Boris Palmer zeigt - neben Populismus - mal wieder anschaulich, dass er durchaus versteht, dass Worte verletzen können. Den Vorwurf, rassistisch zu handeln, weist er weit von sich, aber v.a., weil er sich als „Nazi“ oder „Rassist“ beleidigt sieht. Für das eigene - weiße - Wohlbefinden müssten von Rassismus Betroffene rassistische Sprache eben einfach ertragen. Dass diese Hierarchisierung von Rassismus zeugt, erkennen viele nicht. Palmer ist hier nur ein Beispiel unter vielen.
Wir müssen über Rassismus als Verhältnis sprechen und wegkommen von dieser Personalisierung von Rassismus als etwas, das „böse Leute“ (immer andere) machen. Sie erlaubt die Fantasie, sich damit als „guter Mensch“ nicht auseinandersetzen zu müssen. Als würde Rassismus verschwinden, wenn einzelne Rassist*innen verschwänden. Nur weil ich mit rassistischen Bezeichnungen aufgewachsen bin, die ich nicht als solche erkannt habe, heißt das nicht, dass sie OK sind. Es ist dann an mir, umzulernen.
Nicht missverstehen: dass Leute wie Palmer sich mit rassistischer Sprache brüsten und populistisch Stimmung damit machen, während sie sich als vermeintliche Rebell*innen gefallen, ist eine zwar platte, aber perfide Strategie. Wer das macht, verdient Kritik und zwar auch personalisierte. Vor allem, wenn es wiederholt und in voller Absicht geschieht. Was Palmer hier tut, ist rassistisch, chauvinistisch, reaktionär und gefährlich. Und peinlich.