2011: Union & FDP stimmen für Atomausstieg 2022
2012: Halten am Ausstieg fest
2013: Halten am Ausstieg fest
2014: Halten am Ausstieg fest
2015: Halten am Ausstieg fest
2016: Halten am Ausstieg fest
2017: Halten am Ausstieg fest
2018: Halten am Ausstieg fest
2019: Halten am Ausstieg fest
2020: Halten am Ausstieg fest
2021: Halten am Ausstieg fest
2022: Woah, warum machen die Grünen den Atomausstieg?!

Ich weiß schon, was die (beste) Reaktion auf dieses Sharepic sein wird: "Ja, 2022 kam die Krise, Situationen ändern sich, man darf Fehler auch eingestehen."

Stimmt! Und es ist auch definitiv ein Fehler gewesen, zuerst aus der Atomkraft auszusteigen, vor Gas und Kohle. Atomkraft ist weitaus sicherer und klimafreundlicher als Gas und Kohle und da wurde definitiv auch mit viel Emotionen eine irrationalere Entscheidung getroffen.
Aber auch hier muss man eingestehen: 2022 den Atomausstieg der letzten drei Kernkraftwerke rückgängig zu machen, war leider viel zu spät. Wenn die Union das hätte tun wollen, hätte sie das früher entscheiden müssen, sie hatte bis 3 Monate vor dem russischen Überfall noch die Regierungsverantwortung inne. Ein AKW kann man nicht einfach an- oder ausknipsen. Eine Verlängerung hätte spätestens 2019 beschlossen werden müssen.

@Volksverpetzer

> Atomkraft ist weitaus sicherer und klimafreundlicher als Gas und Kohle und da wurde definitiv auch mit viel Emotionen eine irrationalere Entscheidung getroffen.

Selbst das ist umstritten, weil man nicht nur auf den Ausstoß lokal gucken kann. Was klimatechnisch gegen AKWs spricht:

* Förderung von Brennstoffen ist begrenzt und ist auch nicht besonders umweltfreundlich, passiert aber nicht bei uns, die Schäden tragen erstmal andere
* AKWs benötigen viel Kühlung die mit fortschreitendem Klimawandel teurer und schwieriger wird. Das führt zu Abschaltungen und auch aufgewärmten Flüssen
* AKWs können nicht spontan hoch/runter gefahren werden und sind deshalb AFAIK nicht gut in Kombination mit Erneuerbaren einsetzbar.
* Es ist die teuerste Energieform und auch das ist klimapolitisch relevant: Die Einsparungen können nämlich genutzt werden um woanders auszubauen.

Sprich, der AKW-Ausstieg (auch der erste) hätten mglw. genug Ressourcen (Geld, Zeit) geboten um schneller auf Erneuerbare umzusteigen, und damit ggf. sogar mehr CO2 einzusparen. Sowas hochzurechnen ist natürlich nicht trivial, aber einfach auf den Brutto-Ausstoß zu gucken reicht auch nicht.

Aber wir haben halt nicht EE ausgebaut in der Zeit. DAS war der große Fehler.

@ljrk @Volksverpetzer Es sprechen zwei große Argumente gegen Atomkraft: Erstens die Kosten - insbesondere, wenn man Versicherungen, Rückbau, und Endlagerung berücksichtigt. Für das Geld kann man verdammt viele Erneuerbare inkl. Speicher entwickeln und bauen.
Zweitens die Grenzen der Nutzung. Atomkraft kann bestenfalls in hochtechnischen stabilen Gesellschaften mit akzeptablem Risiko betrieben werden. Wir brauchen also sowieso alternative Lösungen für weniger stabile und entwickelte Länder.