Ich fahre sowohl #Auto als auch ÖPNV und #Rad. Auf manche Dinge habe ich eine andere Sicht. Z.B. finde ich, dass viele Maßnahmen zum Schutz von Radfahrenden auch gut für Autofahrende sind. Z.B. Radwege, an denen man mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Abstand vorbei fahren kann, ohne die Spur wechseln zu müssen.
Ich will Radfahrende nicht gefährden und merke immer wieder entsetzt, wie schwer das häufig ist.
Deshalb bereitet es mir diebische Freude, wenn ich durch mein Verhalten mal was ändern kann.
So wie neulich, als nicht genug Platz zum überholen eines Rads mit ausreichend Abstand war und ich 5 Minuten lang einfach dahinter blieb. Damit habe ich nicht nur selbst den Radfahrer nicht in Gefahr gebracht, sondern auch die 20 Autos hinter mir davon abgehalten, das zu tun.
Ich würde mir wünschen, dass
1) viel mehr andere Autofahrende regelkonform radumsichtig fahren.
2) der Straßenverkehr so angepasst wird, dass radumsichtiges Fahren einem nicht so schwer gemacht wird (Rechtsabbiegen, breite Radwege).

ich frage mich oft: Warum wird Verkehrsplanung so gemacht, dass die einzigen, die davon profitieren jene sind, die sich nicht an die Regeln halten? Warum wird einem radumsichtiges Autofahren so schwer gemacht? Das ist doch völlig verdreht, wenn die Unstände jene belohnen, die die Regeln missachten

Deshalb werbe ich dafür, die Grenzen des Streits zu verschieben. Nicht zwischen Radfahrenden einerseits und Autofahrenden andererseits. Sondern zwischen Radfahrenden und radumsichtigen (= regelkonform!) Autofahrenden einerseits und verkehrswidrig fahrenden Autos andererseits.

@reticuleena
Ich habe kürzlich einen Beitrag gehört, in welchem es um Radfahren in NL ging: Wenn es dort zu einem Unfall mit KFZ Beteiligung geht, wird erstmal grundsätzlich von der Schuld der Fahrzeugführer:in ausgegangen.
(kann mich täuschen) Ich glaube, dass würde die gebotene Vorsicht erheblich vergrößern