@mauriceconrad schreibt in der taz, dass 46% der Sonneberger*innen ihre Stimme nicht der #noAfD gegeben hätten.

https://taz.de/Protest-gegen-AfD-Landrat/!5944661/

Das ist nicht richtig.

Ich weiß nicht, wo diese Zahl her ist. Hier steht, dass der CDU-Gegenkandidat 48,2% der Stimmen hatte:

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/sued-thueringen/sonneberg/landratswahl-ergebnisse-gemeinden-stimmen-100.html

Aber auch das wäre nicht die richtige Zahl, denn die Wahlbeteiligung lag nur bei 60%.

11.500 Menschen gibt es in Sonneberg. Eine Wahlbeteiligung von 60% bedeutet, dass 6900 gewählt haben. 51,8% für die AfD = 3574 AfD-Wähler*innen. Das sind 31% der Sonneberger*innen.

Also haben 69% nicht AfD gewählt. Über zwei Drittel. Die 31% sind nicht schön. Kann man drehen, wie man will, aber solche Fehler sollten Informatiker*innen nicht unterlaufen und wenn, dann sollten sie im Redaktionsprozess vor Veröffentlichung gefunden werden.

Maurice Conrad ist nach #Sonneberg gefahren, um dort ein Video „CSD in Sonneberg“ zu drehen. MC vergleicht Sonneberg mit #Mainz und #Köln.

Ich denke, MC sollte Sonneberg mit einer Kleinstadt in ähnlicher ländlicher Struktur im Westen vergleichen.

Ansonsten noch mal die Gesamtsituation überdenken. #Wessi kommt in Stadt, die gerade im Fokus des Medieninteresses ist und dreht da ein Heldenvideo.

Sorry, ej, das ist einfach daneben.

Versteht irgendjemand, was ich meine? Auch als Nicht-Nazi aus Sonneberg würde ich mich darüber ärgern, dass da welche ankommen und nur darauf warten, dass die Nazis reagieren, um das verwursten zu können. Nazi-Tourismus, so was wie Katastrophen-Tourismus.

Das Gegenstück war #FeineSahneFischFilet, die mehrere Konzerte für die lokalen Antifaschist*innen gegeben habe. Das ist toll, das ist Solidarität, das stärkt die, die Stärkung brauchen.

Maurice Conrad endet mit: „Wir müssen diejenigen vor Ort unterstützen, die aufstehen und die es sich nicht bequem machen, wenn Faschisten an die Macht kommen.“

Ich glaube, MC hat das Gegenteil getan. Vielleicht kommt er noch einmal zurück und gibt ein paar Konzerte in derselben Kellerbar wie #FeineSahneFischFilet.

Und nicht, dass hier jemand was falsch versteht, ich war 2018 mit einem schwulen Freund bei #WirSindMehr in #Chemnitz (und habe fotografiert, Bild war auch in der taz). Ich lehne die AfD ab und natürlich auch Menschen, die anderen Menschen wegen ihres Aussehens irgendwas hinterherrufen.

#Nura #Nazis #NoNazis #Ossis #Wessis

Protest gegen AfD-Landrat: CSD in Sonneberg

Nach dem rechten Lokalwahlerfolg in Thüringen dreht un­se­r*e Au­to­r*in auf dem Stadtplatz ein queeres Video. Es folgten keine Äxte, aber Beschimpfungen.

