So lange wie sich diese deutsche Panzer(nicht)lieferung an die Ukraine jetzt schon hinzieht, muss man den Eindruck bekommen, das Zögern und sich nicht Festlegen sei die eigentliche Strategie. Verneint man den Wunsch der Ukraine, verrät man das Land, dem man doch Hilfe versprochen hat. Liefert man, trägt man zu dieser ominösen "Eskalation" bei, für die niemand die Verantwortung haben will. Also hält man sich im Niemandsland zwischen den beiden Optionen auf, so lange wie es geht.
Was ist das Endgame dieser Strategie? Keine Ahnung, aber es muss irgendwas von außen passieren. Ich verstehe aber nicht, was das Junktim mit der Lieferung der US-Panzer soll. Will man die Amerikaner damit motivieren, Deutschland beizustehen, wenn Russland es angreift, weil es Panzer geliefert hat? Würden die USA als NATO-Mitglied das nicht sowieso tun? Was sollen künstlich konstruierten Abhängigkeiten?
Das Verrückte ist, dass hier seit Monaten fast nichts passiert, aber es m.E. noch keinem/keiner Journalist*in gelungen ist, herauszufinden was da hinter den Kulissen vor sich geht. Es heißt immer nur, der Kanzler würde "zaudern" oder "zögern", aber wäre es nicht mal an der Zeit, irgendein Papier, den Mitschnitt eines Telefonats, irgendwas an die Öffentlichkeit zu bringen, was *erklärt*, was die Beweggründe sind, wenn der Kanzler selbst das nicht kann oder will.
@gabrielberlin vielleicht hat er Angst, dass ans Licht kommt, dass die Leos gar nicht so doll modern und kriegsentscheidend sind wie alle behaupten sondern ein weiteres kaputtes Projekt deutscher Rüstungsindustrie?
@benni @gabrielberlin das glaube ich nicht. Die sind ja bei zig anderen Ländern auch im (Übungs-)einsatz und dort wird man sich derer Fähigkeiten vermutlich im Klaren sein.
@eliasp naja so einen richtigen Krieg über längere Zeit haben sie halt noch nich mitgemacht bisher. Die Panzerhaubitzen waren ja auch nich so haltbar wie gedacht. @gabrielberlin
@gabrielberlin Bemerkenswert finde ich, dass dieser Umstand immer dann einzutreten scheint, wenn es tatsächlich mal um mehr geht als nur um Geld. Das war in der Hochphase der Pandemie ja nicht wirklich anders.
@holgi welcher Umstand? Dass man es nicht erklärt bekommt?
@gabrielberlin Jau. Was vom Journalismus kommt, sieht zwar immer wie kritische Einordnung aus, ist es aber nur sehr selten. Fast so, als hätten die all die Jahre immer nur so getan, als hätten sie privilegierten Zugang „unter drei“ und Expertise & dergl., während sie tatsächlich nur Werkzeuge waren, politische Testballons unter die Leute zu bringen.
Und hinterher interviewt man die Expert:innen, um sich die Konsequenzen politischen Handelns erklären zu lassen.
@holgi @gabrielberlin Viele Journalisten geben sich Mühe. Hier zum Beispiel: https://www.tagesspiegel.de/politik/kanzleramtschef-erntet-kritik-eisernes-kreuz-v2-die-neuen-argumente-des-kanzleramts-gegen-panzerlieferungen-8754160.html Letztlich kann man den Leuten aber nicht ins Hirn blicken. Ich halte es durchaus für möglich, dass es überhaupt keine durchformulierten Argumente gibt. Sondern einfach viel "Störgefühl", dass sich Ad Hoc Scheinargumente zum vorschieben sucht. Das Argument mit dem Eisernen Kreuz von Schmidt (s. Link) war ja kompletter BS. Was übrigens auch gleich so diskutiert wurde.
Keine „Wunderwaffe“, die den Krieg beendet: Die neuen Argumente des Kanzleramts gegen Panzerlieferungen

Ungewohnt offen begründet Wolfgang Schmidt, warum Kanzler Olaf Scholz der Ukraine keine Panzer liefern will. Die Union reagiert fassungslos.

Der Tagesspiegel
@JakobSchlandt @gabrielberlin An dieser Stelle würde ich unter „Mühe geben“ verstehen, so lange nachzufragen, bis Schmidt in der Ecke steht und unmittelbar sichtbar wird, dass es nur Scheinargumente sind. Stattdessen lässt man es ihm durchgehen und schreibt hinterher, das jemand anderes anderer Meinung ist. Speaking truth to power sieht anders aus.