Vor einiger Zeit hörte ich einen Vortrag von Damaris Nübling, Sprachwissenschaftlerin an der Uni Mainz, die empirisch die Veränderungen in der Sprache untersucht, speziell im Hinblick auf die Verwobenheit von Sprache und Gender. Das ist alles außerordentlich spannend und komplex. Ich habe die für mich interessantesten Punkte aufgeschrieben, hier ist der Link.

Angesichts der Vielschichtigkeit des Themas ist es schockierend und beschämend für unsere Kultur, auf was für einem unterirdischen Niveau das alles diskutiert wird. Vor allem auch die Medien versagen hier total, indem sie den lauten und dumpfen Stimmen so viel Raum geben, die nichts zu einer sachlichen Debatte beitragen, sondern nur antifeministische Ressentiments streuen und das Thema "Gendern" für vollkommen andere Agenden instrumentalisieren.

Warum sind dort nicht differenzierte und sachkundige Stimmen wie Damaris Nübling zu hören? Ja, schon klar, differenziert und sachkundig klickt sich nicht.

#Sprache #Gender #gendern

https://www.bzw-weiterdenken.de/2023/07/viel-mehr-als-weibliche-endungen-zehn-punkte-zur-verwobenheit-von-sprache-und-geschlecht/

beziehungsweise – weiterdenken : Viel mehr als weibliche Endungen: Zehn Punkte zur Verwobenheit von Sprache und Geschlecht

beziehungsweise - weiterdenken ist ein Internetforum, das ein philosophisches und politisches Gespräch unter Frauen ermöglicht.

@antjeschrupp

Die Pflicht zum "geschlechtseindeutigen Vornamen", die mal in einer Verwaltungsvorschrift stand, ist inzwischen mW ausser Kraft. Das ist aber noch nicht bei allen MA der Standesämter angekommen.

Es werden aber auch regelmässig uneindeutige Vornamen eingetragen. Zum Beispiel norddeutsche wie Eike oder Meine.

Bei nichtbinärem Eintrag, also "divers" oder Streichung ist es dann auch vollkommen egal. Ich kenne zB eine Person mit den Vornamen Norman Anja.

@jaddy Das steht ja in dem Text, dass der geschlechtseindeutige Vorname nicht mehr Pflicht ist. Aber "falschgeschlechtliche" sind trotzdem nicht erlaubt.
@jaddy (Zumindest hat Frau Nübling das in ihrem Vortrag gesagt, dass falschgeschlechtliche Namen nicht erlaubt sind, wenn du da gegenteilige Informationen hast, würde mich das interessieren).

@antjeschrupp @jaddy

Das ist auch mein Wissensstand.
Aber bei gestrichen oder divers scheints egal zu sein.

Ich hab ja einen "weiblichen", einen "neutralen" & einen "männlichen".

Aber bei Eintrag "weiblich" zB Richard oder auch Marla Richard / bei "männlich" Barbara oder Benjamin Barbara ist nicht erlaubt.

@zesyra @jaddy ja genau, bei nicht-binären Personen ist ja kein Name per se "falschgeschlechtlich"