Euch sicherlich bewusst, aber Luisas Begriff des Kompromisses halte ich für nicht nur unglücklich, sondern gefährlich verharmlosend.
Denn
Klimakrise ist Physik.
Die geht /gar keinen/ Kompromiss ein.
Um die Erderwärmung auf 1,5° zu begrenzen, müssen in sieben Jahren die Emissionen halbiert werden.
DE missachtet diese Vorgaben seit Jahren. Die Kohlemenge unter Lützerath wird, so sie verbrannt wird, _mehr_ Emissionen verursachen. Deshalb ist das Märchen vom tollen RWE-Deal so verlogen.
@proscience @fff Du hast faktisch recht... Luisa gleichwohl (politisch) auch. Mal abgesehen von der Unsäglichkeit dieses speziellen Deals, ist ein Kompromiss, der auf Nichteinhaltung eines früheren und übergeordneten Kompromisses beruht, ein Anschlag auf die Glaubwürdigkeit der Politik insgesamt. Das trifft in der Wahrnehmung diesmal insbesondere und zurecht die #Grünen. #Lutzerath
Dieser Dauerprozess der Aufweichung selbst bedenklichster Kompromisse durch noch schlimmere ist der Knackpunkt.
100% Zustimmung: Die bewusste Nichteinhaltung eines Abkommens und seiner daraus folgenden Gesetze ist ein Anschlag auf politische Glaubwürdigkeit.
Ffinde das Wort Kompromiss so problematisch, weil es die /Tatsache/ ignoriert, dass Physik - Klimakrise ist nichts anderes als Physik - keine Kompromisse eingeht.
Das haben, wie man jeden Tag sieht, noch immer zu wenige verstanden. Deshalb mein Wunsch nach unmissverständlicherer Kommunikation von Multiplikator:innen wie Luisa.
'Kompromiss' bezeichnet in diesem Zusammenhang ein rein politisches Phänomen zwischen Entscheidungsträgern und lässt die eigentliche Gewalt - die Natur selbst - außer acht. Sachlich gesehen kann also sowieso keine substantielle Verhandlung mit RWE stattfinden - da hast du Recht. Jeder Kompromiss ist hier ein Kunstprodukt, das außerhalb der eigentlichen Zusammenhänge (in der Natur) zustande kommt; ein bisschen wie eine Hochzeit, an der nur der Bräutigam teilnähme.
Genau. 😀
Aber obwohl die menschengemachte Klimakrise Physik ist, geht es in der allgemeinen Diskussion selten darum. Es fehlt Wissen und Bewusstsein. Beliebte Phrasen wie "klimaneutral bis 2050" oder "Kohleausstieg bis 203X" beruhigen viele, weil sie glauben, es bliebe dann so wie jetzt.
Greta Thunberg beantwortet fast jede nicht-wissenschaftliche Frage mit konkreter wissenschaftlicher Erkenntnis. Das wünsche ich mir auch häufiger als bisher von dt. Aktivist:innen.
Zusätzlich wünsche ich mir aber Aktivisten, die auch Parteipolitiker sind und trotzdem nicht mit der außerparlamentarischen Opposition brechen... derzeit sehr, sehr rar gesät.
Eklatant vermisse ich zum Beispiel Hans-Christian Ströbele.