Endlich ein Deal: Elsevier schließt mit DEAL Vertrag ab https://bibliotheksbubble.de/2023/09/06/endlich-ein-deal-elsevier-schliesst-mit-deal-vertrag-ab/ Man mage es ja fast nicht glauben, aber endlich ist es soweit. Elsevier hat Ja zum DEAL-Konsortium gesagt und heute offizi… #DEAL #Deutschland #Elsevier #OA-Transformation #OpenAccess #Verlage
Endlich ein Deal: Elsevier schließt mit DEAL Vertrag ab – Bibliotheksbubble

@bibbubble Ich bin bei dem Thema nur interessierter Zuschauer, darum die Frage, ob so eine Klausel Standard ist? Aus dem Blogpost: "Der Vertrag kommt nur zustande, wenn (vereinfacht ausgedrückt) 70% der Institutionen, von denen Artikel aus Elsevier-Titeln kommen und 90% derer mit Cell-Press-Titeln teilnehmen." Wird so eine Klausel reingeschrieben, weil Elsevier es will, oder geht es auf das Deal-Konsortium zurück? #OpenAccess
@ingorohlfing Ich bin eher Beifahrerin bei diesem Thema. - @goettker Weißt du da was genaueres? Hart verhandeltes Zugeständnis, um überhaupt einen Deal mit Else-will-viel zu bekommen?
@bibbubble @ingorohlfing
Danke.
Nein, die Klausel ist vernünftig und richtig. Für beide Seiten.
(Das immer unter der Prämisse, dass "die Wissenschaft" ja unbedingt einen Vertrag braucht.)
Wenn nur die Einrichtungen teilnehmen, deren Angehörige nicht/wenig publizieren, gleichzeitig aber der Zugang zum Gesamtportfolio gewährt wird, dann kommt der Verlag nicht auf die erforderlichen (was auch immer das heißt, also Profit) Einnahmen.
Und wir wollen doch nicht, dass Elsevier draufzahlt!!😇
@goettker @ingorohlfing also Ziel, ein gerechterer Ausgleich, aber ein deutlicher Gewinn für die (inter-)nationale Wissenschaft und mehr Sichtbarkeit für deutsche Forschung ...
@bibbubble @ingorohlfing
Das hast du wirklich sehr schön zusammengefasst. 🙂
@goettker @bibbubble @ingorohlfing Beim Elsevier-DEAL handelt es sich um einen Opt-in-Vertrag, d.h. nur wer teilnimmt profitiert und muss zahlen. Beim Wiley- und Springer-DEAL wurde dahingegen aktuell das Publizieren für alle Autor*innen in ganz Deutschland ausgehandelt und die Kosten werden unter den teilnehmenden Institutionen aufgeteilt.

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

Genau deswegen habe ich mal 11 Gründe gesammelt und unserer Bibliothekskommission geschrieben, warum wir auf keinen Fall teilnehmen dürfen:

1. Die Wissenschaftsminister*Innen der EU haben im Mai klar dargelegt, warum TAs wie DEAL nicht im Sinne der Wissenschaft sind und was wir stattdessen tun sollten:

https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2023/05/23/council-calls-for-transparent-equitable-and-open-access-to-scholarly-publications/

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

2. Zehn grosse Wissenschafts-Organisationen, die so ziemlich alle wissenschaftl. Institutionen in der EU vertreten, sehen das ganz genauso:

https://www.coalition-s.org/open-science-stakeholders-welcome-european-efforts-towards-publicly-owned-and-not-for-profit-scholarly-communication/

Eine dieser Organisationen ist auch die EUA. Vollmitglieder der EUA haben also, via EUA, DEAL in der Substanz bereits abgelehnt.

3. Die DFG ist auch eine der Unterstützer der EU Ministerratsbeschlüsse:

https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung_nr_16/index.html

Open Science: stakeholders welcome European efforts towards publicly owned and not-for-profit scholarly communication | Plan S

<p>For European public research and innovation actors, scholarly knowledge is a public good. Publicly funded research and its results should be immediately and openly available to all without barriers such as subscription fees or paywalls. This is essential in driving knowledge forward, promoting innovation and tackling social issues. Key representative organisations of the public research […]</p>

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

4. Zehn internationale Experten sehen das auch so:

https://royalsocietypublishing.org/doi/10.1098/rsos.230206

5. Natürlich sind auch die kleineren Verlage froh, wenn die Monopolisten weg sind und endlich wirkliche Konkurrenz herrscht:

https://blog.pensoft.net/2023/08/21/pensofts-statement-on-the-european-unions-conclusions-on-oa-scholarly-publishing/

6. Selbstverständlich erkennt auch die Organisation der institutionellen Repositorien (COAR), dass wir bereits einen Grossteil der Infrastruktur haben, um die Ministerratssbeschlüsse umzusetzen:

https://www.coar-repositories.org/news-updates/coar-welcomes-the-council-of-eu-conclusions-on-high-quality-transparent-open-trustworthy-and-equitable-scholarly-publishing/

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

7. Elsevier ist Teil des Überwachungskonzerns RELX der auch mit Nachrichtendiensten arbeitet, so dass alle Institutionen mit Zivilklauseln nicht unterschreiben dürfen. In diesem Zusammenhang gilt auch, dass der DEAL-Vertrag höchstwahrscheinlich nicht DSGVO-konform ist (vermutlich ist das nicht nicht einmal überprüfbar, weil E sich weigern wird, jemanden auf seine Server gucken zu lassen), so dass niemand in der EU so einen DEAL unterzeichnen sollte.

