Tausende von Peruaner:innen aus verschiedenen Regionen, sind auf dem Weg nach Lima, um an der "Marcha de los Cuatro Suyos" teilzunehmen.

Update/Thread zu den Kämpfen in Peru. (1/ca. 13)

Bild: Start der Caravane in Ilave, einer Aymara-Stadt

Die Marcha wird Menschen aus den 4 Territorien des Tawantinsuyo (dem Gebiet des Inkareiches) zusammenführen und am 19. Januar 2023 stattfinden. Der letzte ähnliche Marsch fand im Jahr 2000 statt und führte zum Ende der Fujimori-Diktatur. (2/13)
Die Forderungen der Bewegung: Rücktritt von Dina Boluarte und sofortige Neuwahlen im Jahr 2023. (3/12)
Seit dem Beginn des Regimes von Boluarte, nach dem Sturz von Präsident Castillo, wurden mehr als 45 Menschen getötet. Das bisher grösste Massaker ereignete sich am 9.1.23 in Puno an der Grenze zu Bolivien, in der vorwiegend indigene Aymara-Völker leben. (4/13)
Am 9.1.23 wurden in Puno bei Zusammenstössen mit der Polizei und den Streitkräften mindestens 17 rassifizierte/indigene Menschen getötet, darunter ein freiwilliger Arzt, der Verletzten half, und zwei Jugendliche, ein 17-jähriges Mädchen und ein 15-jähriger Junge. (5/13)
Nach Angaben des Peruanischen Instituts für Gerichtsmedizin starben alle Opfer in Juliaca/Puno an den Folgen von Schussverletzungen. Mindestens 6 der tödlichen Opfer wurden mit AKM-Sturmgewehren getötet, wie sie von der Polizei verwendet werden (7,62 mm Munition). (6/13)
Juliaca: hallan restos de proyectiles en 9 cuerpos de fallecidos en las protestas

Según el registro del Instituto de Medicina Legal, en 6 casos serían balas de fusil AKM; en 2, perdigones; y en uno, pistola. Peritaje balístico determinará la procedencia de la munición mortal. En el resto no se encontraron restos de proyectiles porque estos atravesaron los cuerpos.

LaRepública.pe
Laut den Familien der Opfer reisten Anwält:innen aus Lima an und versuchten sie zu zwingen, Dokumente zu unterschreiben, in denen erklärt wird, dass Steinwürfe zum Tod ihrer Familienmitglieder geführt haben. (8/13)
Die Regierung von Dina Boluarte hat vom ersten Tag an eine Kampagne zur Kriminalisierung der Proteste gestartet. Unter anderem bringt sie die Demonstrant:innen mit dem Sendero Luminoso in Verbindung. (9/13)
Ausserdem wird behauptet, dass die massiven Proteste im Süden mit den bolivianischen Interessen im Land und der indigenen Bewegung von Evo Morales zusammenhängen. (10/13)
Die Medien warnen derweil von einem Aufmarsch von Gewalttätern, Chaoten, Vandalen und Plünderern in Lima (11/13)
Die Bewegung weiss darum: Sie kann sich nur auf die eigenen Kräfte verlassen. (12/13)
Was macht die Politik in dieser Situation? Sie bedient die Lima-Eliten. Der Kongress hat bereits Steuervergünstigungen für Bergbau- und Erdölunternehmen beschlossen und ist daran, das Waldgesetz zu ändern, um die Nutzung des Bodens in der Amazonasregion zu vereinfachen, (13a/13)
Die Rechten wollen zudem das Gesetz zum Schutz isolierter indigener Völker ändern, damit Erdölunternehmen freien Zugang zu ihren Gebieten und Reserven haben. (13b/13)
Es gibt mindestens ein weiteres Todesopfer in Macusani (Puno): Eine 35-jährige Frau wurde durch einen Kopfschuss getötet. Eine 2. Person soll sich in kritischem Zustand befinden. Als Reaktion auf den Mord wurde die Polizeistation von #Macusani angezündet. (14/13)
Heftige Auseinandersetzungen auch in Huacavelica (15/13)
https://twitter.com/juank23_7/status/1615845539681034240
Juan Carbajal 🇵🇪 on Twitter

“🚨Huancavelica 18/01 Vía https://t.co/zbSIRtQGtL”

Twitter
Die Antapaccay-Kupfermine von #Glencore in der Nähe von #Espinar/Cusco läuft mit "eingeschränkter" Kapazität, nachdem in den vergangenen Tagen Brandanschläge auf ihre Anlagen verübt worden sind. (16/13)
https://www.reuters.com/markets/commodities/glencore-copper-mine-peru-running-restricted-capacity-due-protests-source-2023-01-17
Exclusive: Glencore copper mine in Peru running at 'restricted' capacity due to protests -source

Glencore Plc's <a href="https://www.reuters.com/companies/GLEN.L" target="_blank">(GLEN.L)</a> huge Antapaccay copper mine in Peru is operating at "restricted" capacity due to anti-government protests that saw an attack on the facility last <a href="/world/americas/glencore-says-copper-mine-peru-struck-by-vandals-2023-01-12/">week</a>, a company source told Reuters on Tuesday.

Reuters
Angehörige der Awajun blockieren die Strasse entlang der Oleoducto Norte-Pipeline im Norden der Region Amazonas #Loreto und drohen, die Pipeline zu unterbrechen. (17/13)
Derweil treffen die ersten Delegationen aus den Regionen in #Lima ein (18/13)
Peru's uprisings

Updates on the situation in Peru

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Unterdessen schüttelt der peruanische Aussenminister Gervasi am WEF in Davos eifrig Hände: "Ignazio Cassis überbrachte Präsidentin Dina Boluarte die Grüsse seiner Regierung und hob die Konsolidierung der demokratischen Regierungsführung hervor." LOL
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Gervasi hob im Gespräch mit Cassis "die bilateralen Beziehungen mit der Schweiz hervor und verwies auf die Massnahmen der Übergangsregierung, die auf soziale Forderungen eingehen & die Bevölkerung schützen. Sie waren sich einig, dass Dialog der beste Weg aus der Krise ist."
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