drehen sich danach in Dauerschleife

2. Innocence (#NewModelArmy, Album: Sinfonia)

Dieses Live Album mit Orchester fĂŒhrte zu meiner Band-Wiederentdeckung des Jahres. Was haben die fĂŒr viele gute Lieder veröffentlicht, die ich alle gar nicht kenne! Ein NMA - Konzert geht also auch ohne “51st State” und “I love the world”. Das Zusammenspiel zwischen Band und Orchester ist ein Genuss fĂŒr die Ohren. Konzertkarte fĂŒr 2024 ist gekauft.

Highlight: der Einsatz des Orchesters bei 0:37, ach wie gerne wÀre ich in Leipzig dabei gewesen

3. Grotto (#EinarSolberg, Album: 16)

Der SĂ€nger von “Leprous” hat 2023 ein Soloalbum veröffentlicht, auf dem er sich fĂŒr die einzelnen, allesamt recht ruhigen StĂŒcke jeweils mit unterschiedlichen Musikern zusammengetan hat. Ganz hinten auf dem Album versteckt sich das Lied “Grotto”, und dieses mĂŒndet ebenfalls gegen Ende fast ĂŒberraschend in eine atemberaubend schöne Melodie. Dieser Moment will entdeckt werden.

Highlight: es baut sich auf, es baut sich auf, dann brechen die DĂ€mme bei 3:47

4. Unconformities (#TheOcean, Album: Holocene)

Der Mensch ist endlich auf der BildflĂ€che erschienen, auch im Konzept der Berliner Post-Metaller “The Ocean”. Diese umspannt sowohl alle Erdzeitalter, als auch viele ihrer Alben. Auch wenn ich mich mit den Texten von “Holocene” nicht auseinandergesetzt habe, ahne ich, es geht nicht gut aus. Wehe, wehe, wenn die Scheinwerfer angeworfen werden


Highlight: Na klar, der Weltuntergang bei 5:36 - die Lichter gehen an

5. Will anybody ever love me? (#SufjanStevens, Album: Javelin)

Singer-Songwriter ist nicht wirklich meins, aber seit “Carrie & Lowell” von 2015 hat mich der Sufjan. Melodien, Stimme, melancholische Stimmung, vielfĂ€ltiges Klangbild. Ich liebe alles.

Highlight: der Refrain ab 1:04

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6. Sincere (#Soen, Album: Memorial)

Das Album habe ich nie ganz gehört, aber der Opener hier ist richtig stark.

Highlight: “You wanna be someone with self-respect” - nach dem ruhigen Zwischenteil bei 3:40

7. Som Skyer (#Spurv, Album: BrefjĂŠre)

Mein Postrock-Entdeckung des Jahres. Dank an die Veranstalter des Gloomaar-Festivals, die die Norweger samt Posaune nach Neunkirchen eingeladen haben. Bei diesem StĂŒck habe ich Ă€hnlich stark wie in “No medicin for regret” (Mogwai, 2014) das sichere GefĂŒhl, dass alles gut wird.

Highlight: ab 3:57 tut sich erst der Sternenhimmel-Chor auf, dann erklingt die Posaune und schließlich wird alles vom Thema ĂŒberstrahlt. Himmlisch.

8. Hateful (#HEALTH, Album: Rat Wars)

Industrial, der mir peinlicherweise erst von Spotify vorgeschlagen werden musste. Schwarz/Weiß. Hart. Böse. Schön. Tanzen.

Highlight: ganz viele LĂŒgen ab 3:10 und damit dann ab auf die TanzflĂ€che

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9. Pick a cloud (#Leech, Single)

Postrock aus der Schweiz. Leech waren ein weiteres Highlight auf dem Gloomaar. Ihre 2023 veröffentlichte Single ist sehr catchy, gefÀllt mir sehr gut.

Highlight: Augen zu, Postrock-Faust gestreckt und los geht's ab 1:30

10. Hammer from the howling Void (#SulphurAeon, Album: Seven Crowns and seven Seals)

Sagte ich “alles wird gut”? Äh, nein, nicht wenn es nach dem DĂ€monensultan Azathoth geht. Open the Gates! Cthulhuian black Death Metal is coming. Dampfwalze made from hinter dem Dimensionentor.

Highlight: die Sirenen kĂŒndigen die Ankunft des Chaos an bei 0:33

11. Vice (#Archive, Single)

Im Oktober besuchten wir den tollen Auftritt der Band in WI. Dieser musste krankheitsbedingt um ein ganzes Jahr verschoben werden. Ich liebe es, wenn Darius Keeler - ich hoffe wieder gesund - links auf der BĂŒhne mit Hand und Faust zur eigenen Musik abgeht. Diesen Enthusiasmus wĂŒrde ich auch gerne fĂŒr meine Arbeit verspĂŒren :-). Schön, dass die Band beim Konzert auch ihren neuen Song gespielt hat.

Highlight: Coole zweite Runde nach sphÀrischem Zwischenspiel bei 2:40

12. Economies of Scale (#Steven Wilson, Album: The Harmony Codex)

Steven Wilsons Solo - Alben sind immer interessant, da er nie auf der Stelle tritt und man nie weiß, in welche Richtung er diesmal gegangen ist. Ich finde, bei seinem 2023er Album ist es wieder mehr Seele, weniger Plastik, mehr Elektronik, weniger satte Farbe, mehr Hauch. Mehr Prog.

Highlight: Wie gelingt ihm im Mittelteil ab 2:40 ein Ohrwurm ohne Melodie? Und warum singt er “offscale” statt “of scale”?

13. Sirens (#TesseracT, Album: War of Being)

Mein Album 2023! Vielleicht weil ich von den ersten Minuten zunĂ€chst ĂŒberfordert war. Uninspiriertes Chaos? Erst wenn man mal ein GefĂŒhl fĂŒr das Album als Ganzes bekommen hat, macht es plötzlich Klick und alles ergibt Sinn. “Da fĂŒhrt das also hin!” “Deshalb mussten wir diesen Umweg gehen!” Wunderschöne Melodien und ruhige Momente, aber auch HĂ€rte und Gegrunze. Moderner Prog Metal, so soll er fĂŒr mich sein.

Highlight: ab 3:03 klingt das Jahr aus