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

Grundsätzlich sollte keine Universität, die etwas auf sich hält, als Datenlieferant für internationale Nachrichtendienste fungieren.

https://www.laborjournal.de/rubric/hintergrund/hg/hg_22_05_03.php

https://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/2021/info_wissenschaft_21_43/index.html

https://www.o-bib.de/bib/article/view/5797/8636

8. Alle APCs über ~1.000€ sind zu hoch und sollten grundsätzlich nicht mit öffentlichen Mitteln bezahlt werden:

https://f1000research.com/articles/10-20/v2

Laborjournal online: Hintergrund - Verlage als Datenkraken

Während die Schattenbibliothek Sci-Hub das akademische Publikationswesen revolutioniert, stellen kommerzielle Wissenschaftsverlage seit Jahren ihr Geschäftsmodell um: Sie handeln mit Nutzerdaten. Wissenschaftler sind sich dessen selten bewusst. Wer entscheidet in Zukunft über Richtung und Politik öffentlich finanzierter Forschung? Ist die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr?

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

9. Der Vertrag wurde mit einem Monopolisten verhandelt, obwohl es ausschreibungsfähige Alternativen für die Publikationsdienstleistungen gibt, er verstösst daher gegen Vergaberegeln (siehe auch Grund 1 und 4):

https://bjoern.brembs.net/2022/04/eu-academic-publishers-are-monopolists/

10. DEAL bietet sich als einer der ersten Kandidaten geradezu an, der nach den EU-Ministeratsbeschlüssen abgewickelt gehört:

https://background.tagesspiegel.de/digitalisierung/wissenschaftsverlage-haben-endlich-ausgedient

@zuphilip @goettker @bibbubble @ingorohlfing

11. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass TAs wie Plan S oder DEAL leider nicht transformieren, sondern konsolidieren und kein vernünftiger Mensch setzt etwas fort, was nachweislich nicht funktioniert.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/mde.3493

https://www.coalition-s.org/blog/transformative-journals-analysis-from-the-2022-reports/

Gerne diese Liste weiterverbreiten. Wenn genug Institutionen Rückgrat zeigen, platzt der DEAL.

@brembs @zuphilip @goettker @bibbubble Gemäß der Klausel, die wir gestern besprochen haben, würde eine konzertierte Aktion der relevanten Einrichtungen, die am meisten in Elsevier publizieren, ausreichen.

@ingorohlfing @zuphilip @goettker @bibbubble

Ausgezeichnet! Wissen wir, wer die sind, bzw. wer weiss das?

@brembs @zuphilip @goettker @bibbubble Elsevier dürfte das wissen. Vielleicht kann man sich das aus Publikationsdatenbanken wie Web of Science mit ein wenig Aufwand erschließen. Dort werden die Institutionen der Autor:inen aufgelistet, wenn ich micht nicht irre.
@ingorohlfing @brembs @zuphilip @goettker @bibbubble Die "Liste der teilnahmeberechtigten Einrichtungen" unter https://deal-konsortium.de/vertraege/elsevier hat zwar wenig sprechende Spaltentitel, aber könnte einen ersten Hinweis geben.
Elsevier

DEAL Konsortium

@darisan @ingorohlfing @zuphilip @goettker @bibbubble

WIMRE wurden in unserer BibKommission solche Zahlen gezeigt, aber ich erinnere mich nicht, ob das nur unsere waren, oder auch die von anderen Unis. Denke schon, dass wir auch Daten von anderen gesehen haben. Ich weiss, wer das bei uns macht, dem schreibe ich gleich mal!

@darisan @ingorohlfing @zuphilip @goettker @bibbubble

Die TU9 sind ein guter Startpunkt:

https://www.tu9.de/

Montag hoffentlich mehr.

TU9-Allianz

TU9 ist die Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland: RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruher Institut für Technologie, TU München und Universität Stuttgart.

@darisan @ingorohlfing @brembs @zuphilip @bibbubble
Aus der Tabelle hatte ich grob rausgerechnet, dass die 30 Einrichtungen mit 1% und mehr Publikationsanteil teilnehmen müssten, um den Vertrag zustande kommen zu lassen.
Das sind 3,33% aller berechtigten Einrichtungen.

@goettker @darisan @ingorohlfing @zuphilip @bibbubble

Hier die Top 10 DEAL Einrichtungen (SN und Wiley seit 2019):

@goettker @darisan @ingorohlfing @zuphilip @bibbubble

Hier 1-30 im Textformat mit der Zahl der Publikationen:

Ludwig-Maximilians-Universität in Munich 9,765
Technical University of Munich 9,469
Charité - Universitätsmedizin Berlin 7,496
Heidelberg University 6,164
TU Dresden 6,109
RWTH Aachen University 5,494
University of Erlangen-Nuremberg 5,323
University of Freiburg 5,322
University Medical Center Hamburg-Eppendorf 5,123
University of Tübingen 4,992
University of Cologne 4,869

@brembs
Magst du vielleicht noch die Quelle anfügen? Würd mich freuen, danke dir!
OamFrontendBlazorServer

@ztirfhtor

Unbedingt überprüfen, habe ich hastig in 5min erstellt!

@darisan @ingorohlfing @brembs @zuphilip @goettker @bibbubble Die Spaltentitel dürften aufgelöst bedeuten:
fraction ch = core hybrid
fraction cptl = Cell Press The Lancet
und geben den für die Berechnung maßgeblichen Publikationsanteil pro Einrichtung bei Elsevier an