Ich fand den neuen IM WESTEN NICHTS NEUES so doof und habe deswegen jetzt mal das Buch gelesen, ich kannte die den (beeindruckenden) Film aus den Dreißigern. Es ist eigentlich schon ein Skandal! Da sitzen irgendwo Drehbuch-Autoren oder Netflix-Redakteure und lesen dieses emotional so unmittelbar berührende Buch, das ja keineswegs irgendwie zu leise wäre, und sagen dann trotzdem: Na ja, aber das zündet nicht, das muss schon ein Kind sein, das den einen aus Rache erschießt, und am Ende so richtig…
…ein Wettlauf gegen die Uhr, der zwar dem Titel und der Schlusspointen der ganzen Geschichte widerspricht, der Heeresbericht beschränkte sich an diesem Tag sicher nicht auf diesen einen Halbsatz; aber sonst pennen uns die Leute ja weg auf dem Sofa. Und für diese, Entschuldigung, mutwillige Komplettverblödung wird man dann mit einer Oscar-Nomminierung in der Kategorie „Bester Film“ belohnt. Unfassbar.
@larsweisbrod Ich hab weder das Buch gelesen noch die alte Verfilmung gesehen. Die Netflix-Film hab ich daher als eigenständiges Werk wahrgenommen. Ich fand den Film extrem bedrückend und schwer anzuschauen, dem Thema angemessen, (wenn auch offenbar nicht dem Buch). Allerdings hab ich daraus nichts Neues gelernt. Krieg ist Horrorshow und erniedrigt Menschen. Ich vermute das wäre mir mit dem Buch nicht anders gegangen. International wird der Netflix-Film bedeutend besser bewertet als in D-Land.
@larsweisbrod Mir ist nicht ganz klar, was die Erwartung deutscher Kritiker ist, die alle in deine Kerbe schlagen. Es gibt schließlich bereits einen Film, der die Geschehnisse aus dem Buch exakt wieder gibt. Hätte Edward Berger diesen kopieren sollen? Dannn wäre sein Film überflüssig genannt worden. Oder hätte er einen anderen Titel wählen sollen? Dann hätte man ihm die Nähe zum Buch vorgeworfen.
Jedenfalls muss man die herausragenden schauspielerischen Leistungen anerkennen.