@stefanmuelller Lieber Stefan, es ist schade dass du dich zwar sehr intensiv mit dem Wahlergebnis- nicht aber mit unserem Video - auseinandergesetzt hat. Das Musikvideo ist gemeinsam mit der lokalen Queercommnunity vor Ort entstanden. Es ist kein „Wessi der in den Osten kommt“ sondern ein politisches Emanzipationsprojekt, das zeigen nicht nur die Reaktionen aus Sonneberg. Ich könnte jetzt auszählen, wie viele Menschen aus der Stadt uns im Nachhinein geschrieben haben.
@stefanmuelller Von jung bis alt war das Feedback - wenn man von einigen Wessis absieht: „Danke, dass Sonneberg einmal so da steht, nicht immer nu im negativen Licht“. Das war ja auch Ziel, nicht die Wähler*innen zu beschimpfen sondern Sonneberg etwas zu geben, womit viele vielleicht nicht mehr gerechnet haben. Wenn ich als Künstler*in nur noch, in mainz (weil ich da wohne) gemeinsam mit anderen Musik machen soll, dann hat sich das Projekt „politische Kunst“ auch erübrigt.
@stefanmuelller Das letzte, was die Antifaschist*innen (mit denen ich geredet habe) in Sonneberg wollen ist, dass Wessis den Opfer Mythos der AfD vorantreiben und keine Aktionen und Solidarität mehr vor Ort gestalten und die Leute vor Ort einbinden. Hätte ich dieser Devise gefolgt, gebe es jetzt keine queer community in Sonneberg die sich im Rahmen des Musikvideos jetzt gerade beginnt zu vernetzen. Ja, das würde ich einen kleinen Erfolg nennen.
@stefanmuelller aber natürlich kann man feststellen, dass ein queeres Musikvideo in Sonneberg nicht den Faschismus abgeschafft hat - sondern nur wie unzählige andere Aktionen - ein kleiner Teil dessen ist, was von Nöten ist. Und in meiner Kolumne geschrieben und da stehe ich weiterhin hinter: die Menschen vor Ort unterstützen, sich zu vernetzen. Aus antifaschistischer und aus queerer Sicht. Weil genau das haben wir diese Musikvideo ganz real getan.
@stefanmuelller Musikvideo ist vielleicht nicht der der alltägliche Protest wie eine Demo. Aber genau das macht die Kunst so wertvoll: weil sie für immer bleibt, weil sie für sehr viele Menschen (und das darf ich so sagen, weil das Feedback habe ich bekommen) vor Ort etwas gegeben hat, was ihnen Mut gibt. Ich habe etwas getan, was in meinen Möglichkeiten lag und unzähligen queeren Menschen vor Ort Kraft und Mut gegeben hat. Das ist sicherlich nicht alles, aber es ist etwas.

@mauriceconrad

Liebe*r Maurice, gut. Danke für Deine Antwort.

Ich habe mir das Video angeguckt und gesehen, dass Du Menschen aus Coburg und Sonneberg gedankt hast. Und dachte: OK. Mainz, Köln und Coburg reiten in Sonneberg ein. Machen ein Video und verschwinden wieder. Aber wenn es so ist, wie Du beschreibst, ist es großartig. Dann bringt es wahrscheinlich wirklich was. Vielleicht kannst Du das mit den 46% in der taz ja noch berichtigen. Es sieht wirklich schlimm aus. So schlimm ist es noch nicht, aber ist schon schlimm genug. Mehr als 2/3 haben keine AfD gewählt und die müssen gestärkt (und für Wahlen aktiviert) werden. Du hast dazu beigetragen. Danke dafür!

Was Du mit Opfer-Mythos genau meinst, weiß ich nicht. Die AfD ist kein Opfer. Die Ossis sind schon Opfer. Ist halt unsexy, drüber zu reden. Man wird dann als #JammerOssi bezeichnet. Deshalb können das nur Professor*innen wie #Oschmann tun.

Die #noAfD holt die Ossis da ab. Das ist das Schlimme. Deswegen ist es großartig, dass die Grünen jetzt mal wieder in #Sachsen auf Tour gehen und dass das auch funktioniert hat.

Die #noAfD wurde von #Wessis aufgebaut, weshalb es auch irgendwie schräg von denen ist, von Wende 2.0 und so zu faseln. Aber es verfängt. Leider.

Hier dazu, wer die Nazis sind:
https://so-isser-der-ossi.de/2019/09/03/der-ossi-ist-nicht-demokratiefaehig-merkt-ihrs-noch/

Bernd #Höcke ist aus NRW. Kalbitz ist aus München.

Der Ossi ist nicht demokratiefähig. Merkt Ihr's noch? - So isser, der Ossi

(aktua­li­siert u.a. 03.11.2021,09.12.2021, 22.12.21,07.01.2022,12.01.2022, 14.01.2022, 16.02.2022, 13.03.2022, 11.04.2022, 27.02.2024) Die Behaup­tung, die Ossis sei­en nicht demo­kra­tie­fä­hig, fin­det sich immer wie­der. In den Print-Medi­en, im Radio, im Fern­se­hen, ja, sogar im Inter­net. Aber, und hier stim­me ich zum ers­ten Mal in … Weiterlesen →

So isser, der Ossi