Ein Freund und seine insgesamt 5-köpfige Familie verlieren zum 01.12.23 wegen Eigenbedarfskündigung ihre Wohnung. Nun wird es in Berlin ein echtes Problem, Ersatz zu finden. Bezahlbaren Ersatz. Gesucht wird vornehmlich in Reinickendorf oder Spandau. Hat jemand Rat ist hat eine passende Wohnung zur Hand?

Gerne boosten, vielen Dank!

@schrottie @dada87 Keine Wohnung, aber: Sofort beginnen, zu suchen, und alle Bemühungen akribisch (mit Speicherung Suchanfragen, Emails, Telefonprotokoll, Hilfen von Freunden wie diese usw.) in Liste mit Anhängen dokumentieren. Und: Auch wenn es unsinnig erscheint im *gesamten* (!) Stadtgebiet inkl Köpenick… Anfragen stellen und dabei jeweils Dauer Fahrtwege zu Schule/Job (>1h?) dokumentieren.
Warum?
Wenn das vor Gericht geht, sind das zwei alles entscheidende Punkte. Spreche aus Erfahrung.
@schrottie @dada87 Zwei hypothetische Szenarien, warum es vor Gericht gehen könnte: (1) Deine Freunde klagen gegen die Kündigung, weil sie nicht glaubwürdig/begründet ist oder der Vermieter ihnen nicht selbst Ersatz anbietet. (2) Deine Freunde finden nix und sind dann mit einer Räumungsklage konfrontiert. In beiden hypothetischen Fällen gehört umfassende und dokumentierte Suche im gesamten Stadtgebiet (nix 10km- oder 1h-Radius o.ä.!!!) zum Wichtigsten.
Ich wünsche Deinen Freunden alles Gute!
@schrottie @dada87 Nochmal andersrum, ein Gericht wird keine noch so intensive Suche nach Ersatzwohnung als solche akzeptieren, wenn nicht nachweislich im ganzen Stadtgebiet gesucht wurde. Wenn man dann sagt “aber neue Whg darf nicht weiter als 1h von Schule weg sein”, ist denen das egal und es wird aus diesem formalen Grund gegen einen entschieden. Heißt nicht, nach Köpenick ziehen zu müssen, sondern nur, Suchbemühungen in ganzer Stadt formal nachzuweisen, um vor Gericht Chancen zu haben.
@christianschwaegerl @dada87 Okay, wow. Vielen Dank für die Erläuterungen, ich gebe das mal direkt weiter.
@schrottie @dada87 Ich weiß, dass einem in der Situation eine Million Sachen durch den Kopf gehen und man so dermaßen auf die konkrete Suche nach etwas Passendem fokussiert ist, dass einem, was ich geschrieben habe, ziemlich absurd und ablenkend vorkommen mag. Aber wenn es hart auf hart kommt, will man nicht an solchen Formalien scheitern. Bin kein RA, und jede Situation ist anders und braucht prof. Rechtsberatung. Aber das obige habe ich aus Erfahrung als Mieter gelernt.
@christianschwaegerl @schrottie @dada87 zudem muss es sich um Eigenbedarf handeln. Wenn dann die Wohnung ggf. weiter vernietet wird oder aufgeteilt wird (sie scheint ja recht gross zu sein) kann man einiges geltend machen: Umzugskosten und Differenz zur neuen Miete. Auch hier alles dokumentieren und aufbewahren.
@Tim_Struppel @schrottie @dada87 Yep, erfreulich wäre es, wenn die Rechtsprechung mal für Mieter*innen entscheiden würde, wenn der Eigenbedarf vom Eigentümer nicht lückenlos nachgewiesen werden kann und wenn klar wäre, dass es eine Nachkontrolle gibt....
@christianschwaegerl und vor allem hier nicht bauernschlau die 96 jährige oma in eine vier Zimmer Wohnung eingemietet wird, die aus ihrer eigenen Wohnung gar nicht raus will und man nur hofft, das die alte dann in den nächsten Monaten stirbt...
@schrottie leider nix konkretes aber langfristig könnten sie auf dem gemeinsamen Portal der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften fündig werden: https://inberlinwohnen.de/wohnungsfinder/
Wohnungsfinder - inberlinwohnen.de

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