Es gibt Leute, die bauen ihr Einfamilienhaus im Nichts und erzählen dann, sie brauchen ja drei Autos in der Familie, weil bei ihnen kein Bus fährt.
@sixtus Es gibt auch Leute, die sich weder ein Einfamilienhaus noch die exorbitanten Mieten in der Stadt leisten können und die sich deshalb außerhalb eine Wohnung suchen (müssen). Wenn dann im Umkreis von ca. 20km zur Stadt das Angebot des ÖPNV so dermaßen schlecht ist, dann bleibt kaum eine andere Wahl als das Auto. Das Fahrrad ist nur bedingt tauglich.

@sixtus Das zeigt nur - das Preise und Kosten die effektivste Lenkungswirkung haben.

Jedenfalls solange es einfach und vorhersehbar / transparent ist.

Grünstück im Nirgendwo ist günstiger - alles weitere rechnen die Wenigsten (korrekt) ein.
Uns hat man vor 11 Jahren auch ein billiges großes Grundstück im Nirgendwo gezeigt. Haben dann lieber das kleinere genommen. Bus oder Rad zum Bahnhof oder weiterführende Schule möglich. Rest quasi vor der Haustür.
Wahl aber sicher nicht immer möglich.

@sixtus es gibt Leute, die wohnen in der Stadt und betteln zum Wasser aus den ländlichen Gebieten und bitten um eben diese Dorfbewohner um Steuergelder, zur Subventionsfinanzierung des städtischen ÖPNV.

Ist das richtig?

@kcct12 @sixtus Nein. Die Straßeninstandhaltungskosten von niedrig besiedelten Gebieten ist teurer pro Anwohner/Steuerzahler als die Unterstützung städtischen Nahverkehrs.
@sarahroth @sixtus Das ist falsch. Straßenbeiträge und Grundsteuern werden für Straßenbau- und unterhaltungsarbeiten direkt vor Ort erhoben. Wer diese Beiträge oder die Grundsteuer abschaffen will (AfD), trägt dazu bei, dass die kommunale Selbstverwaltung zerstört wird und nur über das Land und den Bund die Kommunen mit Gesamtsteuermitteln allimentiert werden.
In den Städten gibt es meist Bundes- oder Landesstraßen, keine Gemeinde - oder Kreisstraßen, ergo bezahlt auch die Landbevölkerung mit.
@kcct12 @sixtus Ich habe ja nicht davon gesprochen, über welche Töpfe genau geschoben wird.

@sarahroth @sixtus Geschoben? Töpfe?

Der ländliche Raum bezahlt doppelt. Die Straßen für sich und die in der Stadt. Städter bezahlen nur die Straßen in der Stadt und nicht für den ländlichen Raum.
Plane and simple.

@kcct12 Wow! "Betteln um Wasser?!" Alles in Ordnung bei Dir?

@sixtus Ja ist alles in Ordnung.

Die Städte wachsen seit Jahren und darum steigt der Bedarf an Trinkwasser, welches aufwendig gepumpt werden muss (Stromkosten nicht inklusiv). Der Wasserbezug vom Rhein-Main Gebiet wird aus dem Vogelsberg und sogar aus dem Kellerwald in Nordhessen gespeist. Die notwendige Pumpstrecke steht meist zudem im ländlichen Raum und wird von den Versorgern (Kommunen) betrieben. Gerecht ist das ganze nicht. Daher betteln.

@sixtus auch unsere Eltern in den 70ern haben das gemacht weil es anders nicht finanzierbar war.

Und das gilt heute auch noch so. Speckgürtel/Land ist vermeindlich billiger.

@sixtus wenn's nicht so schwer umsetzbar wäre, sollte es ein CO2-Budget nicht nur für Firmen und Staaten, sondern auch für Einzelpersonen geben. Wer nicht remote arbeitet, sondern tägliche Mobilität will/braucht, wird vom dann in allen anderen Lebensbereichen krassen CO2-Spargebot effektiv vom Bauen im Nichts abgehalten. Oder braucht eben sein ganzes Budget für das Häuschen am Waldrand auf *achselzuck*. Momentan darf jede*r sein Work-Living-Modell auf CO2-Kosten der Allgemeinheit planen.
@swimtt @sixtus dann mit CO2 Kompensation im Arbeitsvertrag, wenn Präsenz verlangt wird? Was ist, wenn Remotearbeit nicht möglich ist weil kein Arbeitsplatz zu Hause möglich ist, der den Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung gerecht wird?
@barbarossa jede*r Mensch hat die Freiheit, sich Leben, Arbeit und Wohnort nach seinen Prioritäten einzurichten: Bequemlichkeit, Nähe zur Familie, Naturnähe, Nachhaltigkeit. Choose! (Tipp: Prioritäten ab und an neu zu bewerten, ja sogar umziehen ist möglich).
@sixtus
@sixtus Die Wahl zwischen horrenden Mieten oder horrenden Fahrtkosten. Mehr hat man nicht. Und Orte mit über 2000 Einwohnern 3 km von der Kölner Stadtgrenze sind bei weitem nicht im Nirgendwo.
@sixtus Wenn von Pulheim in die Kreistadt Bergheim lange Zeit kein Bus fuhr und Azubis nur über Köln und Horrem zur Berufschule kamen, dann stimmte was nicht.
@sixtus es gibt einen Staat, der das auf vielfältige Weise fördert: bspw. mit der Pendlerpauschale
@sixtus
Ich wünschte wirklich, daß kein Bus fährt wäre nur ein Problem im "Nichts".