Hallo, jetzt habe ich Zeit!😀
Zuerst noch einmal Danke für das tolle Feedback an euch alle. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Post so eine Resonanz findet. Zuerst einmal: die Idee kam mehr oder weniger spontan. Zum einen wollte ich etwas mit den beiden Kindern spielen, zum anderen habe ich solche Spiele, wo jeder gegen jeden spielt, so langsam satt. Da braucht man sich ja nicht zu wundern, wie die Welt aussieht, wenn man bereits beim Spielen dazu erzogen wird, immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Kleine (12) eigentlich gar nicht spielen wollte, eben weil sie keine Lust hatte ein Spiel zu verlieren.
@gfSuper Idee!
Im realen Leben wird es meist halt dann spannend, wenn einer nicht mehr so viel beitragen kann / oder nicht mehr das, was er bisher beigetragen hat.
Oder wenn Ressourcen (zu) knapp werden.
Oder einfach Hindernisse auftauchen, die unterschiedlich wahr genommen oder priorisiert werden.
@Chaotica
@gf Finde die Idee ebenfalls gut und spannend. Gibt sogar wissenschaftliche Studien dazu (Spieltheorie). Das funktioniert meist sehr gut im kleinen Kreis, in dem sich auch noch alle persönlich kennen. Was aber, wenn der Kreis sehr viel größer wird? 100 Spieler
innen, 1000, 1. Mio oder mehr? Dann braucht es Mehrheitsentscheidungen und was passiert dann mit denen, die dem nicht zustimmen? Werden die Interessen der Minderheiten noch genügend berücksichtigt? Wer übernimmt dann die Organisation und unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen? Was, wenn Spielerinnen sich etwas mehr abzwacken oder Regeln missachten? Wer übernimmt die unangenehmen/langweiligen Aufgaben, die niemand übernehmen möchte? Usw.
Je nach Regelwerk und Umfang des Spiels, kann das sehr komplex und konträr werden und am Ende stehst du vor den gleichen Aufgaben und Schwierigkeiten, wie sie jede Demokratie zu bewältigen hat.
Die Regeln sind also mehr oder weniger spontan entstanden und sicher ausbaufähig. Aber ich denke, dann wäre es eh ein völlig neues Spiel. Wenn man nach meinen abgeänderten Regeln spielt, ist es eigentlich von vorneherein klar, dass das gemeinsame Ziel erreicht wird. Die Frage ist nur, wann. Man müsste also einen Haufen Zufälle einbauen (gute wie schlechte), man müsste sich die Frage stellen, wie funktioniert das mit mehreren Spielern und so weiter und so fort. Vielleicht kennt jemand so ein Spiel und mag es mir empfehlen? Gerne auch (Rollen-) Spiele welche, die man in einer größeren Gruppe (Schulklasse) spielen kann.
@ceelight @OchMensch
@gfWenn es um mehr als um ein Spiel geht, unterwerfen sich Menschen nicht einfach Entscheidungen, selbst dann nicht, wenn sie der Art der Entscheidungsfindung vorher zugestimmt haben.
Die große Masse tut dies. Mache ja selbst ich in manchen Bereichen. Natürlich gibt es immer ein paar, die Krawall machen, aber das ist in unserer Sozialdemokratie ja auch so.
@OchMensch @ceelight
@gfWas man auch bedenken muss: längst nicht jeder Mensch MAG es, eigene Entscheidungen treffen zu müssen!
Es muss ja keiner wählen/abstimmen. Nichtwähler sind nichts neues.
@Chaotica @OchMensch
@gf Naja, weiß ja nicht. Machen wir ja hier in unserer Demokratie auch. Wir können protestierend Einfluss nehmen, aber schlussendlich entscheiden die, die wir gewählt haben. Ist ja ähnlich,
Das empfinde ich als einen entscheidenden ebenfalls Nachteil an unserem politischen System: zumindest auf Bundesebene gibt es für den Bürger, außer den Wahlen keine Möglichkeit auf den Gesetzgebungsprozess einzugreifen. Eine direkte Demokratie kann dem Abhilfe schaffen. Dann würden sich die Menschen auch mehr respektiert, wenn sie direkt entscheiden können und ihre Entscheidungen anschließend verbindlich sind. Auf Landes- und Kommunalebene funktioniert es ja auch.
@ceelight @Chaotica
@gf Wäre eine Idee, aber würde die Mehrheit das wirklich akzeptieren? Ich bezweifle das. Es könnte ja auch eine Minderheitsmeinung sein, die deinen Interessen, Zielen, Einschätzungen und Ansichten komplett widerspricht.
In einer Demokratie respektiere ich das Abstimmungsergebnis immer (Bei fast jeder Wahl wähle ich die Verlierer.😥). Um zu verhindern, dass Minderheiten anderen ihren Willen aufzwingen, gibt es Quoren. Ein Quorum bestimmt, wie viele Menschen mindestens an der Abstimmung teilnehmen müssen, damit sie überhaupt gültig ist. So erreicht man, dass die Frage, über die abgestimmt wird, überhaupt eine gesellschaftliche Relevanz hat. Ansonsten haben wir ja in Deutschland die Verfassung, in der die Grundrechte festgeschrieben sind. Da dort steht, dass "die Würde des Menschen unantastbar ist", haben wir in hier sogar die Gewissheit, dass keine absolut dummen Gesetze von Bürgern erlassen werden können. So ist es ja in der Schweiz geschehen. Die haben tatsächlich ein Minarettverbot beschlossen. Das wäre in Deutschland undenkbar.
@OchMensch @Chaotica
@gf Ja, das Konzept hat seine Schwächen, da halt auch absehbar ist, wer als nächstes entscheiden darf (Minderheit/Mehrheit). Dann muss Kollege Zufall (das Los) entscheiden.
Das verstehe ich nicht.🤔 Es entscheiden immer alle, die wahlberechtigt sind und wollen. Da muss kein Zufall entscheiden.
So, wer bis hier gelesen hat, hat noch ein Dank verdient. Danke fürs Zuhören!