Finde diese ganze Erzählung von "hier gibts nur Nerds" zunehmend unangenehm. Aus so vielen Gründen. Möglicherweise wird das jetzt ein Thread, wo ich die aufzähle...
Also zunächst mal fällt auf, dass das meistens von Leuten kommt, die selber als pretty nerdy durchgehen. Was ist das eigentlich? Könnte es sich hier vielleicht um einen Fall von internalisierter Nerdfeindlichkeit handeln?
Dann: Social Media und ganz besonders Twitter ist groß geworden durch Nerds. Es war einfach großartig, dass man zu jedem Thema jemanden finden konnte, der sich wirklich, wirklich auskannte. Also kann es nicht wirklich um Nerds gehen, sondern es sind eher bloß IT-Nerds gemeint?
Wenn das aber wiederum so gemeint ist, dann hat es überhaupt nichts mit meiner erlebten Realität hier zu tun. Ich hab hier allerlei Leute in meiner Timeline, die nich wirklich viel Ahnung von IT haben aber interessante Expertise in ganz anderen Bereichen.
Und ich finde es schon ein bisschen verstörend, dass die Leute sich hier über zu viel Nerdtum beklagen und dann zu Plattformen gehen, die literally Nerds _gehören_. Oder was bitte sind Zuck, Elon oder Dorsey, wenn nicht Obernerds?!

Zusammenfassend gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass dieses ganze Nerd-Thema vom eigentlichen Thema komplett ablenkt. Und das eigentliche Thema ist: Kontrolle, Macht, Wille zur Unterwerfung und Angst vor Verantwortung.

Und zwar bis sehr tief in die Psychologie rein. Es ist im Grunde eine Variante des Stockholmsyndroms. Die Leute gehen aus den selben Gründen zu Corporate Social Media aus denen sie rechte Parteien wählen.

@benni Dein letzter Satz ist ziemlich ... ähm ... gewagt. Ich fürchte, da hast du einen Kurzschluss in deinem Denken. Was eins nicht nur daran sieht, wie im Moment Kultur/Umgang beispielsweise auf Bluesky sind sondern auch historisch, wenn ich an das frühere Twitter denke, an Tumblr, Reddit. Die sind alle corporate. Was für eine große Rolle Niedrigschwelligkeit spielt, haben Snap und vor allem Tiktok ja deutlich gezeigt. Und nein, Mastodon ist nicht niedrigschwellig.
@ennopark @benni Ich hatte das so verstanden, dass es genau darum geht. Corporates versuchen ein niederschwelliges Angebot zu machen, zumindest solange sie noch User und auf dem Markt Verbreitung suchen und nicht nur Nische sein wollen. Sie bieten einfache Lösungen schließen aber die Mitbewerber aus und dann diktieren sie die AGBs. Insofern passt Kapitalismus schon gut zum Faschismus, denn es geht um Verdrängung und das Schaffen von Abhängigkeiten.
@suessbisscharf @benni Hmm, ja kann sein. Aber Twitter war eigentlich auch nicht niederschwellig. So viele Leute, die um 2010 herum sagten, sie seien zwar auf Twitter angemeldet, aber verstünden nicht, wie sie das jetzt benutzen sollen und kämen damit nicht klar. Damals war die Funktionalität wirklich äußerst simpel/überschaubar im Vergleich zu heute. Es geht wohl auch darum, ob die FOMO reicht, sich Mühe zu geben, ein Tool zu erlernen.
@ennopark @suessbisscharf @benni Keines dieser Netzwerke war m.E. in der Bedienung schwierig. Am ehesten noch Facebook - das fand ich immer vollkommen überfrachtet und unbenutzbar.
Kompliziert ist für Newbies eher, ihre Bubble aufzubauen. Und das geht in einem Netzwerk, in dem die großen Firmen/Medienanbieter/Promis dominieren halt leichter als im Fediverse.