Die Forderung nach Friedensverhandlungen beinhaltet einen Trick, der in den letzten Jahren inflationär genutzt wird - leider weil er so gut funktioniert:

Der Trick ist, etwas so zu fordern, dass es sich so anhört als ob das, was gefordert wird, noch nie passiert ist.

"Die Klimaaktivisten sollen erst mal Vorschläge machen!"

Natürlich machen sie seit Jahren Vorschläge.

"Warum zahlt Deutschland schon wieder als einziger für alle anderen?"

Natürlich zahlen andere auch und zwar wesentlich mehr.

Und genau so gab und gibt es selbstverständlich immer wieder Versuche für Verhandlungen. Sie haben halt bisher nichts erreichen können.

Weiter:
Das kombiniert man dann auch noch mit einem zweiten Trick, nämlich der angegriffenen Partei zu unterstellen, das Gegenteil von dem zu wollen, was man sich gerade als eigene Forderung rausgepickt und so zuvor unterstellt hat, dass es nicht passiert.

Also "Waffen liefern". Niemand _will_ das und man sieht das zB daran, wie lange das dauert.

Warum macht man das?

Es geht den "Friedensaktivist*innen" um Wagenknecht und Schwarzer nicht um Frieden.

Es geht - wie allen Populisten - um eine Erzählung, in der es zwei absolute Seiten gibt. Die eigene und die falsche. Das geht nur, wenn die andere Seite vollständig abgelehnt werden kann.

Und dafür muss man die andere Seite erst mal so konstruieren, dass alles, was man selbst behalten will, dort nicht mehr vorhanden ist. Also darf der Gegner nicht mehr "Frieden wollen" und "verhandeln".

@jensscholz
Glaub mir. Mir geht es um das Wohl der Menschen und den Schutz des Lebens, wenn ich fordere, dass alles getan werden muss, um möglichst schnell einen Waffenstillstand zu erreichen, der solange anhalten sollte, bis auf dem Verhandlungswege! eine Einigung gefunden wurde.
Frieden muss jede für sich selber machen, aber das Morden, Vertreiben und Traumatisierten muss aufhören! Die Streithammel auseinander zu bringen, ist allerdings eine gemeinsame Anstrengung!
@SebastianGallehr
Glaubst Du wirklich, irgendjemand (der tatsächlich politisch damit befasst ist) möchte das nicht? Das ist, wovon ich spreche: Dass der Eindruck entstehen soll, es gäbe hier einen Gegensatz. Waffen werden ua geliefert, _damit_ Russland klar wird, dass sie an den Verhandlungstisch müssen, denn sie erhöhen den Druck dazu. Ein Waffenstillstand wäre für Russland unnötig, wenn die Ukraine keine Waffen hätte und sich nicht erfolgreich wehren könnte.
@jensscholz
Schön zu hören! So kenne ich dich.
Mit geht es in erster Linie nicht um die Waffenlieferungen sondern darum, wem die in die Hand gedrückt werden.
Unsere demokratische Entscheidung, keine Waffen an Kriegsparteien zu liefern, resultierte aus einer historischen Erfahrung, dass das nie deeskaliert.
Harte Sanktionen und Waffeneinsatz nur unter internationalem Befehl ist meine Forderung.
@SebastianGallehr Naja, das musst Du ja nicht mal besonders vehement fordern, denn das ist ja eh schon so: kein Land der Welt wird ja plötzlich sagen, dass es in einen Krieg gegen Russland einsteigen wird und die NATO-Richtlinien geben hier enge Grenzen vor Seit Anfang an wird immer wieder erklärt dass es keinen direkten Waffeneinsatz geben wird, wenn die Frage nach mehr Beteiligung als Waffen- und Materiallieferungen gestellt wird (zB letztes Jahr, als es um den Schutz des Luftraums ging).
@jensscholz
Am liebsten hätte ich internationale Blauhelmtruppen, die robust, auch mit Waffeneinsatz! dafür sorgen, dass die Waffen der Kriegsparteien schweigen. Geht nicht mit der derzeitigen Verfasstheit der UN. Ist mir auch klar.
Wenn das aber nicht geht, dann keine Waffenlieferungen an Kämpfer, die unter dem Befehl einer Kriegspartei stehen.
Das muss ich "besonders verhemt" fordern, weil noch nicht einmal der pazifistische Grundgedanke dahinter kapiert wird.